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Stellenausschreibungen in Zeiten der Gender Debatte

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11 März 2016 um 09:38

Es gibt so viele erfolgreiche Hochschulabsolventinnen wie nie zuvor, über Geschlechterquoten wird seit Jahren diskutiert und der Begriff Gender ist wohl jedem schon einmal über den Weg gelaufen – auch im Berufsleben. Da tut sich die Frage auf: Wo beginnt geschlechtsspezifische Ansprache eigentlich?

Viele Unternehmen möchten gern gezielt Bewerberinnen ansprechen – aber wie? Das Inserat soll zwar „Frauen, meldet euch!“ rufen, das aber gern implizit und zwischen den Zeilen. Besonders im technischen Bereich ist es nach wie vor eine Herausforderung, mehr Frauen zur Bewerbung zu ermutigen.

Ausmisten: Alte Vorlagen ade

Der zweifelhafte Ruf der Jobausschreibung liegt vor allem darin begründet, dass sie nur allzu oft nach dem Prinzip „copy & paste“ angegangen werden – und somit bis auf kleine Anpassungen zum Teil Relikte aus grauer Vorzeit sind. Worauf gilt es bei der Formulierung also zu achten? Es sind wie so oft die kleinen Dinge, die (wenn auch beim Leser unbewusst) den Unterschied machen. Etwa sollte man auf Ausdrücke mit maskuliner Endung wie „jeder“ oder „keiner“ wenn möglich verzichten und stattdessen auf Formulierungen wie „Alle, die …“, oder „niemand“ zurückgreifen. Analog dazu kann man statt des Begriffs „Mitarbeiter“ das Gerundivum „Mitarbeitende“ verwenden. Wechselt man schliesslich noch von der allgemeinen in eine direkte Ansprache, ist die Stellenbeschreibung bereits grösstenteils genderspezifisch angepasst. Ein Beispiel für eine direkte Anrede ist: „Wenn Sie kommunikativ sind und bereits eine mehrjährige Berufserfahrung nachzuweisen haben, …“ statt „Wir suchen ein/e erfahrene/n, kommunikative/n Mitarbeiter/in …“. Last but not least gehören Inhalte, die besonders Frauen ansprechen, mit ins Inserat: Bietet das Unternehmen etwa Kinderbetreuung oder flexible Arbeitszeiten an, ist diese Information gut in dem Bereich „Was wir zu bieten haben“ aufgehoben.

Auch Bilder sprechen Gleichstellung – oder eben nicht

Auch wenn die gleichberechtigte Ansprache in Stellenausschreibungen ein guter Start ist – das ist nicht alles. Was vermittelt die Bildauswahl auf der Firmenwebseite? Wenn hier nur westeuropäische Männer zwischen 40 und 50 zu sehen sind, wird es schwierig mit dem Image als modernes, liberales und weltoffenes Unternehmen. Um auch und besonders in „Männerbereichen“ gute Mitarbeiterinnen zu rekrutieren, lohnt es sich, die Ansprache an allen Stellen kritisch zu überprüfen. Die Zeiten, in denen ein kleines „m/w“ am Ende des Headers als ausreichend empfunden wurde, sind eindeutig vorbei.

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