Blogging blogger office business notebook 1
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04 März 2016 um 10:59

Ob Berufsneuling oder alter Hase: Das Stelleninserat ist aus dem Personaleralltag nicht wegzudenken. Und doch tun sich immer noch viele schwer mit diesem Recruiting-Urgestein. Einen Tätigkeitsbereich und dessen Anforderungen kurz und bündig zu beschreiben und dabei noch das Interesse der richtigen Kandidaten zu wecken, klingt leichter, als es ist.

Oftmals holt man sich „Inspiration“ aus anderen Stellenbeschreibungen und kopiert sich das eine oder andere Sätzchen für das eigene Inserat heraus. Hat man sich eine gute Version zusammengebastelt, muss man anschliessend nur noch ein paar Anpassungen vornehmen, wenn die nächste Position zu besetzen ist. Im Gegenzug erwartet man originelle Bewerbungsschreiben von talentierten, motivierten Job-Kandidaten. Geht irgendwie nicht ganz auf, oder? Hier die häufigsten Fehler, die bei Stelleninseraten begangen werden.

Keine aussagekräftigen Informationen

Die Infos in Stelleninseraten sind oft mehr als dürftig. Wie soll ein Kandidat sich angemessen bewerben, wenn er kaum Informationen zu einer Position hat? Warum soll er sich überhaupt für eine Stelle interessieren, von der er sich kein Bild machen kann? Viele Inserate strotzen vor Anglizismen, Beratersprech und Fachjargon – und kommen dabei nahezu ohne Inhalt daher. Das mag auf manche zwar beeindruckend wirken, aber nicht immer sympathisch (vor allem nicht auf die sehr guten Kandidaten, die das Spielchen natürlich durchschauen). Auch wenn es genug Bewerber gibt, die sich von vermeintlich attraktiven, wenn auch kryptischen Angeboten anlocken lassen – sie suchen genauso schnell wieder enttäuscht das Weite, wenn sie sich etwas anderes von der unpräzisen oder „schön“geschriebenen Job-Beschreibung erhofft hatten. Die Zeit, um eine wahrheitsgetreue und klar verständliche Stellenanzeige zu formulieren, muss sich jeder Personaler nehmen – und sie ist gut investiert.

Abschreckende Phrasen

Gewisse Schlagwörter ziehen die Aufmerksamkeit der Bewerber eher auf negative Weise auf sich. Dazu gehören etwa:

  • „Leistungsorientiertes Gehalt“: Diese Phrase assoziieren viele Kandidaten mit einem ständigen erzwungenen Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern und einem tatsächlichen Gehalt, das nicht weit über einen Hungerlohn hinausgeht. Attraktiv ist anders.

  • „belastbar“: Was soll das schon aussagen? Lass dir alles von deinem Chef gefallen und schieb Überstunden bis zum Umfallen?

  • „in unserem jungen Team“: Hier wird jeder skeptisch, der die Mitte 20 überschritten oder schon mal ins Berufsleben reingeschnuppert hat.

Denn er hört „Richtig Ahnung hat hier keiner, deshalb arbeiten wir auch immer bis spät abends. Das ist aber kein Problem, da wir für Freitzeitgestaltung sowieso zu wenig verdienen. Ausserdem haben wir hier echt viel Fun!“

Realitätsferne Anforderungen

Die Welt der Stelleninserate ist voller weltfremder Profile von Wunschkandidaten. Die eierlegende Wollmilchsau ist dabei schon lang nicht mehr genug. Am besten sollte man maximal 25 Jahre alt sein, seinen Master inklusive 3 Jahre Berufserfahrung (davon mindestens die Hälfte im Ausland, versteht sich) und womöglich noch ein, zwei spezifische Weiterbildungen hinter sich haben und gern mindestens viersprachig sein. Wer soll diesen Anforderungen gerecht werden können? Ja, vielleicht mag es irgendwo auf der Welt so eine Person geben (die bewirbt sich aber wahrscheinlich gerade bei Google oder der NASA). 99,9 Prozent der Kandidaten, die wahrscheinlich sehr gut passen würden, lassen sich von solchen Anforderungen hingegen abschrecken und bewerben sich erst gar nicht auf die Stelle. Natürlich möchte kein Unternehmen seinen Mitarbeitern erst kostspielige Weiterbildungen finanzieren müssen, bevor sie ihre Stelle ausfüllen können; aber man sollte nicht aus Bequemlichkeit einen übermenschlichen Katalog an Qualifikationen fordern. Viel wichtiger ist es doch, ambitionierte Leute zu finden, die sich innerhalb des Unternehmens schnell Neues aneignen.

Mehrfachschaltungen von Inseraten

Erfolglose beziehungsweise schlechte Stelleninserate werden durch mehrfaches Aufschalten nicht plötzlich besser. Je öfter Unternehmen eine Stellenanzeige veröffentlichen und je grösser das Inserat von Mal zu Mal wird, desto unglaubwürdiger wirken sie – und sprechen nicht gerade für die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber. Bewirbt sich niemand? Das wird schon seinen Grund haben. Oder ist das Unternehmen so wählerisch, dass es alle Bewerber wieder nach Hause schickt? Überlebt niemand die Probezeit? Oder ergreifen die neuen Mitarbeiter selbst nach kürzester Zeit die Flucht? Keine Fragen, die Bewerber im Wunsch bestärken, genau hier zu arbeiten. Und vergeudete Zeit im HR-Büro: Eine aussagekräftige, ehrliche, der Position und ihren Anforderungen angepasste Stellenausschreibung ist ohne Zweifel aufwendiger als eine Copy-Paste-Version – aber sie kann viele Tage, Wochen oder gar Monate der Mitarbeitersuche sparen.

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