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Vorstellungsgespräch: Fragen für den „EQ-Test“

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19 Apr 2016 um 16:59

Emotionale Intelligenz ist sehr wichtig für nahezu jede Position – und nichts, was man mal eben messen kann. Eine Einschätzung des EQs eines Bewerbers sollte dennoch zu den Zielen eines Vorstellungsgespräches zählen: Denn er hat grossen Einfluss auf die Interaktion mit Team und Kunden.

Natürlich sind Fragen zu Qualifikation und Motivation eines Bewerbers nach wie vor ein Muss. Da der EQ diesen Faktoren an Bedeutung in nichts nachsteht, solltest du mal darüber nachdenken, auch Fragen in diese Richtung einzubauen. Hier ein paar Vorschläge.

„Erzählen Sie mir von einem Tag, als im Büro alles schief gelaufen ist.“

Starte hier ruhig mit einem Beispiel aus deinem eigenen Berufsleben. Das gibt dem Kandidaten eine Vorstellung davon, welche Art von Situation das zum Beispiel sein könnte – und ermutigt ihn zu einer authentischen Darstellung. Viel mehr als um die Situation selbst geht es hierbei natürlich um die Art, wie der Bewerber sich verhalten hat. Hat er direkt nach Lösungsstrategien gesucht und sie angewandt – oder lässt sich an seinen Schilderungen erkennen, dass er die Schuld eher bei anderen gesucht und sich in seine schlechte Laune zurückgezogen hat? Ein guter Kandidat besitzt die Fähigkeit, auch mit unvorhersehbaren Situationen flexibel und konstruktiv umzugehen, professionell zu bleiben und sich nicht schnell aus der Bahn werfen zu lassen.

„Erzählen Sie mir von einem Kollegen, mit dem Sie besonders gut ausgekommen sind – und warum das Ihrer Meinung nach so war.“

Beziehungen sagen viel über Menschen aus. Ebenso, wie sie diese selbst wahrnehmen. Achte bei den Worten des Bewerbers darauf, wie es um seine Selbstreflexion bestellt ist und was genau er an anderen schätzt. Humor ist dabei ein gutes Indiz dafür, dass die Geschichte nicht erfunden ist. Je humorvoller und informeller die Schilderungen des Kandidaten sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie der Wahrheit entsprechen.

„Was stört Sie am meisten an anderen Menschen?“

Anstatt diese Frage direkt zu stellen, kann man auch mit einer kleinen Anekdote beginnen – beispielsweise, welches Familienmitglied oder welcher Kollege eine Angewohnheit hat, die den Bewerber nervt. Ein cleverer Kandidat wird hier zwar nicht in die Falle tappen, gnadenlos über eine andere Person herzuziehen. Doch auch eine diplomatische Antwort verrät es einiges darüber, wie der Bewerber andere Menschen und die Effekte von Verhaltensweisen auf andere Personen wahrnimmt und bei welchen Persönlichkeitsmerkmalen er Prioritäten setzt.

„Was können Sie mir beibringen?“

Diese Frage wird den Bewerber vermutlich erstmal ein bisschen aus dem Konzept bringen – und das ist gut so. Während der Kandidat etwas erklärt, sollte man selbst ruhig Detailfragen stellen und ihn dabei gut beobachten: Wirken sein Tonfall oder seine Körpersprache frustriert oder genervt? Ist er in der Lage, Dinge klar und verständlich darzustellen – und seinen Ansatz zu verändern, wenn er merkt, dass man ihm nicht folgen kann? Eine Person mit hohem EQ teilt gerne ihr Wissen und besitzt sehr gute Kommunikations-Skills, um es gut und seinem Gegenüber entsprechend zu verpacken.

„Wenn Sie ein eigenes Unternehmen leiten würden, welche Art von Mitarbeitern würden Sie einstellen und warum?“

Auf diese Weise kann man mehr darüber erfahren, welche Persönlichkeiten und welche Teamzusammenstellung ein Bewerber bevorzugt und welche Fähigkeiten er als besonders wichtig einschätzt. Ist er eher ein Teamplayer oder schätzt er das unabhängige Arbeiten? Bevorzugt er ein vielfältiges Team oder hat er einen „Typen“? Liegt sein Augenmerk mehr auf Erfahrungen und nachweislichen Erfolgen oder auf Soft Skills?

Je mehr man vom klassischen Bewerbungsgespräch abweicht – das ja vor allem darauf abzielt, die überprüfbare Qualifikationen und Erfahrungen abzufragen –, desto eher stösst man auf Anzeichen emotionaler Intelligenz. Dazu muss man ein bisschen kreativ werden – etwa indem man hypothetische Fragen stellt oder eigene Erfahrungen mit ins Gespräch einfliessen lässt. Natürlich sind hier nahezu unendlich viele Fragen möglich; in jedem Fall helfen sie höchstwahrschienlich dabei, den wirklich passenden Kandidaten auszumachen.

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