Coworker boss
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Wie man zuverlässigen Mitarbeitern (unbewusst) das Leben schwer macht

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11 März 2016 um 11:55

Zuverlässige Mitarbeiter, die nie eine Deadline verpassen, top Ergebnisse erzielen und dabei niemandem auf die Nerven gehen, weil sie immer selbstständig arbeiten, sind wie ein Sechser im Lotto für jeden Arbeitgeber. Und den will man natürlich behalten.

Ach, zuverlässige Mitarbeiter: Man weiss, dass wichtige Aufgaben bei ihnen in guten Händen sind, der Kontakt zu Kunden stets reibungslos verläuft und sie ihre Zeit perfekt managen, um jede Deadline einzuhalten. Sie beschweren sich so gut wie nie, sondern geben höchstens konstruktives Feedback , verbreiten keine schlechte Stimmung und bleiben professionell – auch wenn die Zeit drängt oder unangenehme Aufgaben anstehen.

Mädchen für alles?

Und diese Mitarbeiter können noch weit mehr, als einfach nur Aufgaben perfekt zu erledigen. Bei spontanen Zusatzprojekten, Änderungswünschen eines Kunden o.ä. sind sie die erste Adresse für den Vorgesetzten – denn man kann nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung an sie delegieren.

Es gibt ein neues Teammitglied, das unsicher ist und noch nicht so richtig weiss, wie es seinen Job erledigen soll? Stellen wir ihm doch unsere Wunderwaffe an die Seite! Eine bessere Hilfestellung und Wissensvermittlung wird man kaum finden. Wenn der erfahrene, fähige Mitarbeiter dem anderen über die Schulter schaut, ihn berät und seine Fragen beantwortet, wird dieser sich schon bald auch allein bestens zurechtfinden.

Nicht alles, was leicht aussieht, ist es auch

Und damit sind wir auch schon beim Problem an der Sache: Sehen diese kompetente Mitarbeiter ihre Rolle im Team genauso rosarot wie ihr Vorgesetzter? Das darf bezweifelt werden.

Nur weil man sich nicht beschwert, heisst das noch lange nicht, dass der Druck aufgrund des dauerhaft hohen Arbeitspensums nicht enorm ist. Auch wenn es von aussen so aussieht, als würde jemand alles mit links erledigen: Selbst der beste Mitarbeiter liefert keine durchgehend guten Ergebnisse ohne viel Aufwand und harte Arbeit. Die Aufgabe des Vorgesetzten ist also, den Einsatz des Mitarbeiters nicht zu unterschätzen und ihn vor allem nicht dauerhaft so sehr auszulasten, dass er „ausbrennt“.

Auch die eigene Erwartungshaltung sollte man regelmässig auf den Prüfstand stellen: Dass besonders gute Leistungen die Messlatte hochlegen, ist ganz normal. Doch sollte man darauf achten, sie nicht zu hoch werden zu lassen und irgendwann kaum weniger als die Perfektion zu erwarten. Auch ein Top-Mitarbeiter ist nur ein Mensch mit begrenzten Kapazitäten, Zeit und Energiereserven – und ein sehr hoher Standard unmöglich dauerhaft zu halten.

Und dann sind da noch die Kollegen, für deren Fragen die Supermitarbeiter möglichst immer parat stehen sollen. Eine nicht zu unterschätzende Zusatzbelastung – die sich wahrscheinlich nicht auf der Lohnabrechnung widerspiegelt.

Leistungen richtig bewerten

Es ergibt durchaus Sinn, solch zuverlässigen Mitarbeitern verantwortungsvolle und ausreichend viele Aufgaben zuzusprechen. Dabei sollte man ihre Leistungen immer auch honorieren – und nicht nur mit ihren eigenen, sondern auch mit denen anderer Mitarbeiter in ähnlichen Positionen vergleichen. So bleibt eine angemessene Wertschätzung möglich. Denn egal, wie leicht jemandem die Arbeit von der Hand geht: Selbstverständlich ist das nicht.

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