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Hallo, Zukunft: Wie sich der Bewerbungsprozess verändern wird

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08 März 2016 um 11:04

„Das machen wir schon seit 20 Jahren so“, sagte das Unternehmen, inserierte eine Stelle und wartete. Nur irgendwie kam früher mehr bei dieser „Strategie“ rum. Zeiten ändern sich – und das muss auch das Recruiting tun, wenn es weiterhin erfolgreich verlaufen soll.

Der digitale Wandel und die rückläufige Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz sind nur zwei Faktoren, die deutlich machen: Jetzt und in Zukunft ist es nicht damit getan, Stellen zu inserieren und auf eingehende Bewerbungsmappen zu warten. Wohin sich das Recruiting entwickeln kann, wird – und muss.

Wer kann sich hier leisten, zu warten?

Vor dem für manche überraschenden Siegeszug des Internets war die Zeitungsannonce die unantastbare Königin der Stellenausschreibung. Heute sind wir über ihren Sturz hinweg und haben uns an E-Mails und Online-Bewerbungsportale gewöhnt. Was vielen Unternehmen zu entgehen scheint: Das war nicht das Ende der Entwicklung. Auch die Akquirierung neuer Mitarbeiter über LinkedIn und Xing täuscht über eine Sache nicht hinweg: Dass sich am Prinzip „Ausschreiben und Warten“ nämlich gar nicht so viel geändert hat.

Drehen wir die Uhr nun mal ein paar Jahre vor. So wie es im Moment aussieht, kann sich der Jobsuchende in 10 oder 20 Jahren ziemlich entspannt zurücklehnen – denn die Bevölkerungsentwicklung in den deutschsprachigen Ländern ist dermassen rückläufig, dass eine fast vollständige Vollbeschäftigung prognostiziert wird. Und das bedeutet: Nicht mehr der Bewerber steht unter Zugzwang, sondern der Arbeitgeber. Grund genug für Unternehmen, sich auf dem Laufenden zu halten, um auch in Zukunft erfolgreich rekrutieren zu können.

Neue Wege der Kommunikation

Das persönliche Zusammentreffen in Form eines Bewerbungsgesprächs wird sich sicherlich auch weiterhin halten. Allerdings wird in Zeiten der Globalisierung das face to face in Form von Videointerviews immer relevanter. In diesem Kontext gewinnt auch das asynchrone webbasierte Bewerbungsgespräch an Bedeutung. Hierbei zeichnen sich Bewerber beim Beantworten erster Fragen auf. Auf Basis dieser Aufzeichnung erfolgt dann eine Vorabselektion. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man die Antworten und die (Körper)Sprache des Kandidaten besser analysieren kann (indem man sich Teile mehrfach anschaut); zum anderen spart der Recruiter Zeit, wenn schon nach wenigen Minuten deutlich wird, dass der Bewerber nicht ins Team, zur Stelle oder zum Unternehmen passt.

Da nicht davon auszugehen ist, dass die technische Entwicklung stehenbleibt, heisst das: Keine Angst vor neuen Technologien, es werden weitere kommen! In Anbetracht der Neuerungen der letzten Jahre ist es zum Beispiel alles andere als unwahrscheinlich, dass in Zukunft Virtual-Reality-Brillen bei Bewerbungsgesprächen zum Einsatz kommen.

Lebenslauf ade?

Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse: Die ewigen drei Pfeiler der Bewerbung. Noch. Denn bereits jetzt ist es – Internet sei Dank – Recruitern möglich, alle relevanten Informationen zum beruflichen Hintergrund eines Bewerbers ganz einfach einzusehen. Und nicht nur das: Von Arbeitsproben bis hin zu persönlichen Interessen ist nahezu alles nie weiter als ein paar Klicks entfernt.

Schon jetzt gibt es online Anbieter, die Jobbeschreibungen und Social Media-Profile auf Übereinstimmungen überprüfen. Passen die Angaben des Profils mit der Beschreibung der Vakanz zusammen, dann wird die Person automatisch informiert. Klar, dass das auch in die andere Richtung funktioniert: Passt ein Profil zu einer Stellenausschreibung, wird der Inserent benachrichtigt. In diesem Bereich wird mit Sicherheit noch viel passieren!

Die firmeneigene Karriereseite als Aushängeschild

Viele Unternehmens-Karriereseiten gleichen sich im (teils mehr als ausbaufähigen) Aufbau wie ein Ei dem anderen. Nutzerfreundlichkeit, Interaktivität, intuitive Menuführung und Möglichkeiten zur Personalisierung sind rar gesät.

Als zukunftsorientiertes Unternehmen sollte man Jobsuchende besser abholen, ihnen die Orientierung und Bewerbung erleichtern und unternehmensinterne Karriereportale mit sozialen Netzwerken verbinden. Nicht zuletzt ist der Trend des „Storytelling“ zu nennen, bei dem es darum geht, dem Besucher die Philosophie und Werte des Unternehmens nahezubringen. Relevanter, ansprechend gestalteter Content in Form von Karriere-Blogs oder Videos gewähren Einblicke in die Firma, wodurch Sympathie und ein persönlicher Bezug geschaffen werden können.

Individualisierte Arbeitsverträge

Die Verträge, die momentan auf dem Arbeitsmarkt kursieren, sind – bis auf einige Zahlen – nahezu austauschbar. Je wertvoller gute Mitarbeiter in Zukunft werden, desto mehr wird man sie mit ganz persönlichen Wunschoptionen „locken“ müssen. Ein Mix aus einem Angestellten- und selbständigen Verhältnis, flexible Arbeitszeiten und -orte, gekaufte Urlaubstage oder das gezielt geplante Sabbatical werden ebenso möglich sein, wie für mehrere Unternehmen gleichzeitig zu arbeiten. Festgelegte Strukturen werden gebrochen und ganz neue Arbeitsmodelle entstehen.

Auch wenn der Blick in die Glaskugel nur einen Bruchteil der Entwicklungen andeutet, die in Zukunft auf Arbeitgeber wie Arbeitnehmer zukommen: Es wird mit Sicherheit nicht langweilig. Und es ist und bleibt Pflicht, sich mit aktuellen Trends und Technologien auseinanderzusetzen. Denn wenn man den Zug nicht verpasst, eröffnen sich auf der Reise immer spannende neue Möglichkeiten.

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