Bleistift und papier   grunde nicht einstellen
Bleistift und papier   grunde nicht einstellen
Max by
16 Okt 2015 um 09:35

Mobbing ist ein sensibles und leider kein seltenes Thema – und die Grenzen zwischen Streitigkeiten und Mobbing sind oft nicht klar zu ziehen. Der subtile oder offensichtliche Terror kann ernsthafte psychische Schäden bei den Betroffenen verursachen – und führt oft dazu, dass sie kündigen, um der Situation zu entkommen. Da kann man unmöglich wegsehen. Aber was tun? Genau hierauf sollte man im Vorstellungsgespräch eine gute Antwort haben.

Andere Formulierungen:

  • Ein Mitarbeiter wird von anderen Kollegen oder seinem Vorgesetzten gemobbt. Wie reagieren Sie?
  • Wie verhalten Sie sich, wenn Kollegen offensichtlich gemobbt werden?

Vorbereitung auf diese Frage:

Hast du schon einmal Mobbing erlebt (am eigenen Leib oder in deinem Umfeld)? Wie hast du die Situation erlebt? Was wurde unternommen (oder auch nicht)? Was hättest du rückblickend vielleicht gern unternommen bzw. was würdest du heute unternehmen? Wenn dir das Thema bisher erspart wurde, versuch dich in die Situation hineinzuversetzen und die Fragen zu beantworten.

Dos:

  • Berichte von einer Mobbing-Situation, die du beispielsweise in Schulzeiten, einer Trainingsgruppe oder einem Praktikum erlebt (und idealerweise entschärft) hast, und welche Ansätze das Verhältnis aller Beteiligten schliesslich verbessert haben.
  • Mach deutlich, dass du die gemobbte Person unterstützen würdest, besonders, wenn sie nicht alleine gegen den oder die Büro-Tyrann(en) ankämpfen kann. Denn viele Leute scheuen trotz offensichtlicher Schwierigkeiten die Konfrontation.
  • Wenn sachliche Gespräche mit dem oder den Mobbenden nicht helfen, ist es sinnvoll, konkrete Beweise zu sammeln und jemanden zu involvieren, der weiter ausserhalb des Teams steht: Einen HR-Manager, den Betriebsrat oder sogar einen Vermittler von aussen.
  • In diesem Zusammenhang ist auch die sogenannte arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht des Arbeitgebers wichtig: Führungskräfte müssen Mobbing sofort Einhalt gebieten, wenn sie davon erfahren, und ihre Mitarbeiter schützen.
  • Wichtig ist, dass du zwischen Abneigung und Mobbing unterscheiden kannst: Jemanden nicht zum gemeinsamen Mittagessen einzuladen oder auf dem Flur nicht zu grüssen, ist etwas ganz anderes, als Diskriminierung, das Zuteilen unlösbarer oder nutzloser Aufgaben, sexuelle Belästigung, Isolation und dergleichen.
  • Betone, dass es auch wichtig ist, die Ursachen zu analysieren: Oft sind Arbeitsabläufe schlecht organisiert, es mangelt an Kommunikation mit höheren Ebenen oder es herrscht Neid über verteilte Aufgaben. Den Frust darüber kanalisieren manche Mitarbeiter dann auf andere, indem sie diese schikanieren – anstatt die eigenen Probleme zu lösen.

„Mobbing ist absolut inakzeptabel. Ich würde erst einmal mit dem Betroffenen reden, um seine Sicht der Dinge zu verstehen. Dann würde ich bei dem oder den Mobbenden nachhören, ob und welches Problem sie mit der Person haben. Wenn ich es durch freundliches, aber bestimmtes Argumentieren nicht schaffe, ihn oder sie zu überzeugen, dass das Verhalten falsch ist, würde ich das Problem bei der Personal- oder Abteilungsleitung ansprechen – in Absprache mit dem Betroffenen.“

Don’ts:

  • Vermittle dem Recruiter nicht, dass du denkst, Mobbing sei selbstverschuldet und dass du nichts unternehmen würdest, weil du dir und deiner Karriere damit selbst schaden könntest.
  • Verwende keine vagen Aussagen und Pseudolösungen. Das würde zeigen, dass du ein Thema mit teilweise schweren psychischen Konsequenzen nicht ernst nimmst.

„Ich glaube, das Wort „Mobbing“ wird gern von Menschen verwendet, die sich nicht wehren können. Ich sage anderen gerne, dass sie es nicht übertreiben sollen, aber mehr kann ich da auch nicht machen.“

Was der Recruiter mit dieser Frage bezweckt:

Der Recruiter will mit dieser Frage dein Feingefühl und deinen Einsatz für andere testen: Nimmst du Spannungen schnell wahr und hast gute Fähigkeiten im Konfliktmanagement? Bist du ein Teamplayer, der sich um Kollegen sorgt – oder eher ein Egoist, der Mobbing ignorieren würde, um nicht selbst zum Ziel zu werden?
Indem er das Extrembeispiel Mobbing wählt, kann der Recruiter ausserdem testen, wie gut du auch mit kleineren Konflikten im Teamwork umgehen und produktive Lösungen entwickeln kannst.

Wir meinen:

Hier wird von dir erwartet, deine Ernsthaftigkeit unter Beweis zu stellen und dem Recruiter konkrete Lösungsansätze zu liefern. Nimm das Thema Mobbing nicht auf die leichte Schulter, sondern zeige Empathie und Einsatz. So wirst du auch als zukünftiger Kollege geschätzt!

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