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Von der Forschung ins Marketing: Pascal Rast, Marketing Director bei Novo Nordisk Pharma AG

Max by
15 Juli 2015 um 18:14

Pascal Rast
Marketing Director bei Novo Nordisk Pharma AG
Ausbildung: Eidgenössisch diplomierter Marketingleiter (heute äquivalent zum Master)

Pascal rast, Marketing Director bei Novo Nordisk Pharma AG

Was haben Sie als letztes vor diesem Interview gemacht?
Ich war im Urlaub auf einer Berghütte und habe eine Wanderung gemacht.

Wann wussten Sie, dass Sie in den Bereich wollen, in dem Sie heute sind?
Vor 15 Jahren.

Sind Sie auf direktem Weg in Ihren Bereich gekommen oder lag Ihr Start ganz woanders?
Mein Start lag eigentlich woanders. Ich bin ingenieurtechnisch in einem Forschungslabor ausgebildet worden, und bin jetzt schlussendlich im Sales- und Marketing-Management gelandet.

Was war Ihre erste Station nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung war meine erste Station bei Hoffmann-La Roche im Forschungslabor, in der pharmazeutischen Forschung.

Ihre letzte erfolgreiche Bewerbung: Wie haben Sie sich interessant gemacht und das Rennen gewonnen?
Ich habe natürlich ein ordentliches CV gemacht, wo ich vor allem nicht nur die Stationen meines Werdegangs hineingeschrieben habe, sondern eine Zusammenfassung der Stärken und der Erfahrungen, die ich im Bereich der Pharmaindustrie gemacht habe. Also wie ein Management-Summary zu Beginn, und erst dann eine Aufzählung meiner Stationen. Ich denke, ich habe mit meiner Erfahrung gepunktet, die ich in vielen Bereichen ausweisen kann, und mit ziemlich guten Erfolgen, die ich eben schon zeigen konnte.

Haben Sie im Laufe Ihrer Karriere schon mal eine Bewerbung oder ein Vorstellungsgespräch verbockt?
Schwer zu sagen. Ich denke nicht so sehr, nein. Ich habe nicht so viele Bewerbungsgespräche gehabt, und wenn man bedenkt, wie ich an meine Jobs gekommen bin, war die Ausbeute ziemlich hoch. Nein, ich habe nicht viel verbockt.

Was mögen Sie an Ihrem Job am meisten? Und was am wenigsten?
Das Führen eines Teams mag ich sehr, ausserdem die Materie, d.h. Medizin und Gesundheit. Das sind die beiden Dinge, die mich am meisten motivieren. Am wenigsten mag ich Routinearbeiten, die wenig Kreativität und wenig Spielraum zulassen. Etwa das Ausfüllen von Reports, die vorgegeben sind, die man praktisch tabellarisch ausfüllen muss. Das ist nicht sehr lustig.

Zeitreise: Was würde Sie ihrem 18-jährigen Ich gerne mit auf den Weg geben?
Man muss anpassungsfähig sein, und in der Lage, schnell Situationen zu erfassen und sich darauf einzustellen, das ist ganz wichtig. Mit dem CV oder den Tätigkeiten, die man bisher gemacht hat, sollte man aufzeigen können, dass man sich an Situationen anpassen kann.
Und wichtig ist, hervorzuheben, wo man Erfolge erzielt hat. Weil ein Arbeitgeber immer daran interessiert ist, zu sehen: Was hat jemand bewegt? Was hat jemand wirklich erreicht? Auch wenn man jung ist, gibt es immer irgendetwas, was man aufzeigen kann: Wo man gewonnen hat, wo man reüssiert hat, etwas, was man erreicht hat, was eben eine spezielle Leistung erfordert hat. Das finde ich wichtig.
Jeder Mensch hat natürlich auch Schwächen, und es ist wichtig, die Schwächen in Stärken umdrehen zu können. Wenn man zu jung ist für einen Job, muss man versuchen, die Vorteile des Jungseins zu bringen. Wenn man zu alt ist für einen Job, muss man zeigen, was die Vorteile darin sind. Wenn man keine (oder keine ausreichend hohe) akademische Ausbildung hat, muss man zeigen, was man sonst in der Zwischenzeit gemacht hat. Immer versuchen, negative Dinge ins Positive zu drehen.

Hätten Sie sich am Anfang Ihrer Karriere gern als Vorgesetzten gehabt?
Heute schon, ja. Heute schon.

Welche ist die wichtigste Führungsqualität?
Das Team zu involvieren und dem Team das Gefühl zu geben, dass es die Dinge zu einem schönen Teil selbst in der Hand hat. Selbst wenn man eben führt und selbst wenn man die wichtigen Entscheidungen selbst trifft, soll das Team fühlen, dass es teilhat an wichtigen Entscheidungen und demzufolge auch an den Erfolgen.

Zukunftsmusik: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Eigentlich noch an derselben Stelle. Eventuell auch als Geschäftsführer, aber eigentlich bin ich schon in der Geschäftsleitung, und da fühle ich mich sehr wohl. Ich kann mir vorstellen, in 5 Jahren genau an der gleichen Stelle zu sein. Aber es wäre hübsch, wenn es eine Stufe höher, sprich Geschäftsführer, wäre.

