Boss attitude
Boss attitude

Vorgesetztenverhalten: Was man seinen Mitarbeitern niemals zumuten sollte

by
11 März 2016 um 10:42

Es ist schon ein tolles Gefühl, der Chef (wenn auch nur von einigen Mitarbeitern) zu sein. Das Telefon klingelt nur noch, wenn auch wirklich wichtige Kontakte an der Strippe sind – wozu hat man schliesslich Mitarbeiter? Auch nervige Mailanfragen fallen durch das Raster, und überhaupt muss man eigentlich nur noch die Dinge machen, die einem auch Spass bereiten. Soweit die Wunschvorstellung.

Die Realität sieht natürlich (Überraschung!) ernüchternd anders aus. Als Leiter eines Teams gibt es einige Dinge, die man seinen Mitarbeitern unmöglich zumuten sollte – vorausgesetzt, man will sie noch eine Weile behalten.

Knurrende Mägen

Starten wir mit einem Grundbedürfnis des Menschen, welches auch während der Arbeitszeit befriedigt werden will: Essen. Wer glaubt, Meetings zur Mittagszeit abhalten zu müssen oder erwartet, dass seine Mitarbeiter Überstunden schieben, der sollte wenigstens dafür sorgen, dass sie auch mit Essen versorgt sind – oder rechtzeitig ankündigen, dass man sich die Zeit vorher nehmen soll, um etwas essen zu gehen.

Übrigens: „Pizza für alle“ ist nur eine gute Idee, wenn auch genug bestellt wird. Wenn jeder nur ein kleines Stück abbekommt, wird sich in der Abendsession ausser Magenknurren wenig tun.

Verpflichtende Events ausserhalb der Arbeitszeit

Manche Menschen – wer könnte es ihnen verübeln – sehen ausserhalb des Büros gern mal Leute, mit denen sie nicht schon tagtäglich von 9 bis 18 Uhr zusammen sind. Das heisst nicht, dass Teamevents ausserhalb der Arbeitszeit tabu sind – ganz im Gegenteil. Wenn die Stimmung im Team gut ist, werden sicher auch viele teilnehmen.

Als Vorgesetzter sollte man aber akzeptieren, dass Mitarbeiter eben auch ein Privatleben haben. Das bedeutet: Termine ausserhalb der Arbeitszeit frühzeitig ankündigen, sie auf keinen Fall als verpflichtend darstellen oder gar kommunizieren, und vor allem nicht beleidigt sein, wenn jemand nicht erscheint. Wenn das Event gut war, wird die Person es mit Sicherheit zugetragen bekommen und sich beim nächsten Mal bestimmt wieder Zeit nehmen.

Verhöre über Privates

Die Trennung von Beruf und Privatleben handhabt jeder anders – dass sie eine sinnvolle Sache ist, hat inzwischen aber fast jeder akzeptiert. Manche nutzen gern die Mittagspause als Therapiesitzung, andere möchten ihren komplizierten Beziehungsstatus lieber nicht zum Gesprächsthema machen. Ihr Leben, ihre Entscheidung. Und genau darum geht es.

Wenn sich jemand dafür entscheidet, gewisse Dinge lieber nicht preiszugeben, sollte man – als Mensch im Allgemeinen und als Vorgesetzter im Besonderen – nicht ständig nachbohren und auf Informationen beharren. Neugier hin oder her, deutlicher kann man mangelnden Respekt kaum vermitteln.

Schon manch ein Teamleiter ist über das Ziel „Stärkung des Teamzusammenhalts durch eine persönliche Ebene“ hinausgeschossen. Das Prinzip an sich ist zwar absolut nicht verkehrt – aber erzwingen kann man es nicht. Ganz im Gegenteil: Fühlen sich Mitarbeiter gedrängt und verpflichtet dazu, über Privates zu sprechen, wird das dem Betriebsklima mit Sicherheit mehr schaden als nützen. Ein wenig Feingefühl für die Grenzen zwischen Interesse und Aufdringlichkeit ist angesagt – und die Wahrung dieser Grenzen natürlich ebenso.

Selbst- und Fremdeinschätzung in der Gruppe

An sich ist das Prinzip der Selbsteinschätzung eine sinnvolle Sache – schliesslich wird man dadurch gezwungen, seine eigene Leistung und Arbeitsweise zu reflektieren und auch mal kritisch zu betrachten.

Für das persönliche Mitarbeitergespräch kann es also durchaus geeignet sein – bei „Bewertungsrunden“, in denen Mitarbeiter sich selbst und Kollegen einschätzen sollen, sind Chaos und Stress hingegen vorprogrammiert. Denn was passiert hier? Die einen fragen sich wahrscheinlich, ob der Vorgesetzte vielleicht einfach keine Ahnung hat, wer was leistet. Manch einer ergreift diese Chance, um seine eigene Bewertung nach oben zu korrigieren, wovon sich wiederum andere herabgewertet fühlen … Es ist nicht zu übersehen, dass sich hier ein Fass ohne Boden auftun kann.

Im Sinne aller und des allgemeinen Friedens gilt hier also: Feedbacks und Bewertungen sind unter vier Augen am besten aufgehoben.

Unangenehme Aufgaben abgeben

Delegieren ist vielleicht das Wichtigste, was eine Führungskraft lernen muss. Schliesslich kann und sollte man nicht alles selber machen. Doch man kann es auch übertreiben.

Man darf nie vergessen, dass man als Vorgesetzter neben der „Befehlsgewalt“ vor allem auch eine Vorbildfunktion hat. Auch mal bei Aufgaben mit anzupacken, die normalerweise in einen anderen Arbeitsbereich fallen, wenn Not am Mann ist, ist genau so richtig und wichtig, wie zusammen mit dem Team länger zu bleiben, wenn etwa ein Projekt noch dringend fertiggestellt werden muss. Frei nach Kant: Stelle nur Ansprüche an deine Mitarbeiter, die du auch an dich selber stellst (und erfüllst)!

Diese offenen Stellen könnten dich interessieren:

Waadt

We are looking for a bilingual French-English Young Graduate looking for a first experience in HR, for a full time position.

Adliswil

Mitarbeiter Operations & IT Governance 80-100% (m/w)