Bleistift und papier   grunde nicht einstellen
Bleistift und papier   grunde nicht einstellen
Max by
12 Okt 2015 um 09:01

Sie gehört zu den berühmtesten und verhasstesten Fragen des Vorstellungsgesprächs. Hundert Mal wurden Antworten schon für „gut“ befunden, nur um kurz darauf in der Kategorie „Ausgelutscht – bloss nicht mehr verwenden“ zu landen. Der Tipp, Schwächen zu nennen, die wie Stärken aussehen, ist heutzutage wenig erfolgsversprechend und überzeugt keinen Personaler mehr. Vielmehr kommt es darauf an, eine authentische Antwort zu finden, die Abgedroschenes vermeidet und den Personaler überzeugen kann.

Alternative Formulierungen:

  • Welche Schwächen haben Sie?
  • Welche Eigenschaften würde Ihr Chef an Ihnen kritisieren?
  • Welcher Ihrer Charakterzüge stört Sie am meisten?
  • Nennen Sie Ihre drei grössten Schwächen!
  • Welche Schwächen zeichnen Sie aus?

Vorbereitung auf diese Frage:

Mach dir zunächst klar, dass jeder Mensch Schwächen hat! Und diese nicht benennen zu können, zeugt von mangelnder bis fehlender Selbsterkenntnis, Arroganz und Unglaubwürdigkeit.

  1. Mach eine Liste mit deinen echten Schwächen. Liste hierzu ehrlich alle Schwächen auf, die du privat hast, oder die sich in deinem Beruf irgendwann einmal gezeigt haben.
  2. Finde Beispiele, wie du die Auswirkungen deiner Schwächen im Beruf meistern konntest. Wie hast du sie erkannt und was hast du getan, um sie in den Griff zu bekommen?

Dos:

Nimm deine Liste zur Hand, die du für das Vorstellungsgespräch erstellt hast und die Auskunft über deine echten Schwächen gibt. Nenn zuerst eine Schwäche, die keinen Bezug zu dem Job hat.

Sehr gute Beispiele für Schwächen aus dem Privatbereich, die du als erstes nennst:

„Ich bin schlecht in Chemie.“ „Ich kann nicht singen.“ „Ich kann keinen Nagel grade in die Wand hauen.“ „Ich habe einen miesen Orientierungssinn und verlaufe mich in neuen Gegenden regelmässig.“ „Ich bin leider nicht schlagfertig. Dann ärgere ich mich oft, weil mir im Nachhinein gute Reaktionen einfallen.“

Nenn danach eine Schwäche, die du im Berufsalltag erkannt und gemeistert hast. Deine Antwort sollte anhand eines konkreten Beispiels zeigen, was du gegen die Schwäche getan hast und welches positive Ergebnis du auf diese Weise erreichen konntest.

„Ich kann mir einfach keine Namen merken. In dem Moment, wo mir ein neuer Kollege vorgestellt wird, höre ich in meinem Kopf nur ein „PIEP“ und der Name ist sofort wieder weg. Das hat mich sehr gestört, weil es peinlich ist, ständig nach den neuen Namen fragen zu müssen. Also wende ich nun folgenden Trick an: Wenn mir ein neuer Kollege vorgestellt wird, nenne ich den neuen Namen sofort laut, zum Beispiel: „Schön Sie kennenzulernen, Frau Schmidt“, und damit ist der Name dann meistens gespeichert.“

“Als Berufsanfänger/In verfüge ich noch über sehr wenig Berufserfahrung. Aber ich kann mich sehr gut selbst motivieren und habe eine grosse Lernbereitschaft, um mir die fehlenden Kenntnisse schnell anzueignen.”

Don’ts:

Vermeide jede Art von vermeintlich witziger Antwort dieser Art: „Ich habe eine Schwäche für guten Rotwein.“ Auch die Antwort, dass dir einfach keine Schwächen einfallen, ist ein No Go.

Ausserdem solltest du unbedingt vermeiden, eine Schwäche zu nennen, die dich bei der Ausübung des Jobs behindert. Als Beispiel: Du kannst nicht deine Nervosität, vor grossem Publikum zu sprechen, als Schwäche angeben, wenn genau dies im Joballtag täglich von dir gefordert wird.
Weiterhin gibt es ein paar Antworten, die so abgedroschen sind, dass sie mittlerweile jeden Personaler zum Gähnen bringen:

„Ich bin ungeduldig und will immer zu viel auf einmal.“ „Ich bin unordentlich.“ „Ich muss zu Ende bringen, was ich einmal angefangen habe.“ „Ich bin ein Perfektionist.“

Was der Recruiter mit dieser Frage bezweckt:

Der Recruiter will herausfinden, ob du selbstreflektiert und in der Lage bist, dich selbst realistisch einzuschätzen. Bei der Antwort geht es vor allem darum zu zeigen, dass du deine Schwächen erkannt und etwas dagegen getan hast bzw. tust.

Wir meinen:

Diese Frage ist nach wie vor sehr beliebt bei Recruitern: Bereite eine Antwort so gut wie möglich vor! Hab für jede Schwäche ein konkretes Beispiel parat, das zeigt, wie du mit der Schwäche umgehst und du überzeugst den Personaler.

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