Lebenslauf cv illustration
Lebenslauf cv illustration
Max by
08 Juni 2015 um 16:21

Dein Foto und dein Anschreiben können die Perfektion sein – wenn dein Lebenslauf Mist ist, kannst du den Job vergessen. Eine Patentlösung für den Lebenslauf gibt es leider nicht (das wäre ja auch zu einfach). Dennoch gibt es einige allgemeine Richtlinien, an denen du dich orientieren kannst – und solltest.

Das Layout: Was gut aussieht, wird auch angesehen

Seien wir ehrlich: Auch wenn es im Endeffekt auf die inneren Werte ankommt, entsteht der erste Eindruck nun mal über die Optik. Ja, auch beim Lebenslauf alias Curriculum Vitae (CV).

Das Wichtigste ist die Übersichtlichkeit: Wenn der Personaler nicht innerhalb von Sekunden die relevantesten Punkte findet, bist du raus. Das Layout sollte also in erster Linie einheitlich und klar sein sowie genug freien Platz lassen. Ansonsten liegt die Gestaltung ganz bei dir, solange du nicht übermäßig kreativ und bunt wirst. Der ein oder andere Akzent, etwa eine farbige Trennlinie zwischen zwei Abschnitten, ist jedoch absolut okay.

Beim Schriftbild entscheidest du dich am besten für schlichtes Schwarz, die Schriftgröße 12 und eine klare, schnörkellose Schrift wie Calibri oder Helvetica, die problemlos gelesen und der Lebenslauf so gut überflogen werden kann. Ist er etwas länger geraten, kannst du auch bis Schriftgröße 10 runtergehen – noch kleiner geht aber wirklich gar nicht! Kürze im Zweifelsfall lieber den Inhalt, um Platz zu schaffen.

Bewirbst du dich um einen Job im kreativen Bereich, kannst du ruhig auch ein bisschen mehr Gas geben und deine Unterlagen entsprechend gestalten. Insbesondere für die Branchen Grafik- und Mediendesign kann dies Pluspunkte bringen. Für alle anderen Bereiche gilt: Mit einer schlichten, klar strukturierten Bewerbung bist du auf der sicheren Seite.

Der Aufbau: Kurz, klar, relevant

Dein Lebenslauf sollte idealerweise nur eine, auf keinen Fall mehr als zwei Seiten umfassen. Prüfe immer wieder, was wirklich notwendig ist und was du streichen kannst. Einem Personalchef in der Pharmaindustrie ist es herzlich egal, in wie vielen Kneipen du gekellnert hast. Hingegen kann die Gastronomie-Erfahrung sehr hilfreich sein, wenn du dich im Hotelgewerbe bewirbst. Unabhängig vom Empfänger gilt immer das Prinzip „Im Zweifel dagegen“: Jede unnütze Information ist Ballast und spricht eher gegen als für dich.

Ob du beim Aufbau chronologisch vorgehen möchtest oder lieber auf die im englischsprachigen Raum geläufige Variante setzt, steht dir völlig frei. Bei letzterer werden die aktuellsten Tätigkeiten zuoberst genannt, somit steht die Berufserfahrung bzw. das Studium hier klar im Fokus. Auch wenn jeder Personalchef seinen eigenen Favoriten hat, sollte deine Bewerbung keinesfalls am Aufbau des Lebenslaufs scheitern, wenn Inhalt, Fähigkeiten und Strukturierung stimmen.

Klassischerweise werden deinem CV am Ende noch Datum und Unterschrift hinzugefügt. Bei einer Bewerbung per E-Mail ist dies nicht notwendig. Wenn du magst, kannst du den Lebenslauf mit deiner Unterschrift aber natürlich auch einscannen.

Fakten auf den Tisch: Was in den Lebenslauf muss – und was nicht

Als Erstes werden die persönlichen Informationen genannt. Dazu gehören: - Name und vollständige Adresse mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse - Geburtsdatum und –ort

Optional angeben kannst du: - Familienstand und Anzahl der Kinder, falls vorhanden - Nationalität

Hier solltest du berücksichtigen, welche Schlüsse der Arbeitgeber aus deinen Angaben ziehen könnte: Bist du verheiratet ohne Kinder, könnte er beispielsweise damit rechnen, dass in absehbarer Zeit Nachwuchs ansteht. Lass deinen Familienstand im Zweifelsfall einfach weg.

