Bleistift und papier   grunde nicht einstellen
Bleistift und papier   grunde nicht einstellen
Max by
08 Okt 2015 um 09:49

Einerseits liest man ständig, dass man im Vorstellungsgespräch bloss nicht wiederholen soll, was im Lebenslauf steht, und dann wird man explizit danach gefragt? Was soll das denn? Tatsächlich wird diese Frage zu Beginn eines Job-Interviews sehr häufig gestellt – obwohl der Interviewer den Lebenslauf des Bewerbers kennt und möglicherweise sogar vor sich liegen hat. Es geht also tatsächlich um die Darstellung – und um den roten Faden, den du so spinnen solltest, dass er direkt in das Unternehmen führt, bei dem du dich gerade bewirbst.

Andere Formulierungen:

  • Führen Sie mich / uns bitte durch Ihren Lebenslauf
  • Wie kam es zu Ihrer Berufswahl?
  • Wie kam es, dass Sie in diesen Firmen gearbeitet haben?

Vorbereitung auf diese Frage:

Nimm dir deinen Lebenslauf zur Hand. Die Daten und Fakten daraus solltest du sowieso jederzeit im Kopf haben. Aber kannst du auch schlüssig erklären, wie es zu den verschiedenen Stationen in deinem Berufsleben kam? Was hat dich motiviert, den Job oder den Studiengang zu wechseln? Welche Wünsche und Interessen haben deine Entscheidungen für deine Praktika beeinflusst?

Erzähl dir deine Lebensgeschichte am besten laut und begründe, warum du dein Studium oder deine Ausbildung gewählt hast, warum du wie lange in welcher Firma gearbeitet und welche Jobchancen du jeweils damit verbunden hast. Brüche und Lücken im Lebenslauf solltest du ebenfalls schlüssig erklären können.

Dos:

Führe deinen Gesprächspartner zielgerichtet durch alle Stationen deines Lebenslaufs und erkläre bei jedem Schritt, was du damit bezweckt oder dir erhofft hast: Es sollte möglichst eine langfristige Strategie dahinter erkennbar sein. Im Idealfall beantwortest du so die Frage, die (bisher) unausgesprochen im Raum steht: „Warum haben Sie sich genau hier beworben?“

Beispiel für eine positive Formulierung:

„Ich wusste schon früh, dass ich einmal in der Beratung tätig sein möchte und habe deswegen nach meiner Matura Wirtschaftsrecht studiert. Während meines Studiums habe ich dann ein Praktikum bei KPMG absolviert, weil ich hier in die Praxis eines grossen Beratungsunternehmens hineinschnuppern konnte. Das zweite Praktikum habe ich in einer kleinen Rechtsberatungsfirma gemacht, in der ich mich vor allem mit dem Insolvenzrecht befasst habe. Da mir dies sehr zugesagt hat, habe ich das Insolvenzrecht später in meiner Masterarbeit behandelt und bewerbe mich nun um diese Stelle in Ihrem Unternehmen.“

Don’ts:

Leiere deinen Lebenslauf nicht emotionslos herunter, ohne die nackten Fakten aus dem CV zu erläutern. Indem du dem Interviewer keinerlei neue Informationen lieferst, verschwendest du lediglich seine Zeit und machst dich kein bisschen interessanter.

Beispiel für eine negative Antwort:

„Ich wurde 1985 geboren und bin in Zug aufgewachsen. Nach meiner Matura wusste ich nicht so recht, wohin mit mir und habe erst mal Germanistik studiert. Das habe ich nach 2 Semestern abgebrochen und stattdessen mit Jura angefangen. Das habe ich zwar beendet, nach dem Studium aber nicht gleich einen Job gefunden. Also habe ich als Call Center Agent gejobbt und habe mich nun bei Ihnen auf die Stelle beworben.“

Was der Recruiter mit dieser Frage bezweckt:

Der Recuiter hat deinen Lebenslauf selbstverständlich gelesen und möchte nun von dir hören, welcher Strategie du für deine Lebensplanung gefolgt bist, ob du in der Lage bist, langfristig zu planen oder eher chaotisch und sprunghaft bist. Auch bei einem weniger linearen Werdegang zählt in erster Linie die Erklärung: Denn zu einer erfolgreichen Karriere gehört nicht nur eine gute Planung, sondern auch die Kompetenz, in Sackgassen Alternativen zu entwickeln und diesen nachzugehen. Letztlich will er auch herausfinden, ob du über Ehrgeiz und eine realistische Selbsteinschätzung verfügst.

Wir meinen:

Mach den roten Faden deutlich, der sich durch deinen beruflichen Lebenslauf zieht. Auch wenn du selbst ihn als hoffnungslos chaotisch empfindest: Es gibt ihn! Studienabbrüche und Berufswechsel sind nicht per se ein schlechtes Zeichen, sondern zeugen eher von der Fähigkeit, alternative Strategien zu entwickeln – sofern du es auch hier schaffst, deine Motivation und Beweggründe überzeugend und nachvollziehbar darzustellen.

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