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Da passt du doch (nicht) rein! Zwischen Konzern und Startup

Max by
09 Juni 2015 um 10:29

Aufgaben, Kollegen, Arbeitszeiten: Die Zufriedenheit im Job hängt von vielen Faktoren ab. Nicht zuletzt kommt es hier auch auf die Grösse an: Im Konzern gibt es mehr Geld, im Startup mehr Freiheit. Im Grossunternehmen kannst du dich sicher fühlen, im kleinen deine eigenen Ideen einbringen. Ein kleiner Größenratgeber.

Nun liegt sie vor dir, die Berufswelt, das Licht am Ende des Klausurentunnels. Aber diese Welt ist verdammt gross und kann ohne Plan ganz schön unübersichtlich werden. Bevor du dich auf Jobsuche begibst, ist es hilfreich, schon einmal zu überlegen, welches Arbeitsumfeld am besten zu deiner Persönlichkeit, deiner Lebens- und Arbeitsweise und deinen beruflichen Zielen passt.

Stabilität vs. Abwechslung

Viele Absolventen beginnen ihren Berufsweg in Grosskonzernen. Sie versprechen Stabilität, Sicherheit – und nicht zuletzt eine bekannte Adresse auf dem Lebenslauf. Schließlich sind grosse Firmen in ihrem Wirtschaftssektor nicht erst seit gestern etabliert. Wer in erster Linie Wert auf ein stabiles Arbeitsumfeld und klare Strukturen legt, ist hier richtig.

In kleineren Firmen sieht der Alltag meist anders aus. Im Startup gleicht sich kaum ein Tag dem anderen. Man sieht sich ständig vor neuen Herausforderungen, die es mit einem hohen Mass an Engagement und Flexibilität zu bewältigen gilt. Wenn du Abwechslung schätzt und dich gerne schnell an neue Situationen anpasst, wirst du dich in einem Startup wohlfühlen.

Business Meeting Illustration

Selbstinitiative vs. Struktur

Grossunternehmen sind bis ins Detail durchorganisiert. In diesem Umfeld findest du durchdachte, über Jahre erprobte und optimierte Strukturen, die den Workflow bestimmen. In den meisten Betrieben gibt es fachliche Schulungen für neue Mitarbeiter, damit sie sich schnell in den Arbeitsabläufen des Unternehmens zurechtfinden.

Startups haben in der Regel weder Ressourcen noch Zeit für extensives Onboarding. Vielmehr ist hier Eigeninitiative und Lernwillen gefragt. Der Einstieg gleicht oft einem Sprung ins kalte Wasser (der aber ja bekanntermassen die Bereitschaft zum Schwimmen erhöht). Wer im Startup-Umfeld erfolgreich sein will, darf keine Angst vorm Trial-and-Error-Prinzip haben und sollte neuen Herangehensweisen und Prozessen gegenüber aufgeschlossen sein.

Eigenverantwortlichkeit vs. graduelle Lernkurve

Das Mass an Eigenverantwortlichkeit unterscheidet sich in Klein- und Grossunternehmen deutlich. Wenn du in einem Startup anfängst, musst bzw. darfst du mit einer steilen Lernkurve und viel Gestaltungsspielraum rechnen. Dank flacher Hierarchien werden Entscheidungen oft binnen Minuten getroffen. Du wirst von Anfang an aktiv in das Firmengeschehen eingebunden und verschiedene Aufgaben eigenständig bearbeiten.

Da – frei nach Peter Parkers Onkel – grosse Entscheidungsfreiheit auch mit mit grosser Verantwortung einhergeht, entscheiden sich viele Jobeinsteiger lieber für Stellen in etablierten Grossunternehmen. Hier wird der Fokus eher darauf gesetzt, langsam und unter alteingesessener Führung Erfahrung zu sammeln und Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übernehmen – ein gute Wahl, wenn du dich mit einem festen Ansprechpartner sicherer fühlst, der ein Auge auf dich und deine Arbeit hat und dir immer direkt Feedback geben kann.

