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„Ich wünsche mir übersichtliche CVs ohne viel BlaBla“ – Jonas Höltschi, Pistor AG

Max by
24 Aug 2015 um 11:28

Man sollte ein Studium wählen, an dem man Spass hat – das aber auch berufliche Optionen bietet. Mit diesem Credo ist Jonas E-Commerce Leiter bei Pistor geworden und hat uns erzählt, worauf er heute bei Bewerbungen besonders achtet.

Jonas Höltschi leitet bei der Pistor AG die Abteilung E-Commerce

Jonas Höltschi
Leiter E-Commerce, Pistor AG
Hochschulabschluss: MSc Business Administration with a Major in Online Business and Marketing, Hochschule Luzern

Jonas, wann wusstest du, dass du in den Bereich willst, in dem du heute bist?
Da muss ich ein wenig weiter ausholen: Nach dem Gymnasium habe ich lange überlegt, was ich studieren soll, weil meine Interessen grundsätzlich vielseitig sind und ich mir darum einige Studienrichtungen vorstellen konnte. Dann habe ich mir aber schon damals die Frage gestellt, welche beruflichen Optionen mir der jeweilige Studienabschluss schlussendlich bringt. Aufgrund dessen habe ich mich für ein Wirtschaftsstudium an der Fachhochschule entschieden, wo ich nach drei Semestern meine Vertiefungsrichtung wählen musste. Hier fiel meine Wahl auf Marketing und Kommunikation, weil es ein Gebiet ist, das mich besonders interessiert und auch meinen Stärken entspricht.

Als ich im letzten Bachelorjahr war, wurde von der Hochschule Luzern ein neuer Masterstudiengang im Bereich Online Business and Marketing angeboten. Das hat mich sofort interessiert, weil ich die Module mit Online-Bezug im Bachelor-Studium immer sehr interessant fand und mein Fernziel schon immer ein Masterabschluss war. So bin ich immer mehr in den Bereich E-Business reingerutscht.

Stichwort Hochschule: Worin unterscheidet sich ein Studium an einer Hochschule von einem Studium an einer Universität?
Schwer zu sagen, da ich nur an der Hochschule war. Ich habe mich für ein Studium an der Hochschule entschieden, da der Praxisbezug besser gegeben ist als an einer Uni. Ich würde heute auch denselben Weg wieder wählen. Klar, die Uni hat auch ihre Vorzüge, aber für mich war die Fachhochschule das Richtige. Wir haben viele Cases aus der Privatwirtschaft bearbeitet – das war es, was mir besonders zugesagt hat.

Was magst du an deinem Job am meisten?
Im Moment befinden wir uns in einer sehr interessanten Phase, weil das E-Business im Unternehmen im Zuge einer Umstrukturierung nun stärker gewichtet wird. Wir sind gerade daran, die zukünftige Strategie zu definieren, die wir in Zukunft fahren möchten. Ein sehr interessanter Prozess! Dafür sind wir mit vielen Leuten im Austausch – intern, aber auch mit externen Partnern. Ich mag, dass meine Tage nicht durchstrukturiert sind und ich nicht immer weiss: Am Montag mache ich das, am Dienstag das und am Mittwoch jenes. Jeder Tag sieht anders aus. Diese Vielseitigkeit schätze ich sehr.

Was war die bisher grösste Herausforderung in deiner aktuellen Position?
Ich bin nach meiner Beförderung erst etwas mehr als einen Monat in meiner neuen Position und führe jetzt ein Team von aktuell zwei, bald drei Personen. Eine Person aus dem Team hat sich entschlossen, die Firma nach der Umstrukturierung zu verlassen, weshalb jetzt zwei Stellen zu besetzen sind – eine Herausforderung einfach aus dem Grund, dass ich noch nie selbst neue Mitarbeitende rekrutiert habe. Aber es ist wirklich interessant und spannend, da die zwei Leute, die ich rekrutieren darf, in meinem Team sein werden und ich schauen muss, dass wir schlussendlich zusammen funktionieren. Eine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe!

Wie ist bisher die Resonanz auf die Ausschreibungen?
Wir haben gerade nach einem Monat alle Inserate rausgenommen, weil wir schon ziemlich viele Bewerbungen erhalten haben. Es gab zwar den Einwand von der Personalabteilung, dass Stelleninserate im Sommer weniger erfolgreich sind, weil in dieser Zeit nicht so viele Leute nach Stellen schauen – da in unserem Bereich jedoch sowieso alles online läuft und sich die meisten ohnehin Suchagenten auf entsprechenden Job-Portalen eingerichtet haben, war der Rücklauf trotzdem gut. Wir haben viele, darunter auch sehr gute Bewerbungen erhalten.

