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Professional Speed-Dating: Bewerben auf der Jobmesse

09.June 2015 6 Min. Lesezeit Jobsuche

Eine Jobmesse ist eine grosse Kennenlernbörse, auf der sich Unternehmen und Bewerber finden können. Indem du ein paar Tipps befolgst, machst du garantiert eine gute Figur und gehst vielleicht mit einem neuen Job nach Hause – sicher aber mit einigen wertvollen neuen Kontakten.

Jobmessen sind eine gute Gelegenheit, um erste Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen, sich über Karrieremöglichkeiten zu informieren und sich sogar direkt zu bewerben. Ausserdem kannst du dir hier einen Überblick über den aktuellen Arbeitsmarkt und deine Jobchancen verschaffen.

Wenn deine Uni solche Job-Events organisiert, schau erst mal dort vorbei, um regionale Firmen kennenzulernen. Grössere Messen sind in der Regel auf bestimmte Branchen und Fachrichtungen spezialisiert. Falls du eine Messe findest, auf der deine Wunschbranche und/oder deine Studienrichtung vertreten sind, dann nichts wie hin!

Vorbereitung ist die halbe Miete

Auf Jobmessen ist viel los – wenn du das Maximum rausholen willst, solltest du einen Zeitplan mitbringen. Überleg dir dafür zuerst, was du mit deinem Messebesuch erreichen willst: nur Informationen sammeln oder dich gleich bewerben? Mach dir eine Liste, welche auf der Messe vertretenen Unternehmen dich besonders interessieren. Nimm auch das Rahmenprogramm mit, denn oft werden hier kostenlose Lebenslauf-Checks, Beratungen und Vorträge angeboten. Pack dir deinen Plan aber nicht zu voll, sondern kalkuliere für persönliche Gespräche ausreichend Zeitpolster ein.

Ein Tipp speziell für Messe-Neulinge: Geh nicht sofort zum Stand deines Favoriten, sondern sprich zuerst mit Personalern von 2 oder 3 anderen Firmen. Danach bist du entspannter und routinierter im Gespräch.

Recherche: Finde im Vorfeld heraus, ob vertretene Unternehmen Stellen anbieten, die dich interessieren und auf die du die Recruiter am Firmenstand gezielt ansprechen kannst. Mach dich ausserdem schlau, wie sich deine Wunschbranche zurzeit entwickelt.

Gesprächsvorbereitung: Personaler reden sich auf Jobmessen den Mund fusselig und freuen sich über Redepausen – etwa wenn du dich kurz vorstellst. Du kannst einige Sätze über dich, deine Qualifikationen und Karrierepläne vorbereiten. Austauschbare Standardsätze wie „Ich bin motiviert und kreativ“ lässt du aber besser zuhause.

Übe mit Freunden oder Verwandten und bitte deine Übungspartner, dich ehrlich auf Sprachticks wie Nuscheln oder auffällige Wiederholungen von Füllwörtern aufmerksam zu machen. Übe deutliches Sprechen und achte darauf, dass deine Stimme nicht schrill klingt.

Bereite gut durchdachte, präzise Fragen vor, etwa ob dich dein Studienfach für ein Praktikum im Unternehmen qualifiziert – und stell keine Fragen, die dir auch Google beantworten kann! Verknüpf dabei die Fragen mit deinen recherchierten Firmeninfos sowie deinen Qualifikationen und Erfahrungen. Sag auch gern, woher du deine Informationen hast, das zeigt, dass du interessiert bist und dich vorbereitet hast.

Was ziehe ich nur an?

Die Jeans bleibt im Schrank, es ist Zeit für Blazer und Anzug! Natürlich willst du nicht wie ein Konfirmand aussehen, deshalb sollten die Sachen gut sitzen. Trag dein Outfit zuhause zur Probe, damit du dich sicher darin bewegst und nicht dauernd alles zurechtzupfen musst. Die Damen verzichten auf tiefe Dekolletés, Accessoires in schreienden Farben und sehr hohe Absätze. Auch bei Make-Up und Parfum gilt: Weniger ist mehr! Pack dir für den Notfall Ersatzhemd, -bluse oder -strumpfhosen ein – Kaffeeflecken oder Laufmaschen sind für ein selbstsicheres und überzeugendes Auftreten nicht gerade förderlich.

Welche Unterlagen nehme ich mit?

Recherchiere, welche Bewerbungsformen auf der Messe bevorzugt werden. Findest du dazu keine Infos, bereite deine Unterlagen auf verschiedene Weisen vor – auch wenn du dich auf der Messe erst mal nur informieren willst. Denn wenn dich doch ein Recruiter nach deiner Bewerbungsmappe fragt, willst du nicht mit leeren Händen dastehen! Meist reichen 5 Exemplare, die du am besten in einer Aktentasche oder einer eleganten Handtasche unterbringst, damit nichts verknickt.

Falls du noch nicht weisst, bei welchen Unternehmen du dich bewerben möchtest, ist ein Bewerbungsflyer praktisch, der einen kurzen Überblick über dich und deine Erfahrungen gibt. Damit kannst du Recruiter neugierig machen, ohne dich gleich direkt zu bewerben.