Dynamik vs. festes System

In Grossunternehmen ist eine systematische und geregelte Arbeitsweise wichtig, damit alle Prozesse gut zusammenlaufen und der ganze Apparat funktioniert. Wenn du Ordnung schätzt und kein Problem mit dem Einhalten fester Terminpläne hast, wirst du dich in einen solchen Workflow nahtlos einfügen. Hier beschränkt sich dein Arbeitsbereich zunächst auf deine Abteilung. Wenn du im Lauf der Zeit mehr Verantwortung in höheren Positionen übernimmst, wirst du zunehmend auch mit anderen Bereichen zusammenarbeiten.

Startup-Mitarbeiter sollten hingegen in der Lage sein, mit unterschiedlichen Aufgaben und Bereichen zu jonglieren. Prozesse und Entscheidungswege sind hier flexibel, und du hast die Möglichkeit, eigene Ideen und Konzepte einzubringen und umzusetzen. Vor allem sind eine gute Zusammenarbeit mit Kollegen und Grundkenntnisse in mehreren Fachrichtungen nachgefragt. Im Startup-Umfeld wirst du täglich über deinen Tellerrand hinausschauen und umfassende Einblicke in die allgemeinen Geschäftsabläufe eines wachsenden Unternehmens erhalten.

Flexibilität vs. geregelte Arbeitszeiten

Bei Startups sind die Arbeitszeiten und -modelle flexibler und lockerer als bei Konzernen. Zeiterfassung? Ein Fremdwort. Heute mal erst um 10 anfangen? Kein Problem. Die Mittagspause dauert länger, weil du was erledigen musst? Na und, dafür kannst du ja eine halbe Stunde länger machen oder etwas Arbeit mit nach Hause nehmen.

Klingt erst mal super, hat aber natürlich auch seine Schattenseiten: Am Samstag ein Gespräch mit einem Business-Partner oder ab und an mal bis in die Nacht an der Fertigstellung eines wichtigen Projekts sitzen: nichts Aussergewöhnliches für ein Startup.

Die Arbeitszeiten bei Grossunternehmen halten hingegen wenige bis keine Überraschungen bereit. In der Regel beginnt hier jeder Arbeitstag um 9 und endet um 6. Der Business-Zeitplan ist ebenso festgelegt: Du wirst Monate im Voraus genau wissen, was wann fällig ist.

Knappe Ressourcen vs. grosse Budgets

Ziemlich logisch: Grosse Unternehmen haben auch grössere Budgets. Dementsprechend stehen dir im Konzern mehr Ressourcen zur Verfügung, um deine alltäglichen Aufgaben zu erledigen. Und auch Wissensressourcen solltest du hier nutzen: Stell Fragen und lern so viel wie möglich von deinem Vorgesetzten, um deine Kenntnisse schnell zu maximieren.

Im Startup hingegen nimmt dich kein weiser Mentor an die Hand: Hier bist du weitgehend auf dich allein gestellt. Ein effizienter Umgang mit Geld ist unerlässlich, weil jeder Cent zählt. Kreativität und neue Herangehensweisen sind gefragt, um mit weniger mehr zu erreichen.

Kurz zusammengefasst:

  • Startups und Konzerne sind verschiedene Welten. Frag dich, ob du mehr Wert auf gute Verdienstmöglichkeiten und eine gesunde Work-Life-Balance oder auf flache Hierarchien, Flexibilität und Eigenverantwortung legst. Im Zweifelsfall hilft nur Ausprobieren.

  • Schließlich unterschreibst du keinen Arbeitsvertrag auf Lebenszeit – schon gar nicht den ersten. Wenn du feststellst, dass der gewählte Weg doch nicht deiner ist, gehst du eben den anderen. Zum Glück ist man als Berufseinsteiger ja flexibel.

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