Plan B: In einer Welt, in der es Ihren Job nicht gibt: Was machen Sie?
Wenn ich einen Job bräuchte, der wirklich Geld einbringt, mit dem ich eine Familie ernähren kann, dann würde ich sonst irgendeine Führungsaufgabe suchen, wo ich eine Materie vorfinde, die mir sehr behagt, z.B. Tourismus. Ich könnte mir gut vorstellen, Direktor eines Hotels zu sein, oder einer Feriendestination.

Warum sollten Studenten / Absolventen sich in Ihrem Unternehmen (um ein Praktikum) bewerben? Was werden sie lernen und für die Zukunft mitnehmen?
Ich denke, in unserer Firma wird ein frischgebackener Ausgebildeter sehen: Wenn man ein Grossunternehmen ist, muss nicht unbedingt alles auch wie in einem Grossunternehmen geführt werden. Man kann durchaus auch das Gefühl haben, in einer kleineren Struktur zu arbeiten, obwohl es sich um einen Grossbetrieb handelt. Novo Nordisk hat über 40’000 Mitarbeiter weltweit, aber vor allem wir hier in der Schweiz haben das Gefühl, ein kleines, relativ mittelständiges Unternehmen zu sein, das viele Freiheiten geniesst und wo die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten sehr locker vonstattengeht. Man hat nicht das Gefühl, in einem grossen Konzern zu sein. Das ist für Studenten sicher interessant mitanzusehen, dass es auch andere Führungsmodelle gibt als nur die streng hierarchischen, nur auf Karriere bedachten.

Ihre Lieblings-/MUSS-Frage im Vorstellungsgespräch?
Erzählen Sie mir ein Highlight Ihrer Karriere. Einen Moment, eine Situation, wo Sie viel bewegt haben und worauf Sie richtig stolz sind.

Welche Qualität muss ein Bewerber für Sie auf jeden Fall mitbringen? Womit schiesst man sich ins Aus?
Teamfähigkeit ist das A und O. Ein Eigenbrötler hat keinen Platz hier, absolut nicht.

Merkt man das bereits im Einstellungsgespräch?
Da gibt es durchaus Fragen, die einem Hinweise geben, wie gut jemand mit den Kollegen zusammenarbeitet. Man kann etwa eine Situation schildern und sagen: Du bist jetzt gemeinsam mit dem Team in dieser Situation. Wie würdest du dich verhalten? Man nehme zum Beispiel an, ein Kollege von dir, der noch nicht so lange in der Firma ist, hat eine andere Idee, möchte etwas anders haben als du. Wie verhältst du dich gegenüber diesem Kollegen? Wie kämpfst du für deine Idee? Da stellt sich dann schon heraus ob einer sagt: Wenn der andere weniger Erfahrung hat, gilt meine Meinung, weil ich weiss, wie es läuft, er aber noch nicht. Da hört man heraus, wie sehr jemand seine Meinung durchbringt.

Wenn Sie sich für einen Kandidaten entscheiden: Wie ausschlaggebend sind Noten und Qualifikationen und wie viel Einfluss haben Sympathie und soziale Kompetenz?
Bei mir persönlich – das kann ich natürlich nur für mich sagen – hat, was jemand erreicht hat, und wie jemand wirkt auf Menschen, auf mich und auf die anderen, die ihn interviewen, mehr Gewicht als die blossen Noten aus der Schule oder dem Studium.

Die Erde wird evakuiert: Welche 3 Dinge nehmen Sie für den Neustart mit?
Taschenmesser, meine Brille und ein Familienfoto.

Wofür – im Job oder privat – hätten Sie gerne mehr Zeit?
Fürs Bücherlesen und für meine Berge.

Früher Vogel oder Nachteule?
Früher Vogel.

(Wie oft) Checken Sie im Urlaub Ihre Mails?
Uiuiui. Mehrmals. Drei Mal, vier Mal?

Sport: Morgens oder Abends?
Wenn ich könnte, morgens. Aber zwangsläufig abends.

Welche Frage , die Sie gern beantworten würden, haben wir noch nicht gestellt?
Das ist eine gute Frage. Eine interessante Frage wäre noch gewesen, wie ich das in meinem Job mit der Work-Life-Balance bewerkstellige.

Interessant. Gibt es die denn überhaupt?
Aber 100% gibt es die! Aber es gibt keine Zauberformel dafür, das muss jeder für sich selbst wissen. Ich bin ein Mensch, der ziemlich in seinem Beruf aufgeht, ich freue mich wirklich jeden Morgen auf die Arbeit. Eine höhere Arbeitsbelastung bei relativ wenig Freizeit ist für mich kein Problem, weil für mich der Job zum grossen Teil positiver Stress ist. Deshalb kann ich eine vergleichsweise hohe Auslastung verkraften, sehe aber ein, dass das bei viele Menschen eben anders ist; dass sie mehr Freizeit brauchen, z.B. nicht jeden Tag zwei, zweieinhalb Stunden Autofahren wollen wie ich. Das kann man nicht allen zumuten. Ich komme zum Glück mit relativ wenig Freizeit aus.

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