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„Wir suchen Menschen, die Bestehendes hinterfragen“ – Karl Reinmann, Head of HR bei Bayer (Schweiz) AG

Max by
03 Dez 2015 um 10:27

Weltweit beschäftigt die Bayer AG mehr als 100’000 Menschen. Karl Reinmann, Head of HR bei Bayer Schweiz, verrät, warum er im Vorstellungsgespräch lieber über konkrete Beispiele als über Theorien spricht und bei der Bayer AG fast alles möglich ist – ausser Stillstand.

Herr Reinmann, worauf achten Sie besonders bei einer Bewerbung? Wie gewinnt man Ihre Aufmerksamkeit?
Ich muss vor allem spüren, sehen und lesen können, dass sich der Bewerber mit der Stellenbeschreibung und mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Ich möchte eine aussagekräftige, überzeugende Bewerbung sehen und kein 0815-Exemplar, das so schon an 15 andere Unternehmen gegangen ist. Es soll authentisch sein, ich muss die Motivation und das Interesse des Kandidaten am Unternehmen und an der Stelle spüren können, und dass er oder sie es auch entsprechend umsetzen kann.

Dabei sollte sowohl das Anschreiben als auch das CV knapp, prägnant und auf den Punkt formuliert sein. Ich muss sehen, dass der Bewerber für die Stelle geeignet ist und die notwendigen Qualifikationen da sind: Dann nehme ich gerne ein entsprechendes Dossier in die Hand. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Person dann eingeladen wird, ist sehr hoch.

Was empfehlen Sie Bewerbern, die eine Lücke im Lebenslauf haben?
Personaler haben, besonders was die Daten betrifft, ein geschultes Auge. Da fallen Lücken schnell auf. Meine Empfehlung an Kandidaten lautet ganz klar: Ehrlich sein! Wenn zwischen zwei Beschäftigungen eine längere Reise, ein Erziehungsurlaub oder Sonstiges lag, sollte der Bewerber das auch so schreiben. Auch eine Phase der Arbeitslosigkeit kann jedem mal passieren. Es ist kein Absagegrund, wenn es einmal länger gedauert hat, bis man eine neue Stelle gefunden hat.

Ich halte es in jedem Fall für sinnlos, Lücken nicht aufzuzeigen und zu erklären. Man sollte ehrlich darauf hinweisen und klar stellen, was in dieser Zeit passiert ist – ansonsten kommt gleich zu Anfang ein Gefühl des Misstrauens auf.

Und ab wann zählt ein Zeitraum für Sie als Lücke, die es zu erklären gilt?
Man gibt ja im CV normalerweise jede Station mit Monat und Jahr an – da fällt es eben schnell auf, wenn sich plötzlich eine Lücke von einem oder mehr Monaten auftut. Deshalb würde ich alles aufzeigen, was über einen Monat hinausgeht – also sobald zwei Engagements nicht direkt aufeinander folgen.

Wie viel Wert legen Sie auf freiwillige oder andere ausseruniversitäre Aktivitäten oder Engagements?
Es ist sicher interessant zu sehen, wie sich ein Bewerber im Privaten engagiert, aber das sind keine entscheidenden Informationen. Je nach Stelle gibt es sicher auch noch Hinweise darauf, wie sich die Person darin allenfalls bewegen und verhalten könnte. Wenn ich beispielsweise sehe, dass jemand im Vorstand eines Vereins ist, dann kann ich mir vorstellen, dass die Person auch hier in einer Führungsposition eine gute Art und Weise an den Tag legen kann. Man nimmt diese Informationen also schon wahr, aber für die finale Entscheidung sind andere Punkte wichtiger.

Haben Sie eine Lieblingsfrage im Vorstellungsgespräch?
Ich würde es nicht als Lieblingsfrage bezeichnen, aber wir stellen gern Fragen zu konkreten Situationen und Beispielen. Wenn ein Kandidat beschreibt, wie er oder sie sich in einer echten Situation verhalten hat, finden wir am meisten über ihn heraus und bekommen authentische Informationen über die Person. Hierbei geht es uns vor allem um Kompetenzen – genauer gesagt um die spezifischen Kernkompetenzen, die für die jeweilige Stelle besonders wichtig sind. Anhand konkreter Situationsbeispiele lässt sich dann ziemlich gut einschätzen, ob ein Bewerber diese Kompetenzen mitbringt oder nicht.

Was schätzen Sie persönlich an Bayer Schweiz als Arbeitgeber besonders?
Zum einen schätze ich Bayer als Konzern: Es ist ein sehr gut aufgestelltes, gut diversifiziertes und erfolgreiches Unternehmen mit einer guten Forschung und Entwicklung. Dabei ist das Unternehmen sehr strukturiert und organisiert.

