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Von Jobhoppern und treuen Seelen: Was Stellenwechsel über einen Bewerber aussagen

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16 März 2016 um 12:02

Es gibt Bewerber, die nahezu ihr ganzes Berufsleben in einem einzigen Unternehmen verbracht haben. Dann sind da diejenigen, die sich scheinbar halbjährlich zu neuen Ufern aufmachen, und wieder andere liegen mit ihrer Wechselfreude irgendwo dazwischen.

Die Motivation und Hintergründe für Jobwechsel sind natürlich nahezu so vielfältig und individuell wie die Persönlichkeiten der Bewerber. Nichtsdestotrotz kann die Häufigkeit der Stellenwechsel eine ganze Menge Aufschlüsse über einen Kandidaten geben.

Der Jobhopper

Bei manchen Bewerbern verliert man beim Blick auf den meterlangen Lebenslauf fast die Übersicht, weil sie so häufig ihren Arbeitgeber gewechselt haben. Die unausgesprochene Regel, dass man bei einem Unternehmen mindestens ein Jahr angestellt sein sollte, bevor man sich wieder neu orientiert, ist zwar durchaus in den Köpfen verankert – dennoch gibt es eine Vielzahl an plausiblen Gründen für einen raschen Jobwechsel. Auch wenn bei vielen Personalern hier schnell die Alarmglocken angehen und „sprunghaft und bindungsunfähig!“ schreien, sollte man hier auf jeden Fall nachhaken, bevor man den Kandidaten auf die Absageliste setzt.

Vielleicht neigt der Bewerber dazu, chronisch unterfordert oder schnell gelangweilt zu sein und vorherige Arbeitgeber haben sein Potenzial nicht ausgeschöpft. Womöglich hat er oder sie auch den Job gewechselt, weil ein Umzug aus privaten Gründen anstand oder der (vermeintliche) Traumjob gerufen hat. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass häufige Jobwechsel durchaus auch für Flexibilität und die Suche nach neuen Herausforderungen stehen können – nicht die schlechtesten Eigenschaften eines Mitarbeiters.

Der Typ „Zweijahresrhythmus“

Viele Arbeitnehmer haben eine beachtliche Regelmässigkeit in ihren Jobwechseln – nur sind die Abstände länger als beim Typ „Jobhopper“. Was also veranlasst Menschen dazu, alle anderthalb bis zwei Jahre nach einem neuen Job Ausschau zu halten? Die meisten Bewerber, die regelmässig, aber nicht allzu häufig ihren Job wechseln, sind meistens schlichtweg karriereorientiert. Schaut man sich ihre Positionen genauer an, sieht man häufig, dass sich diese Kandidaten mit jeder Stelle verbessert haben und so auf der Karriereleiter stringent nach oben steigen. Für diesen Typ ist es besonders interessant, welche Lern-, Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sich ihm im Unternehmen bieten – und ob er hier die Chance bekommt, auf eine Führungsposition zuzusteuern.

Der Bindungstyp

Schliesslich gibt es noch das krasse Gegenteil zum Job-Hopper: Der Bewerbertyp, der (fast) sein gesamtes Berufsleben lang bei einem Unternehmen geblieben ist. Das spricht zum einen für ein hohes Mass an Loyalität und dafür, dass es sich hier um einen Kandidaten handelt, von dem sich ein Unternehmen nicht trennen möchte. Allerdings sollte man sich auch die Frage stellen, wie es um die Flexibilität, Neugier und Risikobereitschaft des Jobsuchenden bestellt ist. Ist er oder sie vielleicht einfach zu bequem, sich etwas Neues zu suchen oder hat der Kandidat schlicht kein Interesse daran, Zeit und Aufwand in seine Karriere zu investieren? Und wird es ihm möglichweise schwerer fallen als anderen, sich in ein neues Team, eine neue Kultur und neue Arbeitsweisen und -prozesse einzufinden? Auch hier gilt: Gezielte Fragen im Jobinterview sollten Aufschluss geben.

Ganz grundsätzlich sollte man sich also bewusst sein, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt – und besonders bei auffälligen Werdegängen (in welche Richtung auch immer) sollte man nachfragen, bis man einen guten Eindruck davon hat, welche Seite bei einem Bewerber überwiegt.

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