Auch bei der Nationalität heißt es Abwägen: Die Angabe ist keine Pflicht, kann aber von Vorteil sein. Wenn du zum Beispiel die Schweizer Nationalität, aber einen exotischen Namen hast, ist die Angabe unter Umständen sinnvoll – etwa für den Fall, dass der Arbeitgeber die bürokratischen Komplikationen scheut, einen ausländischen Staatsbürger einzustellen.

Angaben, die nicht in den Lebenslauf gehören: - Informationen zu Eltern und Geschwistern sowie deren Berufsstand - Informationen zur Religion, der du angehörst

Dein CV weist im Idealfall keine Lücken auf – (längere) Zeitspannen zwischen beruflichen oder schulischen Beschäftigungen sollten sinnvoll gefüllt sein. Bereite dich ansonsten darauf vor, dass an diesen Stellen nachgehakt wird. Ehrenamtliche Tätigkeiten, Weiterbildungen und Sprachkurse kommen immer gut. Auch wenn du einfach länger auf Reisen warst, kannst du das ruhig angeben – das zeigt, dass du ein offener, interessierter Mensch bist, der keine Angst vor neuen Erfahrungen hat. Optimale Eigenschaften eines neuen Mitarbeiters!

Man kann die alte Predigt nicht genug wiederholen: Prüfe deinen Lebenslauf für jede Bewerbung aufs Neue. Jede Stelle ist anders, und jedes Unternehmen hat ganz eigene Erwartungen und Anforderungen an seine Bewerber. Dementsprechend musst du die Informationen deines Werdegangs bestmöglich anpassen. Stell deine relevanten Erfahrungen heraus und streich Informationen, die für die jeweilige Stelle nicht wichtig sind.

Alle meine Skills: Zeig, was du hast!

Während die Aufmerksamkeit der Personaler bei Berufserfahrenen in erster Linie auf den zuletzt ausgeübten Stellen liegt, ist bei Absolventen das Studium ausschlaggebend. Dass du angibst, wo du was studiert hast, liegt auf der Hand. Die Abschlussnote musst du nicht nennen, außerdem reichst du ja ohnehin dein Zeugnis mit ein. Wenn du einen Wahnsinnsabschluss gemacht hast, schadet die Note dem Lebenslauf aber sicherlich nicht. Wer kann, der kann, und ein bisschen Protzen darf ruhig sein!

Für den besonders guten Eindruck und die Chance aufs Vorstellungsgespräch sind vor allem zusätzliche Kenntnisse und Erfahrungen wichtig. Einbringen solltest du in jedem Fall relevante Weiterbildungen oder Sprachkenntnisse. Auch Praktika oder Schnupperkurse in Unternehmen sind tolle Referenzen, die unbedingt in deinen Lebenslauf gehören.

Und der Vollständigkeit halber:

Ja, es kann verlockend sein, aber eigentlich versteht sich von selbst: Lügen haben im Lebenslauf nichts verloren. Zum einen, weil es nicht die feine englische Art ist, vor allem aber, weil man alles nachprüfen kann. Wenn der Recruiter sich mit einem ehemaligen Chef oder Praktikumsleiter in Verbindung setzt und dieser etwas völlig anderes erzählt als dein CV, wirst du merken, dass sich das Risiko nicht ansatzweise gelohnt hat.

Steh dazu, wenn du Lücken im Lebenslauf hast oder es phasenweise einfach nicht gut bei dir gelaufen ist. Konzentriere dich stattdessen auf die sinnvollen Dinge, die du in dieser Zeit sicherlich gemacht oder gelernt hast. Mit dieser Ehrlichkeit machst du dich bei deinem Gegenüber sympathisch – ein Pluspunkt, den dir ein Lebenslauf alleine kaum verschaffen kann.

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