Was ich ganz speziell hier vor Ort an Bayer in der Schweiz schätze, ist der familiäre Charakter: Der Umgang ist sehr freundschaftlich und kollegial, sehr unterstützend, sehr motivierend – obwohl natürlich auch immer Leistung gefragt ist. Man kennt sich, man pusht und motiviert sich für die weitere Entwicklung – sei es in persönlicher Weise oder für das Unternehmen. Man bleibt hier nie an Ort und Stelle stehen: Es wird davon ausgegangen, dass sich die Welt und der Markt bewegen und wir uns mitbewegen sollen und müssen.

Wem empfehlen Sie den Einstieg bei Bayer? Was für Leute suchen Sie?
Seit Anfang 2015 arbeiten wir mit einem neuen Employer Branding – dieses sagt schon sehr viel aus über die Leute, die wir suchen. Gemäss unseres Slogans „Passion to innovate, power to change“ suchen wir Menschen, die Leidenschaft mitbringen, Bestehendes hinterfragen, die sehen und verstehen, dass Bayer wirklich ein Unternehmen ist, in und mit dem man etwas bewegen kann; das einen inspiriert und motiviert.

Ganz wichtig ist auch das Verständnis, dass der Kunde im Mittelpunkt unserer Arbeit steht. Wir wollen die Bedürfnisse der Kunden erfassen, evaluieren und entsprechende Antworten geben. Wer sich bei uns bewirbt, sollte wirklich ein Mensch mit offenem Spirit sein; jemand, der „out-of-the-box“ denken kann und sich auch dementsprechend einbringen möchte.

Gibt es bei Bayer auch die Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln?
Ja, bei einem Konzern wie Bayer, mit über 100’000 Mitarbeitenden weltweit, ist der internationale Weg natürlich gegeben. Wenn sich ein Mitarbeiter für eine Weiterentwicklung im Ausland interessiert, gibt es unzählige Möglichkeiten – sei es in Form eines Short-Term-Assignments von drei bis sechs Monaten oder eines Long-Term-Assignments.

Seit Anfang des Jahres bieten wir zum Beispiel in Zürich und in Basel je einen Swiss Trainee Platz an. Hier kommen junge Leute direkt von der Hochschule und absolvieren ein zweijähriges Entwicklungsprogramm. Auch in diesem Rahmen ist schon die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes gegeben. Nach dem Trainee-Programm kann man sich dann für Positionen sowohl im Inland als auch im Ausland empfehlen – schliesslich wird Mobilität immer von Mitarbeitern gewünscht, dann sollte man sie in diesem Wunsch auch unterstützen.

Was würden Sie Studenten und Absolventen noch mit auf den (Karriere-)Weg geben?
Ich halte es für wichtig, dass man sich Gedanken macht, wo der eigene Weg innerhalb einer Firma hinführen soll. Er muss nicht 100% klar sein und kann sich natürlich auch noch ändern oder sich neuen Gegebenheiten anpassen. Aber wenn man von der Uni kommt und sich bei Unternehmen bewirbt, sollte man schon einigermassen klare Gedanken und Vorstellungen haben und sich auch entsprechend informieren.

Ich empfehle Studenten, sich wirklich mit dem Markt, mit den Unternehmen, mit den verschiedenen Möglichkeiten, Positionen, Tätigkeitsfeldern und konkreten Berufen auseinanderzusetzen. Und man sollte nicht erwarten, dass der zukünftige Arbeitgeber sich um den weiteren Karriereweg kümmert. Es braucht sehr viel Proaktivität, Eigeninitiative und Motivation, um in der heutigen Wirtschaftswelt weiterzukommen und sich zu entwickeln.

Wie findet man diesen Weg? Können Sie hierzu eine Hilfestellung geben?
Zunächst setzt man sich natürlich mit dem Unternehmen auseinander. Wenn man sich bei uns bewirbt, würde man sich etwa fragen: Welche Bereiche deckt Bayer ab? In welchem Bereich möchte ich gerne einsteigen, wo möchte ich mich verwirklichen und entwickeln? Welche Möglichkeiten gibt es im Finance-, im Marketing- oder im medizinischen Bereich? Was wird verlangt, was wird gesucht, was muss ich mitbringen und welche Entwicklungsmöglichkeiten habe ich?

Wie gesagt: Man muss weder bereits alle Kenntnisse und Fähigkeiten haben, wenn man eine Stelle antritt, noch muss man für immer und ewig in dem Bereich bleiben, den man einmal gewählt hat. Nichtsdestotrotz ist es wichtig zu wissen, was einen erwartet und wohin die Reise gehen soll.

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