Black and white interview
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Vorsicht, Raster! Wie du passende Kandidaten jenseits des Jobprofils erkennst

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17 März 2016 um 17:44

Der richtige Kandidat für eine offene Stelle ist derjenige, der alle Voraussetzungen erfüllt? Jein. Oft sind es sogar die besonders ausgeklügelten Jobprofile, die jene Bewerber abschrecken, die eben nicht hinter alle Anforderungen ein Häkchen setzen können – aber in der Position voll aufgehen würden.

Mehr als schade, wenn einem der perfekte Kandidat durch die Lappen geht, nur weil er einen ungewöhnlichen Werdegang hat. Aber wie kann man das verhindern? Man muss Geduld mitbringen und seine Nase für gute Bewerber trainieren. Ja, man kann lernen, auf ungewöhnliche Talente, Skills und Erfahrungen zu schauen und zu hören, die man im hektischen HR-Alltag sonst nur allzu leicht übersieht. Was ist also wirklich wichtig für den ausgeschriebenen Job und wer könnte das gewisse Etwas mitbringen?

1. Lies die Unterlagen gründlich

Egal ob Anschreiben, CV oder sonstige Unterlagen: Es lohnt sich, genau hinzuschauen – und nicht gleich zur nächsten Bewerbung überzugehen, nur weil ein Titel oder eine Erfahrung fehlt. Schau genau hin, welche Skills und Stärken in den Unterlagen sichtbar werden. Ein cleverer Bewerber wird diese herausarbeiten und sich nicht nur darauf verlassen, dass seine Abschlüsse und ehemaligen Positionen allein die Geschichte für ihn erzählen.

2. Achte auf Selbstreflexion

Wie gut kennt sich der Kandidat? Kann er seine Stärken und Grenzen einschätzen? Selbstreflexion und -erkenntnis sind essenzielle Eigenschaften eines jeden Mitarbeiters. Besonders wenn man einen neuen Job antritt und vor neuen Herausforderungen steht, ist es wichtig, die eigenen Fähigkeiten korrekt einschätzen zu können – unter anderem, um zu wissen, wann man Unterstützung braucht, um Probleme nicht anzuhäufen, sondern so schnell und effektiv wie möglich anzugehen.

Besonders bei Bewerbern mit ungewöhnlichem Background ist es ratsam, genau hinzuhören: Sie sollten dir nicht das Blaue vom Himmel versprechen, nur um den Job zu bekommen, sondern genau und realistisch identifizieren können, was sie besonders gut können und wo es noch Luft nach oben gibt.

3. Nutze Verhaltensfragen

Ein Bewerber hat rein formal gesehen nicht den Hintergrund, der eigentlich für die Stelle gesucht wird? Das muss nicht unbedingt einen Nachteil darstellen – wenn er das richtige Talent mitbringt. Stell dem Kandidat im Gespräch Fragen, die auf sein Verhalten abzielen: Zum Beispiel, wie er in einer bestimmten Situation Stärken demonstrieren konnte, die man auch im betreffenden Job benötigt. Wenn er mit Anpassungsfähigkeit und Kreativität brilliert, lohnt es sich auf jeden Fall, ihn in der engeren Auswahl zu behalten!

4. Hör auf Empfehlungen

(Ehemalige) Kollegen, Chefs oder Bekannte aus dem Ehrenamt: Wer auch immer schon einmal mit dem Bewerber zusammengearbeitet hat, wird dir mit Sicherheit weiterhelfen können, wenn es darum geht, zu bewerten, ob er trotz fehlender Qualifikationen eine gute Wahl wäre. Schau dir Empfehlungsschreiben immer ganz genau an und achte besonders darauf, wie die Stärken des Kandidaten beschrieben werden. Und falls du nochmal persönlich nachfragst: Erläutere das Jobprofil, für das sich der Bewerber interessiert, ausführlich – und frag ganz direkt, ob sich die Person vorstellen könnte, dass der Kandidat gut dazu passt.

5. Such nach Lernbereitschaft

Möglicherweise der wichtigste Punkt von allen: Denn ein Kandidat, der auf dem Papier alle Anforderungen erfüllt, aber in seiner Herangehensweise festgefahren ist, ist vermutlich ungeeigneter als einer, der unerfahrener ist, sich dafür aber spielend leicht Neues aneignet.

Lass den Bewerber also zum Beispiel von einer Situation erzählen, in der er eine neue Fähigkeit gelernt hat: War er enthusiastisch und motiviert? Ist er am Ball geblieben, bis er die Aufgabe gemeistert hat? So findest du heraus, ob jemand nicht nur Skills angesammelt hat, sondern auch bereit ist, sich stetig weiterzuentwickeln.

Ungewöhnliche oder unerfahrene Bewerber in Betracht zu ziehen, erfordert einen Vertrauensvorschuss – mal ist der kleiner, mal grösser. Aber genau hinzusehen und die (zunächst unsichtbaren) Verbindungslinien zwischen dem Kandidaten und der Stelle zum Vorschein zu bringen, kann sich für dein Unternehmen sehr auszahlen!

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