Mit einem Textverarbeitungsprogramm kannst du den Flyer leicht selbst erstellen: Dabei unterteilst du ein DIN-4-Blatt in drei gleich grosse Bereiche, das bedruckte Blatt wird dann entsprechend gefaltet. Auf der „Titelseite“ steht dein Name mit Kontaktdaten und – wenn du möchtest – einem Bewerbungsfoto. Auf die Innenseite kommen Infos über deine Fachkompetenzen, Studium, Praktika, Nebenjobs, Auslandserfahrungen und Ehrenämter. Gliedere die Informationen übersichtlich mit Überschriften und Unterpunkten. Auf der Rückseite kannst du noch ein kurzes (branchenbezogenes) Anschreiben und eine Kurzbeschreibung deiner Wunschposition unterbringen. Lass ausreichend Platz frei, damit der Recruiter sich Notizen machen kann. Visitenkarten sind zwar weniger aussagekräftig als Bewerbungsunterlagen – wenn du als Selbstständiger oder als studentischer Mitarbeiter eines Instituts professionelle eigene Visitenkarten hast, nimm sie dennoch mit.

Was muss sonst noch mit?

Pack Deo, Kamm und Fleckenstift ein. Ausserdem Erfrischungsbonbons oder Kaugummi (den du vor den Gesprächen natürlich herausnimmst!). Nimm dir am Messe-Eingang auch einen Hallenplan mit, damit du nicht riskierst, die Orientierung und damit kostbare Zeit zu verlieren.

Jetzt wird’s ernst – das Gespräch

Sprich den Recruiter am Stand selbstbewusst und freundlich an und halte Blickkontakt. Beachte auch deine Körpersprache: Lächeln, Rücken gerade halten und Hände aus den Taschen! Wenn du nur ein paar kurze Infos möchtest, musst du dich nicht mit Namen vorstellen.

Greif auf deine vorbereiteten Fragen zurück und zeig, dass du dich bereits mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Wenn das Gespräch dein Interesse bestärkt, mach deutlich, dass du qualifiziert bist! Ist ein Unternehmen hingegen doch nicht so toll wie erwartet, kannst du das Gespräch ruhig kurz halten und die Zeit für die nächsten Stationen nutzen.

Fokussier dich nicht nur auf Konzerne, sondern besuch auch kleinere Unternehmen, die oft vielseitigere Aufgaben bieten. Achte auf die Stimmung am Messestand, um das Unternehmen einzuschätzen. Gibt es in einem Unternehmen, das dir gefällt, aktuell keine Stelle für dich, frag nach, ob die Aussichten in einem halben Jahr möglicherweise besser sind. Bitte nach dem Gespräch um die Visitenkarte deines Gegenübers bzw. nimm angebotene Karten an, das erleichtert den weiteren Kontakt. Informiere dich auch über die bevorzugte Bewerbungsform und die entsprechende Kontaktadresse. Merk dir den Namen des Recruiters, dann kannst du dich später auf das Gespräch auf der Messe beziehen oder die Person direkt kontaktieren. Verabschiede dich mit einem Dank für das Gespräch, einem festen Händedruck, Blickkontakt und sprich dein Gegenüber dabei mit Namen an.

No-Gos auf der Jobmesse

  1. Drängeln. Zeig dein gute Kinderstube und sei geduldig, wenn am Stand viel los ist. Um langes Warten zu vermeiden, kannst du vielleicht vorher einen Termin vereinbaren.
  2. Ich ich ich. Sprich nicht nur von dir, sondern hör dem Recruiter aufmerksam zu, welche Kompetenzen und Persönlichkeiten die Firma erwartet.
  3. Kleckerfallen. Halt dich mit Getränken und Snacks von den Ständen fern: Kaffee und weisse Blusen bzw. Hemden ziehen sich magisch an. Wenn du vorm Gespräch etwas isst, check deine Zähne auf Essensreste und kau vorsorglich kurz einen Kaugummi.
  4. Gähnen. Da hilft nur eins: Zusammenreissen. Wenn du merkst, dass du müde wirst, geh kurz ein paar Schritte an der frischen Luft.
  5. Abschweifen. Recruiter haben auf Jobmessen keine Zeit zu verschenken. Halt dich deshalb ausschliesslich an das, was du wissen möchtest und was für dein Gegenüber von Interesse sein könnte.
  6. Fragen nach dem Gehalt. So weit bist du noch nicht. Recherchier lieber online, womit du in etwa rechnen kannst.

Nach der Jobmesse

Falls du eine Stelle aufgetan hast, auf die du dich bewerben möchtest, versende deine Unterlagen möglichst zeitnah wie am Messestand abgesprochen. Erwähne dabei im Anschreiben das Gespräch auf der Messe, den Namen des Recruiters und die Gesprächsergebnisse. Wenn du Unterlagen per Brief nachreichst, kleb nicht einfach ein Post-It drauf, sondern leg ein kurzes Schreiben bei, in dem du auf das Messegespräch verweist.

Frag frühestens 10 Tage nach Einschicken deiner Bewerbung im Unternehmen nach, wann du mit einer Antwort rechnen kannst. Frag nicht, welche Chancen du hast! Bleib in jedem Fall freundlich und zeig dich nicht verärgert, wenn du erst spät eine Antwort bekommst. Jeder Kontakt ist ein guter Kontakt!

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