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Mobile Recruiting: Verschlafen Unternehmen die Zukunft?

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08 März 2016 um 11:21

Recruiting 2.0 ist an sich nichts Neues mehr. Die meisten Unternehmen inserieren ihre Stellen mittlerweile online; sowohl intern als auch extern. Und natürlich erwarten Bewerber auch, dass sie alle relevanten Jobs online finden – und zwar bitte auch mobil.

Besonders unterwegs sind Smartphones oder Tablets für die meisten nicht mehr wegzudenken. Verständlich: Wenn man schon in Bus oder Bahn „gefangen“ ist, kann man die Zeit auch nutzen, um Mails zu checken, einzukaufen – oder sich nach Jobs umzusehen. Zunächst noch ein Trend unter vielen, hat diese Entwicklung schon seit geraumer Zeit ganz konkrete Auswirkungen für Unternehmen: Seit dem 21. April 2015 werden jene, die ihre Seiten und Stellenanzeigen nicht für mobile Endgeräte optimieren, von Google abgestraft und in den Suchergebnissen nach hinten befördert. Und da kaum etwas so sehr für Verzweiflung spricht wie der Klick auf Seite 2 bei Google, kann man sich ausrechnen, wie viele gute Bewerber man so gar nicht erst erreicht. Die Herausforderung ist also: Sich als Unternehmen (wieder) möglichst weit nach vorne bringen!

Unternehmen verschenken Potenzial

Die deutsche Digitalagentur Wollmilchsau GmbH hat 2015 in der Schweiz eine Mobile Recruiting Studie durchgeführt. Dafür untersuchte sie die „Mobile Candidate Experience“ auf den Karrierewebsites 179 börsenkotierter Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz.

Die Erkenntnis: Die meisten Unternehmen verschenken sehr viel Potenzial, weil sie ihre Seiten nicht mobile-friendly optimiert haben. Rund ein Drittel der schweizerischen Google-Nutzer sucht mobil nach Stellenangeboten – trifft dort aber nur auf wenige optimierte Karriereseiten der Unternehmen (ca. 23%) oder gar mobil optimierte Jobbörsen (ca. 14%)!

2015 wurden lediglich 41 der 179 untersuchten Unternehmen als mobil optimiert eingestuft. Bei den übrigen müssen sich Bewerber gezwungenermassen rein- und rauszoomend durch die Seiten mühen, um alle nötigen Informationen zu sammeln. Und selbst dann ist es noch nicht geschafft: Laut der Studie findet sich auf nur knapp 9% der Seiten ein auf mobile Nutzung ausgerichtetes Bewerbungsformular. Nun könnte man natürlich einwenden, dass es doch recht mühsam ist, die Bewerbungsunterlagen auf dem Smartphone parat zu haben und sie dann auf einem kleinen Display tippend hochzuladen. Doch das Internet wäre nicht das Internet, wenn es nicht auch hier eine einfache Alternative gäbe: Man lässt das Formular automatisch ausfüllen; etwa indem man alle Daten unkompliziert von seinem Xing- oder LinkedIn-Profil importiert. Das haben bisher allerdings nur 8 der 179 Unternehmen im Angebot.

Wer schnell ins Optimierungs-Rennen einsteigt, hat gute Chancen

Die gute Nachricht: Wo noch so viel aufzuholen ist, können sich clevere und schnelle Unternehmen derzeit noch ganz vorne positionieren, wenn sie den Nutzern eine gute User Experience liefern. Denn es gilt zu bedenken: Wenn User bereits bei der initialen mobilen Suche frustriert sind, ist die Chance vermutlich gering, dass sie später zu Hause den Rechner dafür hochfahren. Um vorne mitzuspielen, ist es wichtig, die Sache ernsthaft und strukturiert anzugehen und den kompletten Bewerbungsprozess zu optimieren – das heisst, nicht nur Karriereseite, Jobbörse oder Bewerbungsformular auf Vordermann zu bringen, sondern alle drei! Ausserdem sollte dieser Schritt auf jeden Fall vor der Entwicklung einer App angegangen werden, falls dies geplant ist. Denn eine ähnliche Studie in Österreich hat gezeigt, dass User nicht extra eine App herunterladen möchten, um sich zu bewerben. Direkt im mobilen Browser agieren zu können, wird deutlich bevorzugt.

Der Quick-Check für die eigene Website:

  • Wie viele Zugriffe erfolgen mobil? Hier gilt es, die eigenen Statistiken zu checken, um sich einen Überblick zu verschaffen.
  • Wie sind meine eigenen Erfahrungen? Schnappt euch ein Smartphone und surft auf eurer eigenen Website. Oder bittet die (jüngeren) Kollegen um eine Einschätzung – den „Digital Natives“ fallen vermutlich am schnellsten Schwachstellen in der Performance und Nutzerfreundlichkeit auf.
  • Sieht schon ganz gut aus? Ein bisschen optimiert werden kann bestimmt trotzdem. Benutzt Tracking-Tools eurer Wahl, um die Clicks zu zählen oder die Conversion zu erhöhen.

Ein paar Tipps für die konkrete Optimierung:

1. Stellenausschreibungen mit aussagekräftigem Jobtitel versehen Anstatt „Mitarbeiter Sales“ lieber „Teamleiter Sales (m/w) – Energiebranche“. Je konkreter, desto besser – schliesslich fällt der Titel dem Bewerber als Erstes ins Auge und sollte unmittelbar sein Interesse wecken

2. Bilder: Weniger ist mehr In der Desktop-Version kann man mit grossen Logos und beeindruckenden Bildern punkten. Mobil ist beides jedoch eher störend. Am besten nur das Logo verwenden und den Rest schlicht gestalten: Keine knalligen Hintergrundfarben und eine gut lesbare Schrift sind hier am vorteilhaftesten.

3. Auf Responsive Design achten Dadurch passt sich die eigene Webseite dem jeweils verwendeten Gerät an. Egal, ob die interessierten Bewerber also Smartphones, Tablets oder Phablets benutzen – eine optimale Darstellung ist in jedem Fall garantiert.

4. Kurz fassen Kurze und gut strukturierte Texte kommen am besten an. Wichtige Elemente können fett markiert und Aufgaben oder Anforderungen übersichtlich aufgelistet werden.

5. Smart verlinken Nicht nur bis zum Seitenende denken: Alle verlinkten Seiten sollten ebenfalls problemlos auf mobilen Geräten lesbar sein. Ansonsten haben sie für den Bewerber wenig konkreten Nutzen.

Natürlich hängen die Möglichkeit und der Umfang der mobilen Optimierung auch immer von der Grösse des Unternehmens, den finanziellen und zeitlichen Ressourcen und weiteren Faktoren ab. Doch die Zahlen sprechen für sich: Wer Jobsuchende nicht so gut wie möglich mobil abholt, darf sich nicht wundern, wenn die Auswahl an geeigneten Bewerbern zunehmend kleiner wird.

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