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„Lücken im Lebenslauf sollte man nicht verschweigen“ – Katja Schulze, Head of HR bei comparis.ch

Max by
05 Nov 2015 um 17:00

Als Head of HR des Online-Vergleichsportals comparis.ch bekommt Katja Schulze bis zu 100 Bewerbungen pro Woche. Uns hat sie verraten, wie ein CV überzeugen kann, welche Fehler immer wieder gemacht werden und warum sich Absolventen von Absagen nicht entmutigen lassen sollten.

Katja Schulze, Head of HR bei comparis.ch

Frau Schulze, was schätzen Sie persönlich an comparis.ch als Arbeitgeber besonders?
Ich arbeite erst seit ein paar Wochen bei comparis.ch und wurde sehr herzlich aufgenommen. Der Teamzusammenhalt ist sehr gross und ich bin mit all meinen Fragen, gerade jetzt in der Einarbeitungszeit, bisher immer auf offene Ohren gestossen. Ich schätze die kurzen Wege, Entscheidungen werden auch mal in der Küche während der Kaffeepause getroffen, und eine gute Idee wird schnell in die Tat umgesetzt.

Der Name comparis ist in der Schweiz sehr bekannt. Gibt es auch eher unbekannte Geschäftsbereiche?
Viele kennen comparis.ch vor allem durch den Krankenkassenvergleich, der seit Gründung der Firma unser Kernprodukt ist. Doch sukzessive hat comparis.ch auch Vergleiche für weitere Produkte wie Auto- und Hausratversicherungen, Spar- und Kreditzinsen oder Telecom-Tarife aufgebaut und bietet mittlerweile auch Marktplätze für Immobilien und Gebrauchtwagen. Dieses Gesamtportfolio an Services kennen nur wenige. Ausserdem weiss kaum jemand, dass wir ein KMU mit rund 100 Mitarbeitern sind und dass die Firma nächstes Jahr bereits 20-jähriges Jubiläum feiert.

comparis.ch ist ein sehr breit aufgestelltes Unternehmen. Welche Leute suchen Sie im Speziellen?
Wir suchen laufend online-affine Leute, die sich mit dem Dienstleistungsangebot von comparis.ch identifizieren können. Vom Marketingspezialisten über den Produktmanager bis zum Software-Entwickler – wir haben Mitarbeiter mit sehr unterschiedlichen Ausbildungshintergründen. Offene Stellen schreiben wir auf unserer Homepage aus und nehmen gern auch jederzeit Initiativbewerbungen über unser Online-Bewerbungsformular an.

Wie viele Bewerbungen bekommen Sie? Wie viel Zeit nehmen Sie sich für eine Bewerbung?
Je nachdem, wie viele Stellen wir auf unserer Homepage und auf anderen Kanälen ausgeschrieben haben, erhalte ich 10-20 Bewerbungen pro Tag. Ich schaue mir bei allen Kandidaten zuerst den Lebenslauf an. Wenn der überzeugt, investiere ich gern mehr Zeit, um mir die restlichen Unterlagen anzusehen. Passt die Bewerbung auf das gesuchte Profil, entscheide ich gemeinsam mit der Fachabteilung über eine Einladung zum Interview.

Worauf achten Sie besonders bei einer Bewerbung?
Für mich ist der Lebenslauf besonders wichtig: Eine klare Anordnung und Übersichtlichkeit spricht mich an. Es ist angenehm für mich als Personalerin, wenn zu den einzelnen Stationen die jeweiligen Aufgaben bzw. Schwerpunkte kurz aufgelistet sind. Maximal zwei Seiten Lebenslauf sind vollkommen ausreichend. Auf die Aufzählung jedes besuchten Seminars oder jeder Teilnahme an einem Wettbewerb, der schon einige Jahre zurück liegt, kann man getrost verzichten. Eine persönliche Note im CV schadet nicht. Ich finde es sympathisch, wenn jemand angibt, welche Interessen und Hobbies er oder sie hat.

Im Anschreiben sollte Begeisterung für die Stelle bzw. comparis.ch zu spüren sein. Bewerber sollten uns mitteilen, warum sie bei comparis.ch arbeiten möchten, welche Qualifikationen sie dafür mitbringen und wie sie sich für die Weiterentwicklung unseres Angebots einbringen möchten.

Was empfehlen Sie Bewerbern, die Lücken im Lebenslauf haben?
Lücken sollte man nicht verschweigen, sondern als solche im Lebenslauf angeben und mit einem Kommentar versehen. Künstlich über Lücken hinwegtäuschen, mit einer Weiterbildung oder Reise, die man nicht wirklich gemacht hat, sollte man nicht. Personaler haben ein Auge für Schwindeleien und die Gefahr, dass man dann direkt aus dem Rennen ist, ist gross.

Was möchten Sie in Bewerbungen nicht mehr sehen? Was dafür gerne öfter?
No Gos sind: Standard-Bewerbungsbriefe, ein Bild vom letzten Strandurlaub, irrelevante Seminarbestätigungen, Copy-Paste, Rechtschreibfehler und der Name eines HR-Ansprechpartners aus einem anderen Unternehmen. Wer denkt, es sei doch klar, dass man das nicht macht, wird sich wundern: Ich bekomme leider täglich Bewerbungen mit genau diesen Fehlern.

Gerne öfter hätte ich: Ein professionelles Bewerbungsbild – dies bleibt in Erinnerung und hilft mir, ein gewisses Bauchgefühl für den Bewerber zu entwickeln. Sollte die Zeit drängen und es ist kein verwendbares Bild vorhanden, sollte man die Bewerbung lieber ohne Bild abschicken. Auch ein individuell gestaltetes Layout des Anschreibens oder des CVs hebt einen von anderen Bewerbern ab und sorgt auf Recruiter-Seite für Abwechslung.

Was möchten Sie heutigen Studierenden oder Absolventen auf den Weg mitgeben?
Es ist nicht alles planbar, es gehört auch immer etwas Glück dazu. Jedoch erhöht eine gute Vorbereitung Ihre Chancen bei der Bewerbung. Versetzen Sie sich in die Lage des Empfängers (meist HR und Vorgesetzte) und richten Sie den Inhalt Ihres Anschreibens auf diese aus. Nutzen Sie die Unternehmens-Homepage und die Social Media-Netzwerke, um mehr über den oder die Empfänger Ihrer Bewerbung zu erfahren.

Sollte es zu einer Absage kommen, sollte man diese nicht persönlich nehmen. Es kann sehr viele Gründe dafür geben, trotz eines gut passenden Profils: Die Stelle hat viele Bewerber angezogen, es hat sich ein interner Mitarbeiter beworben und den Vorzug bekommen, oder das Anforderungsprofil hat sich zwischenzeitlich geändert und die Stelle wird doch nicht wie geplant besetzt.

Einfach nicht aufgeben, auch wenn man schon mehrere Absagen kassiert hat! Dass es funktioniert, weiss ich aus persönlicher Erfahrung: Für meinen ersten Job habe ich mehr als 100 Bewerbungen verschickt und schlussendlich bin ich bei meinem Wunschjob gelandet.

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