Insight stories header allgemein

Mittagessen mit Gerhard Polt: Robert Heinzer, Global Leiter HR & Organisation bei Victorinox

23.July 2015 3 Min. Lesezeit Insight Stories

Was sollte man bei Praktika, Berufseinstieg und Karriereplanung beachten? Wir fragen Menschen, die es wissen müssen.

Robert Heinzer
Global Leiter HR & Organisation, Victorinox
Hochschulabschluss: Dipl.Trainer Swiss Olympics/Dipl.Leiter HR

Interview mit Robert Heinzer über seine Position als Global Leiter HR und Organisation bei Victorinox
Herr Heinzer, sind Sie auf direktem Weg in den HR-Bereich gekommen oder lag Ihr Start ganz woanders?
Nicht ganz. Ich habe 4 Berufsabschlüsse (Dachdecker, Kaufmann, Diplomtrainer und Personalleiter). Als erste Station nach meiner Ausbildung zum Trainer wurde ich Athleten- und Sozialbetreuer im Schweizerischen Leichtathletikverband. Während einer Weiterbildung im Managementbereich zu Beginn der 90er Jahre reifte die Idee, im HR zu arbeiten.

Ihre Bewerbung bei Victorinox: Wie haben Sie sich interessant gemacht und schliesslich überzeugt?
Meine Bewerbung war sehr kurz und auf den Punkt gebracht. Eine einzige A4-Seite. Während der Olympischen Spiele in Barcelona 1992 habe ich mich intensiv mit meiner heutigen Unternehmung auseinandergesetzt und einen Business Case für eine Aufgabenstellung entwickelt. Diesen durfte ich dann im Interview vorstellen.

Was mögen Sie an Ihrem Job am meisten? Und was weniger?
Am meisten mag ich die hoch ausgeprägten Gestaltungsmöglichkeiten im gesamten HR-Bereich sowie das Nutzen von eigenen und fremden Erfahrungen. Die grösste Befriedigung bereitet die persönliche Entwicklung von Menschen. Am wenigsten mag ich die Regelungsdichte auf gesetzgeberischer Seite, wobei wir in der Schweiz noch heilig dran sind im Vergleich zum europäischen oder asiatischen Umfeld.

Was war bisher Ihre grösste Herausforderung in Ihrer derzeitigen Position?
9/11. Dieser Terroranschlag in New York hat die Unternehmung aufs Äusserste gefordert. Das Verbot von Messern in Flugzeugen und in Flughäfen, die unsere wichtigsten Vertriebskanäle waren, hatte einen Umsatzeinbruch von weit über 30% zur Folge, der verarbeitet werden musste. Die darauf folgende verstärkte Diversifikation war anspruchsvolles Change Management – und ist es noch heute.

Zukunftsmusik: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Nach wie vor in der Victorinox, zur Hauptsache als Vermittler und Verstärker der Unternehmenskultur.

Kurze Fragen an Robert Heinzer, Global Leiter HR & Organisation bei Victorinox

Wie sieht ein typischer Recruiting-Prozess bei Victorinox aus? Auf welche Stationen muss man sich auf dem Weg zum Arbeitsvertrag einstellen? Was gilt es zu beachten?
Ein typischer Prozess besteht aus den Elementen:
Bedarfsanalyse – Erarbeiten des Stellenprofils – Initialisierungsgespräch mit Linie – Klärung interne Kandidaturen / externe Suche – Ausschreibung – Triage – 1. Gesprächsrunde mit HR/Linie –2. Gesprächsrunde der engeren Auswahl mit HR/Linie (jeweils andere Partner) mit Besprechung der Vorbereitungsaufgabe – Selektion – Anstellung – Einarbeitung – Probezeitgespräch – definitive Anstellung

Was empfehlen Sie Bewerbern, die Lücken im Lebenslauf oder ein paar schlechte Noten im Zeugnis haben?
Lücken sollte man von sich aus kurz erläutern, und auch bei schlechten Noten ist es am besten, von sich aus offen und ehrlich darauf eingehen.

Wie wichtig sind Engagement & freiwillige Aktivitäten eines Bewerbers?
Wir wertschätzen freiwillige Aktivitäten. Sie zeigen Leidenschaft, Ansporn und Antrieb. Das sind Eigenschaften von Menschen, die Verhaltensweisen aufzeigen. Wenn ein Mensch sich in der Freizeit engagiert, wird er es auch im Beruf tun, wenn die Aufgabe und das Umfeld stimmen.

Worauf achten Sie im Bewerbungsgespräch besonders?
Auf Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung

Praktikanten vs. Werkstudenten: Haben Sie eine Präferenz?
Eine leise Präferenz für Werkstudenten. Sie haben einen direkteren Zugang oder gar Erfahrung in innerbetrieblichen Abläufen und können ihr neues Wissen direkter umsetzen.

Ein neuer Praktikant startet in Ihrer Abteilung: Grund zur Freude oder ein Zeichen für mehr Arbeit (zumindest am Anfang)?
Grund zur Freude, wie bei jeder Investition!

Wie erhöhen Praktikanten ihre Chance, nach dem Abschluss fest eingestellt zu werden?
Durch beste Integration, echte und wertvolle Beiträge.

Was spricht dafür, nach dem Hochschulabschluss bei einem Startup einzusteigen? Was spricht eher für einen Grosskonzern?
Meiner Meinung nach spricht mehr für ein Startup als für einen Grosskonzern. In einem Startup sind neue, innovative Ideen weniger an einen Rahmen und bestimmte innerbetriebliche Prozesse und Abläufe gebunden.

Was würden Sie ihrem 18-jährigen Ich gerne mit auf den Weg geben?
Geh ins fremdsprachige Ausland, arbeite und integriere dich dort in die andere Kultur.

Welche Frage, die Sie gern beantworten würden, haben wir noch nicht gestellt?
Welchen Traum konnten Sie sich nie erfüllen?
Als junger Erwachsener wollte ich Olympiasieger im Zehnkampf werden. Es blieb beim Traum

Diese offenen Stellen könnten dich interessieren:

Procter & Gamble Logo talendo
Recruitment Specialist with Russian
DESCRIPTION Are you curious about recruitment? Are you passionate about team work? Do you love working with international partn...
Praktikum
Bachelor
Procter & Gamble Logo talendo
Recruitment Specialist with German - determined period
DESCRIPTION Are you curious about recruitment? Are you passionate about team work? Do you love working with international partn...
Praktikum
Bachelor
Prime21 Logo talendo
PRAKTIKUM SOCIAL MEDIA & HR MARKETING 100% – MIT OPTION AUF FESTANSTELLUNG
Prime21 in Zürich
Die Prime21 Gruppe ist ein innovativer und unabhängiger Schweizer Personaldienstleister mit Sitz in Zürich, Zug und Bern. Wir b...
Praktikum
Student
Bundesverwaltung Logo talendo
Hochschulpraktikant/ Hochschulpraktikantin HR Business Partner
Wieviel (B)IT steckt in dir? Suchst du den Einstieg ins Human Resources (HR) und möchtest gleichzeitig deine Affinität für die ...
Praktikum
Student