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Alle auf die Kleinen: So überlebst du ein Vorstellungsgespräch mit mehreren Interviewern

06.October 2015 3 Min. Lesezeit Vorstellungsgespräch | Assessment Center

Du gehörst zu den Menschen, bei denen ein „normales“ Interview mit einem Gesprächspartner reicht, damit das Deo versagt, der Mund austrocknet und das Gedächtnis gelöscht wird? Wie sollst du dann bitte ein Gespräch meistern, bei dem du nicht von einem, sondern drei oder vier Leuten gelöchert wirst?

Vier gegen Eins war schon auf dem Schulhof nicht besonders fair. Und im Vorstellungsgespräch droht die vierfache Anzahl an Fragen, und das auch noch in einem höheren Pensum. Ganz zu schweigen von einem Vierfachen an Augenpaaren, die jeden Blick und jede Bewegung analysieren. Fair oder nicht – Bewerbungsgespräche, die von mehreren Personen durchgeführt werden, sind eine übliche Vorgehensweise von Unternehmen, die den Einstellungsprozess verkürzen wollen. Und du musst da durch.

Wissen, wer dir gegenübersitzt

In den meisten Fällen wird das Gremium, das sich deiner annimmt, aus Vertretern verschiedener Sparten des Unternehmens zusammengesetzt sein. Dementsprechend wirst du aus unterschiedlichen Blickwinkeln gemustert werden – schliesslich achtet jeder auf andere Details und Personen aus verschiedenen Berufsgebieten werden deinen Lebenslauf auf unterschiedlichen Grundlagen bewerten. So legt ein Personaler zum Beispiel auf andere Dinge Wert als ein Marketingmanager. Das bedeutet (leider) auch: Je mehr Gesprächspartner du hast, desto mehr Fragen kommen auf dich zu.

Es heisst also mal wieder: Vorbereitung! Versuch vor dem Gespräch herauszufinden, wer alles daran beteiligt sein wird. Wende dich am besten an deine Kontaktperson – also die, mit der du gesprochen oder geschrieben hast, um das Interview zu vereinbaren.

Kann er oder sie dir nicht weiterhelfen (was aber unwahrscheinlich ist), musst du gleich zu Beginn des Gesprächs alles geben: Versuch dir bei der Vorstellungsrunde alle Namen und die dazugehörige Position zu merken – nicht leicht in einer solchen Situation, aber sehr sinnvoll, um immer angemessen antworten zu können. Wenn du schlecht mit Namen bist und dir nicht zutraust, dir alle zu merken, bitte deine Gesprächspartner, dir Notizen machen zu dürfen.

Bezieh die Gruppe mit ein

Leider reicht es nicht, alle Personen im Raum zuordnen und benennen zu können – jetzt musst du sie noch von dir überzeugen. Dabei geht es nicht nur darum, jedem Einzelnen die perfekte Antwort zu liefern, sondern auch das Gruppengespräch gut zu führen. Am besten gelingt dir das, indem du zunächst auf die jeweilige Frage antwortest und im Anschluss weitere Punkte hinzufügst, mit denen du die Perspektive(n) der anderen Beteiligten anspricht. So hinterlässt du nicht nur einen Eindruck auf die Person, die die Frage gestellt hat, sondern immer auch auf die anderen.

Zu diesem Zweck ist es auch wichtig, auf die Körpersprache zu achten. Wenn du auf eine Frage antwortest, wendest du dich natürlich auch direkt an den Fragesteller. Wenn du anschliessend die anderen Interviewer einbindest, achte darauf, dies auch durch Blickkontakt und Körperhaltung zu tun – so wirst du einen deutlich besseren Bezug zur Gruppe herstellen.

Behalte so viel Kontrolle wie möglich

Vier Interviewern gegenüber findest du dich schnell in einem Kugelhagel an Fragen wieder. Kaum hast du eine halbwegs beantwortet, feuert schon einer die nächste ab. Und du bist der Situation hilflos ausgeliefert. Oder?

Ein wenig kannst du die Sache entschleunigen – denn du hast ja schliesslich recht oft das Wort. Versuch ruhig und vor allem nicht zu schnell zu reden und hab keine Angst, dir nach einer Frage ein wenig Zeit für eine kleine Denkpause zu nehmen. Komm dann zügig zum Punkt und verzichte auf unnötige Informationen und Ausschmückungen – sonst riskierst du, dass dir eine neue Frage gestellt wird, bevor du eine zufriedenstellende Antwort gegeben hast.

Es ist nicht schön, auf der einsamen Seite des Tisches zu sitzen. Aber wenn du den Job willst, hast du leider keine Wahl. Eine gute Vorbereitung und ein selbstbewusstes, ruhiges Auftreten sind auch hier mal wieder des Pudels Kern. Und wenn du aus so einem Interview lebend rausgekommen bist, wirst du dich fühlen, als kann dir keiner mehr was – schon allein dafür lohnt es sich.