Hieroglyphs slave bringing coffee
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Büro Netiquette – Ist es OK den Praktikanten Kaffee kochen zu lassen?

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10 Aug 2016 um 10:19

In einem Büro, in dem es drunter und drüber geht, ist ein Praktikant immer gern gesehen. Ein extra Paar Augen, zwei Hände und ein Gehirn mehr im Team können bei der Lösungsfindung und Bearbeitung von Aufgaben nicht schaden. Doch ist es auch in Ordnung, Praktikanten als Laufburschen zu missbrauchen? Diese Frage stellen sich Manager immer wieder und auch wenn man sich seine Sporen erst verdienen muss, sind klare Anweisungen der Schlüssel zum Erfolg bei der Integration von Praktikanten im Team. Fangen Anweisungen also beim Kaffeekochen an oder sollte man diese Kleinigkeiten doch lieber selber erledigen?

Die Antwort, ein klares „Jein

Manchmal ist die Zeit knapp, du bekommst hohen Besuch, der Meetingraum muss eingedeckt und Kaffee gekocht werden. In solchen Momenten ist es absolut in Ordnung, den Praktikanten um diese Aufgaben zu bitten. Behalte immer im Hinterkopf, dass dies nicht der Grund dafür ist, warum er eingestellt wurde. Praktika sind dazu da, einen realistischen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen, Erfahrungen zu sammeln und sich zu orientieren. Kaffeekochen oder Toilettenpapier holen sind höchst wahrscheinlich Aufgaben, mit denen sich kein Millennial auf lange Sicht identifiziert. Da die meisten Interns noch relativ wenig eigene Berufserfahrung mitbringen, hält man die Verantwortung logischerweise gering. Trotzdem sollte klar festgelegt werden, welches Wissen man im Laufe der Praktikumszeit erwirbt und dass es ab und zu passieren kann, dass man für Aufgaben losgeschickt wird, die nicht unmittelbar etwas mit der Stellenbeschreibung zu tun haben. Transparenz heisst das Schlüsselwort und solche „Botengänge“ sollten die Ausnahme, nicht aber die Regel sein. Wenn du selbst keinen passionierten Kaffeekoch als Personal Assistent hast, dann sei dir geraten die morgendliche Tasse einfach selbst zuzubereiten.

Feedback und ein respektvolles Miteinander sind unabdingbar

Man lernt durch Fehler, das Ausprobieren oder durch ein gutes Vorbild. All diese Komponenten sollten jedem Praktikanten zur Verfügung gestellt werden, damit ihm die Zeit im Unternehmen auch nachhaltig etwas bringt. Nicht wenige Praktikanten bleiben dauerhaft bei einem Arbeitgeber, wenn die Verhältnisse zufriedenstellend und der Lernprozess bereichernd ist. Die Investitionen können sich daher fürs Unternehmen lohnen, vermassele es also nicht, indem du einem hellen Köpfchen nur stupide Aufgaben zuteilst. Niemand erwartet, dass der Praktikant gleich am zweiten Tag wichtige Verhandlungen mit langjährigen Kunden führt, aber es kann durchaus hilfreich sein, mal in solche Termine hinein zu schnuppern, sofern der Kunde keine Einwände hat. In der Regel sagt man, dass Neulinge in der Firma erstmal über- statt unterfordert sein sollten. Dieser Zustand stellt sich aufgrund der vielen neuen Eindrücke wahrscheinlich sowieso ein, doch dafür als Ausgleich den Lunch fürs gesamte Büro vom Praktikanten holen zu lassen ist wahrscheinlich keine so gute Idee. Denk an deine Anfänge und wie du dich damals gefühlt hast. Trotz deiner mehrjährigen Berufserfahrung ist das kein Grund auf jemanden hinabzublicken. Die Begegnung auf Augenhöhe ist entscheidend und zwar nicht nur beim CEO sondern auch bei jedem Trainee, Young Professionell oder eben Praktikanten.

Jeder Praktikant sitzt in der Regel mindestens genauso lange im Büro wie anderen Mitarbeiter mit einer Vollzeitstelle. Die Integration ins Team ist daher unabdingbar und entscheidend dafür, wie sich ein Praktikant in deiner Abteilung entwickelt. Insbesondere junge Hochschulabsolventen oder Studierende bringen ganz neue, innovative Ideen mit an den Arbeitsplatz. Es lohnt sich auf jeden Fall ein offenes Ohr zu haben und trotz der geringen Berufserfahrung die Meinung der Praktikanten wertzuschätzen und ihnen Gehör zu schenken. Klassifiziere nicht jeden jüngeren Mitarbeiter mit dem Stempel „Grün hinter den Ohren und nur zum Kaffeekochen gut“, sondern nutze die Chance eines jungen Kollegen, der wissbegierig und lernwillig ist.

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