Black and white interview
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4 Interview-Fragen, die niemand mehr stellen sollte

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14 März 2016 um 12:45

Das klassische Bewerbungsgespräch dauert in etwa eine Stunde. Nicht besonders viel Zeit für ein echtes Kennenlernen – wohlgemerkt von beiden Seiten. Warum werden also immer noch die gleichen alten Fragen gestellt?

Es ist zwar bequem, auf einen festen Fragenkatalog zurückzugreifen. Allerdings darf sich niemand wundern, wenn auf Standardfragen entsprechend oft gelernte Standardantworten gegeben werden. Zielführend und aufschlussreich geht anders. Unsere Top 4 der Fragen, die den Ruhestand verdient haben.

„Welches ist ihre grösste Schwäche?“

Seien wir ehrlich:Niemand beantwortet diese Frage aufrichtig, sondern hat sich eine Schwäche herausgepickt, die gar keine ist oder zumindest ganz charmant und sympathisch rüberkommt. Herr Mustermann ist gerne einmal unpünktlich und schroff? Dann wird daraus im Bewerbungsgespräch gerne ein „Ich bin oft etwas zu überengagiert und zu zielstrebig.“

Dass das nicht stimmt oder hier zumindest einiges schönformuliert wurde, das weiss der Interviewer ebenso gut wie Herr Mustermann selbst. Auch wenn der Informationsgehalt also gleich null und die Zeitverschwendung gleich 100 ist, können sich viele Personaler einfach nicht von dieser Frage trennen. Schluss damit! Eine ernsthafte Analyse persönlicher Schwächen gehört vielleicht in die Psychotherapie, aber sicher nicht ins Bewerbungsgespräch.

„Wodurch heben Sie sich von den anderen Kandidaten ab?“

Natürlich will man den besten Kandidaten finden. Diese Frage ist dabei aber leider wenig hilfreich. Schliesslich kennt er die anderen Bewerber nicht. Er weiss nicht, wie viele Konkurrenten es gibt, woher sie kommen und was sie können. Wie soll er also auf diese Frage reagieren? Mit Selbstbeweihräucherung, in der Hoffnung, dass der ausschlaggebende Punkt dabei ist? Wohl kaum. Vielleicht lässt sich so sehen, wie gut sich jemand verkaufen kann. Den Vergleich zu den anderen Kandidaten kann aber nur einer anstellen: Der Interviewer selbst.

„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“

Manche Personaler glauben, dass Kandidaten mit ausgefeilten Karriereplänen die bessere Wahl für einen Job sind, weil sie allgemein zielorientierter und organisierter sind. Ausserdem hoffen sie, erkennen zu können, ob jemand gewillt ist, sich langfristig an das Unternehmen zu binden oder nicht. Schön und gut. Das Problem: Nur weil jemand vorhat (oder dies vorgibt), länger in der Firma zu bleiben, heisst das noch lange nicht, dass er nicht trotzdem seine Sachen packt, wenn ein verlockendes Angebot um die Ecke kommt. Und wenn ein Kandidat mit dem perfekten Plan plötzlich völlig überfordert und panisch wird, wenn wie so oft alles anders kommt, ist dem Unternehmen auch nicht geholfen. Umgekehrt gibt es keinen Grund, aus dem ein spontaner Mensch, der für alles offen ist und die Dinge gern auf sich zukommen lässt, kein wertvoller und loyaler Mitarbeiter sein sollte.

„Wenn Sie XY (ein Tier, ein Kleidungsstück, eine geschichtsträchtige Person) sein könnten, welche(s) wären Sie?“

Fragen dieser Art sind nicht hilfreich, sondern kindisch. Die Küchenpsychologie, die sich dahinter verbirgt, reicht nicht ansatzweise aus, um einen Bewerber als passende oder unpassende Wahl für eine Stelle zu identifizieren. Auch der Spassfaktor ist ein schwaches Argument für Fragen wie diese: So unterhaltsam es auch sein mag, die knappe Zeit im Vorstellungsgespräch will besser investiert sein.

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