Bad question
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14 März 2016 um 12:56

Wer im Jobinterview die Spreu vom Weizen trennen will, der sollte sich genau überlegen, welche Fragen es wert sind gestellt zu werden – und welche nicht. Immerhin sollen die entsprechenden Antworten in kürzester Zeit Auskunft über die Eignung des Kandidaten geben.

Wie in allen anderen Unternehmensbereichen auch ist „Das machen wir schon seit Jahren so“ allein nicht Grund genug, Dinge beizubehalten. Die folgenden 6 Fragen sind – wenn man sich mal die Zeit nimmt, darüber nachzudenken – kaum zielführend und sollten besser nicht mehr gestellt werden.

1. „Warum haben Sie so oft den Job gewechselt?“

Natürlich wird man aufmerksam, wenn ein Bewerber in den letzten Jahren Jobhopping betrieben hat – schliesslich ist es nicht unwahrscheinlich, dass man es hier mit einem sehr sprunghaften Kandidaten zu tun hat. Will man dem Ganzen auf den Grund gehen, bringt es allerdings in den seltensten Fällen etwas, diese viel zu generelle Frage zu stellen. Manch ein Bewerber fühlt sich dadurch in die Ecke gedrängt und geht in Verteidigungshaltung – was eindeutig nicht Sinn und Zweck der Sache ist. Besser: Gezielt nachfragen, warum einzelne Positionen aufgegeben wurden und auf dieser Grundlage im Nachhinein die Gesamtsituation beurteilen.

2. „Welche Erfolge würden Sie sich für das erste Jahr in unserem Unternehmen vorstellen?“

Fragen dieser Art sind durchaus sinnvoll, wenn man herausfinden will, ob der Kandidat verstanden hat, worum es im Rollenprofil genau geht und welche Aufgaben ihn erwarten werden. Allerdings gibt es einen Haken: Fehlt dem Bewerber dieses Gesamtbild, muss das nicht automatisch bedeuten, dass er schlecht vorbereitet oder schwer von Begriff ist – sondern möglicherweise, dass die Stellenausschreibung nicht klar und aussagekräftig genug war. Es liegt vor allem am Unternehmen, den Kandidaten klar zu machen, was von ihnen erwartet wird und welche Zielsetzungen es geben wird.

3. „Zu welchem Zeitpunkt ihres Lebens waren sie am zufriedensten?“

Manch einer mag auf Fragen dieser Art inspirierende Antworten erwarten, die etwas über die Geisteshaltung, Prioritätensetzung und Arbeitsmoral des Bewerbers zu erkennen geben; den meisten Kandidaten (besonders unerfahrenen, jungen Talenten) fällt es allerdings sehr schwer, hier eine sinnvolle Antwort finden. Deshalb (und auch, weil hier kaum bis gar kein Bezug zur Jobrolle vorhanden ist) sollte von Fragen wie diesen abgesehen werden. Die Zeit ist zu kostbar, um Dinge zu erfragen, die kaum Rückschlüsse auf die Eignung des Kandidaten zulässt.

4. „Wenn Sie mit ihrem Job zufrieden sind – was für ein Angebot müsste kommen, um sie dazu zu bewegen, die Firma zu wechseln?“

Mit dieser Frage soll aus dem Kandidaten herausgekitzelt werden, ob Geld für ihn die Haupt-Motivationsquelle im Job ist. Aber hat dieses Vorhaben Chance auf Erfolg? Welcher Kandidat würde in dieser Situation tatsächlich zugeben, dass ihn eine höhere Bezahlung zum Wechsel bewegen würde? Wohl kaum einer. Also die wertvolle Zeit lieber mit sinnvolleren Fragen füllen!

5. „Wer ist ihr Vorbild und warum?“

Fragen, die an Poesiealben aus der dritten Klasse erinnern, werden immer wieder in Vorstellungsgesprächen ausgepackt – Schluss damit! Mit diesen Fragen kann nicht viel bewirkt werden. Die meisten Kandidaten werden irgendjemanden aus der Familie oder dem Freundeskreis nennen, ein paar nette Worte dazu liefern – und wieder wurden wertvolle Minuten vergeudet, in denen man die Chance gehabt hätte, herauszufinden, ob der Bewerber zum Job passt oder nicht. Wer wirklich so grosses Interesse daran hat, persönliche Details in Erfahrung zu bringen (denn dass sie interessant sind, wird niemand bestreiten), kann den Small-Talk im Anschluss bei einem Kaffee vertiefen.

6. „Welche Dinge machen Ihnen keinen Spass?“

Bügeln? Fenster putzen? Früh aufstehen?. Welche Antwort soll man hier schon erwarten? Wenn man herausfinden möchte, welche jobspezifischen Aufgaben vom Bewerber weniger gerne gesehen werden, dann sollte man konkret danach fragen und keine viel zu generellen, schwammigen Fragen stellen.

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