Bleistift und papier   grunde nicht einstellen

Machen Sie regelmässig Sport?

08.October 2015 3 Min. Lesezeit Interview

Merkwürdige Frage: Wenn der Job, um den du dich bewirbst, etwas mit Sport zu tun hat, sollte diese Frage eigentlich schon lange vor dem Vorstellungsgespräch beantwortet worden sein. Und wenn es sich um einen Bürojob handelt, ist es doch völlig egal, ob du nach Feierabend fernsehen oder laufen gehst, oder? Täusch dich da mal nicht – der Recruiter interpretiert mehr in deine Antwort, als du vielleicht denkst.

Vorbereitung auf diese Frage:

Wenn du zu den beneidenswerten Menschen gehörst, die wirklich regelmässig und gerne Sport treiben, bist du natürlich auf der sicheren Seite. Trotzdem kannst du dich vorbereiten: Recherchiere, ob es beispielsweise ein firmeninternes Sportteam gibt oder ob regelmässig Sportevents geplant werden. Die Mitarbeiter gehen einmal im Jahr zusammen Skilaufen oder nehmen an Firmenläufen teil? Dann denk schon mal drüber nach, wie du dazu stehst und ob du Lust hättest, mitzumachen.

Überleg dir ausserdem, was die Sportarten, die du in deiner Freizeit ausübst, über deine Fähigkeiten im Job aussagen bzw. für die Jobrolle relevant sein könnten.

Dos:

Auch wenn du kein grosser Sportfanatiker bist, solltest du zumindest deinen guten Willen – dich fit halten zu wollen – zum Ausdruck bringen.

„Ja, ich versuche mich in meiner Freizeit fit zu halten, auch wenn ich nicht viel Zeit habe. Deshalb verbinde ich das Notwendige gerne mit dem Angenehmen und treffe mich mit Freunden zum Sport machen. Wir besuchen dann zusammen Kurse oder gehen joggen – im letzten halben Jahr haben wir uns von 20 Minuten bereits auf 40 Minuten Laufzeit gesteigert.“

Die Antwort zeigt, dass dir etwas an deiner Gesundheit liegt. Ausserdem beweist du gleich auch Organisationstalent, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit.

Übst du mehrere Sportarten aus, orientiere dich an den Anforderungen der ausgeschriebenen Jobrolle und konzentrier dich auf diejenigen, die deine entsprechenden Fähigkeiten besonders unterstreichen – etwa Teamfähigkeit oder Ausdauer.

Don’ts:

Neben der streng verbotenen Antwort „Nein, Sport ist Mord“ gibt es noch einige weitere, die der Recruiter nicht von dir hören möchte.

„Ja, ich bin ein absoluter Adrenalinjunkie - Cliff Diving ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen im Urlaub. Ausserdem gehe ich leidenschaftlich gerne Eisklettern.“

Menschen mit einem Hang zu Extremsportarten haben potentiell ein grösseres Verletzungsrisiko und stehen für den Recruiter damit im Verdacht, öfter im Job auszufallen oder chronisch erschöpft zu sein.

„Ich habe vor Jahren einmal Volleyball gespielt, aber Mannschaftssport liegt mir nicht besonders. Deshalb spiele ich nun bereits seit vielen Jahren Golf.“

Ist ein gewisses Mass an Teamfähigkeit für die ausgeschriebene Jobrolle gefragt (und das ist sie fast immer) und du zeigst dich durch die Wahl deiner Sportart als absoluter Einzelkämpfer, kann dies auch ein Ausschlusskriterium sein.

Natürlich solltest du dich nicht als absoluter Sportmuffel entpuppen. Das Unternehmen möchte gesunde, ausgeglichene Mitarbeiter haben, die auf ihr Wohlbefinden achten. Aber auch das Gegenteil stösst nicht unbedingt auf Begeisterung.

Was der Recruiter mit dieser Frage bezweckt:

Die Frage nach deinen sportlichen Aktivitäten ist kein harmloser Small-Talk. Zum einen ist für das Unternehmen relevant, dass fitte Mitarbeiter, die regelmässig Sport treiben, oft ausgeglichener und gesünder sind. Das kommt dem Unternehmen nicht nur aus finanzieller Sicht zugute, sondern wirkt sich auch positiv auf die Arbeitsatmosphäre im Büro aus.

Weiterhin sagt deine Antwort einiges über deine Persönlichkeit und deine für den Job relevanten Eigenschaften aus. So lassen sich – ausgehend von der Sportart, die du ausübst –Schlüsse über deine Ausdauer, dein Durchhaltevermögen, deine Geschicklichkeit, Motivation und Teamfähigkeit sowie Einzelleistungen ziehen.

Wir meinen:

Sei dir im Klaren über die Intention dieser Frage und präsentiere dich weder als absoluter Sportmuffel noch als lebensmüden Draufgänger. Recherchiere, was der Firma besonders wichtig sein könnte und hebe deine positiven Eigenschaften, die in Zusammenhang mit deinen sportlichen Aktivitäten stehen, in besonderer Weise hervor.

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