Was genau heisst „gute Bewerbungen“ für dich? Gerade wenn es so viele Interessenten gibt, muss man ja irgendwie herausstechen. Hast du hierzu einen Tipp für Studierende?
Ich war ja vor kurzem selbst noch in der Rolle des Stellensuchenden. Da überlegt man sich natürlich schon, wie man seinen CV gestaltet, so dass er auffällt. Jetzt, wo ich auf der anderen Seite stehe, sehe ich, wie viele sehr unterschiedliche Bewerbungen es gibt: Manche CVs sind sehr ausführlich, wunderschön gestaltet, sieben Seiten lang. Aber schlussendlich ist es wichtig, dass ich auf einer, maximal zwei Seiten ein übersichtliches CV habe, ohne viel BlaBla. Es ist nicht notwendig, bei jeder kleinen Stelle, jedem einmonatigen Praktikum genau zu beschreiben, was man gemacht hat – das kann man ja schliesslich im Arbeitszeugnis nachlesen, wenn es denn interessiert. Man bekommt so viele Dossiers, und wenn alle ein siebenseitiges CV haben, kann man unmöglich alles lesen! Darum mein einfacher Tipp: Ein kompaktes CV, übersichtlich, maximal zwei Seiten.

Hast du einen Tipp für junge Leute, die vor der Studienwahl stehen?
Weil es immer mehr Studiengänge gibt, sollte man sich schon gut überlegen: Welche Bereiche interessieren mich? Wo bin ich wirklich gut? Wo habe ich Talent? Andererseits sollten die nächsten Fragen immer gleich sein: Was nützt mir das Studium? Wo möchte ich schlussendlich arbeiten? Wenn ich zum Beispiel Sport studiere, weil ich Sport mag, mir aber nicht vorstellen kann, was ich beruflich damit machen soll, bringt das nicht viel. Man sollte immer ein Ziel vor Augen haben. Studieren nur aus Spass nützt meiner Meinung nach wenig. Man sollte schon bei der Wahl des Studiums über den Studienabschluss hinaus denken. Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste.

Und was sollte man während des Studiums beachten?
Ganz wichtig ist, dass man sich schon während des Studiums um Praktika bemüht: In Bereichen, die einen interessieren, oder auch bei Firmen, die als späterer Arbeitgeber in Frage kommen. So kann man schon erste Erfahrungen sammeln und wichtige Kontakte knüpfen. Klar, auch ich habe mein Studentenleben genossen mit allen Vorteilen, die es eben bietet. Aber je früher man erste Arbeitserfahrungen sammelt und Praktika absolviert, desto besser. Niemand reisst sich auf dem Arbeitsmarkt um Absolventen ohne Arbeitserfahrung – auch wenn es „nur“ kurze Praktika sind, die man vorweisen kann, sind sie von Vorteil.

Was spricht dafür, nach dem Hochschulabschluss eher bei einem grossen Unternehmen einzusteigen? Und was sind im Gegenzug die Vorteile einer kleineren Firma?
„Gross“ ist immer eine Definitionsfrage. Pistor ist mit seinen knapp 500 Mitarbeitenden immer noch ein KMU. Ich habe noch nie in einem wirklich grossen Konzern gearbeitet, dafür aber schon in Startup-Unternehmen. Bei solch kleinen Buden kann man – auch als Praktikant, so wie ich damals – relativ schnell Verantwortung übernehmen und etwas bewegen, eben gerade weil die Unternehmen noch am Wachsen sind. Bei Grossunternehmen ist es strukturierter und man hat viel weniger Entfaltungsmöglichkeiten. Für mich ist es viel befriedigender, in einem kleineren Unternehmen zu arbeiten, wo man sieht, dass man etwas bewirkt. In einem wirklich grossen Unternehmen ist man häufig nur eine kleine Stellschraube – die zwar auch zum Ganzen beiträgt, aber es ist viel weniger sichtbar, was man macht. Wenn man geht, merkt es kaum jemand. Bei einem Startup oder KMU kann man schon viel früher eine wichtige Rolle einnehmen und etwas bewegen.

Wo siehst du dich selbst in 5 Jahren?
Gute Frage. Wie gesagt, bei uns gab es erst kürzlich eine Umstrukturierung. Es passiert viel im Bereich E-Commerce, ich kann hier einiges bewegen und es ist gut möglich, dass ich auch in fünf Jahren noch bei Pistor bin. Weil die ganze digitale Transformation – wenn man das so nennen will – aber immer noch im Gang ist, ist schwer abzuschätzen, was sich in den nächsten fünf Jahren noch verändert. Gerade diese Dynamik macht es aber umso spannender. Die Herausforderungen werden mir darum so schnell in meiner aktuellen Position nicht ausgehen.

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