4634960735 0c9b03e139 o
4634960735 0c9b03e139 o

Bewerbungsgespräch: Auf die Struktur kommt es an

by
03 März 2016 um 11:53

Der Werdegang und die Hard Skills des Bewerbers sind weitgehend bekannt. Jetzt gilt es, herauszufinden, ob alle Angaben Hand und Fuss haben und der Kandidat als Person zur jeweiligen Stelle und zum Unternehmen passt. Um das in rund einer Stunde zu bewerkstelligen, will sie gut strukturiert sein.

Die Macht des ersten Eindrucks kennt (nicht nur) jeder Recruiter: Bei manchen Menschen hat man schon nach zwei Minuten das Gefühl, dass alles passt, andere vermitteln ein Bild oder lassen eine Aussage fallen, die alle Alarmleuchten aktiviert. Genauso wissen wir aber alle, dass der erste Eindruck nicht alles ist. Deswegen dauert ein Bewerbungsgespräch ja zum Glück auch länger als zwei Minuten. Für die folgende Beispielstruktur gehen wir von der klassischen Stunde aus.

Der Einstieg

Der erste Schritt im Bewerbungsprozess: Die Spreu vom Weizen trennen. Fangen wir also mit der Überprüfung der Hard Facts an – eine recht leichte Aufgabe, aber ein wichtiges Thema. Es gilt herauszufinden, ob der Bewerber manche Schlüsselkompetenzen möglicherweise nicht mitbringt. Sehr grosse Wissenslücken, etwa wenn ein Webentwickler noch nie von CSS gehört hat, können gleich die rote Karte bedeuten; auf kleinere Defizite sollte man im Laufe des Gesprächs weiter eingehen um herauszufinden, ob sie ein Ausschlusskriterium sind oder man dem Kandidaten zutraut, sich schnell einzuarbeiten und allfällige Lücken schnell zu füllen.

Der Rest der ersten Viertelstunde

Wenn die Fakten abgegrast sind und der Kandidat kein schnelles „Nein“ verdient hat, darf es persönlich werden. Es geht darum, herauszufinden, wen man hier vor sich hat – und nicht zuletzt, ob man mit der Person warm wird. Wenn es zum Krampf wird, mit jemandem 60 Minuten zu verbringen, ist von einer späteren Zusammenarbeit wahrscheinlich nicht allzu viel zu erhoffen. Neben Sympathie zählen hier natürlich vor allem auch die Denk- und Arbeitsweise des Bewerbers sowie sein Verhalten in bestimmten Situationen und gegenüber Kollegen und Vorgesetzten. So wichtig diese Aufgabe ist, so knifflig ist sie auch. Man sollte sich nach dem Gespräch Fragen beantworten können wie „Kann sich der Bewerber klar artikulieren?“ „Bevorzugt er detaillierte Vorgaben oder eigenverantwortliches Arbeiten?“, „Wie ist es um sein logisches und kreatives Denken bestellt?“ „Ist er eher zurückhaltend oder ergreift er gern die Initiative?“

(Fast) der Rest der Stunde

Die Basics wurden schon besprochen, nun geht es weiter ans Eingemachte, nämlich die Frage: „Ist dieser Kandidat die richtige Besetzung für die Stelle?“ Logisch, dass die Erörterung dieser Frage den grössten Teil des Interviews einnehmen soll. Hier sollten Fragen im Mittelpunkt stehen, die sich direkt auf die Vakanz beziehen und näher auf die Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrungen des Bewerbers eingehen. Im Optimalfall sollte nun der Kandidat den grösseren Redeanteil übernehmen und sich und seine Kompetenzen präsentieren. Ausserdem ist dies der Zeitpunkt, um auf allfällige Lücken einzugehen, die sich am Anfang des Gesprächs angedeutet haben. Dieser Hauptteil sollte dem Kandidaten die Möglichkeit geben, das Ruder noch einmal umzureissen, falls sein Einstieg aufgrund von Nervosität holprig war – oder eben beiden Seiten deutlich machen, dass man einfach nicht zueinander passt.

Kurz vor Schluss

Natürlich ist diese Struktur nur eine von vielen Möglichkeiten, das Vorstellungsgespräch zu gestalten. Wie man es im Detail letztendlich auch angeht: Gegen Ende des Gesprächs gehören alle Fragen gestellt, die einem noch besonders auf der Seele brennen. Für den einen mag es etwas Fachliches sein, ein anderer ist vielleicht auf persönlicher Ebene noch nicht ganz schlau aus einem Kandidaten geworden. Wichtig ist nur, dass keine so grossen Fragen offenbleiben, dass man kaum eine Tendenz hat, ob man den Bewerber eher in der nächsten Runde oder bei den Absagen sieht. Denn dann war die Interview-Stunde leider Zeitverschwendung.

Diese offenen Stellen könnten dich interessieren:

Zürich

Switzerland, Switzerland - Zürich Information Technology (IT), Management and Business Support Corporate Center Job Referenc...

Genf

For one of our client, we are looking for a Junior HR Manager working part-time (40-50%). You must be bilingual with an excelle...