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Das perfekte Bewerbungsgespräch: Ist schwieriger besser?

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03 März 2016 um 12:40

Aus Personalersicht ist klar: Ein Bewerbungsgespräch ist dann gut gelaufen, wenn es mit der Überzeugung endet, die richtige Besetzung für die Vakanz gefunden zu haben. Ob das tatsächlich der Fall ist, zeigt sich jedoch erst, wenn die Person im Einsatz ist. Eine Studie von Glassdoor deutet jetzt auf einen Zusammenhang zwischen Schwierigkeitsgrad des Interviews und späterer Zufriedenheit im Job hin.

Das überraschende Ergebnis: Die zufriedensten Mitarbeiter blicken nicht etwa auf lustige, entspannte oder verrückte Interviews zurück – sondern auf schwierige.

Je härter das Bewerbungsgespräch, desto besser der Job?

Eine so einfache Korrelation lässt sich natürlich nicht herstellen. Jeder Personalmanager hat bekanntlich seinen eigenen Stil und individuelle Herangehensweisen beim Bewerbungsgespräch. Während die einen es bevorzugen, das Ganze auf einer lockeren, persönlichen Ebene zu halten, greifen andere Recruiter lieber auf Brainteaser, Praxisfragen oder Assessment Center zurück, die den Bewerbern so einiges abverlangen. Natürlich hängt die jeweilige Gestaltung auch immer vom Unternehmen und der betreffenden Stelle ab.

Und ebenso vom Bewerber: Knifflige Aufgaben, psychologisch durchdachte Fragen und hohe Anforderungen lassen den einen Kandidaten schnell verzweifeln, während der andere im Angesicht der Herausforderung zu Höchstform aufläuft. War die Antwort auf „Kuschelkurs, Drill oder irgendwas dazwischen?“ bisher „Geschmackssache“, lässt die Studie von Glassdoor nun eine Tendenz erkennen.

In dieser wurden 154.000 Beiträge aus sechs Ländern zum Thema Zufriedenheit im Job und Schwierigkeitsgrad des Bewerbungsgespräches ausgewertet. Das Ergebnis: Mitarbeiter, die ein schwieriges Bewerbungsgespräch absolvieren mussten, sind im Job am zufriedensten.

Die Schwierigkeits-Skala ist nicht unendlich

Weshalb dieser Zusammenhang besteht, konnte die Untersuchung nicht zeigen. Es gibt aber einige mögliche und sehr nachvollziehbare Gründe.

Zum einen kann man davon ausgehen, dass anspruchsvolle Bewerbungsgespräche auch für die Besetzung entsprechender Jobs geführt werden. Und wem eine solche Herausforderung offensichtlich liegt, wer sie gut meistert und die Stelle bekommt, ist auch glücklich mit einem anspruchsvollen Job.

Einfache Bewerbungsgespräche wiederum gehen meist auch nicht sehr in die Tiefe – und das erhöht das Risiko von Fehlbesetzungen. Wird also jemand eingestellt, weil sein Werdegang stimmt und er ganz sympathisch ist, aber im Vorfeld nicht geklärt wurde, ob die Stelle mit seinen Ansprüchen und Wünschen übereinstimmt, ist es keine Überraschung, wenn sich seine Zufriedenheit in Grenzen hält.

Also je schwerer, desto besser? Natürlich nicht. Wer den Schwierigkeitsgrad so hoch schraubt, dass nahezu jeder Bewerber heillos überfordert ist, wird am Ende ganz ohne Kandidaten dastehen. Es gilt also wie so oft, einen guten Mittelweg zu finden – der nicht für jede Position gleich aussehen kann. Einige (knifflige) Fragen, die die Qualifikationen des Bewerber zwar auf den Prüfstand stellen, aber zu bewältigen sind, dürften am besten dabei helfen, die Person zu finden, die charakterlich ins Unternehmen passt und den fachlichen Anforderungen gerecht wird.

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