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Mut zur Lücke! Wie Arbeitslosigkeit in deinen Lebenslauf passt

Max by
08 Dez 2015 um 15:49

Früher oder später erwischt es fast jeden: Man ist unglücklich mit seiner Stelle oder verliert sie gar, und bevor man „Jobwechsel“ sagen kann, klafft schon eine Lücke im Lebenslauf. Auch wenn das nichts Ungewöhnliches ist, versuchen viele Bewerber dennoch, sie zu kaschieren – dabei muss das gar nicht sein.

Vielleicht hat es die ersten Monate nach deinem Abschluss Absagen gehagelt, vielleicht resultiert die Lücke in deinem Lebenslauf aus einer betriebsbedingten Kündigung deines Ex-Arbeitgebers, vielleicht hast du aber auch selbst entschieden, einen Job nicht länger machen zu wollen oder zu können. Welche Gründe es auch gab – der Gedanke daran, dem potenziellen neuen Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch die vermeintlich schwarzen Löcher im CV zu erklären, hinterlässt immer ein mulmiges Gefühl.

Pimp my CV? Schummeln ist keine Lösung

Ehrlich währt am längsten – nimm dir diesen Spruch zu Herzen! Natürlich ist die Verlockung gross, den Lebenslauf hier und da ein wenig zu „optimieren“ und die unschönen Lücken somit ins Jenseits zu befördern. Warum auch nicht? Merkt doch keiner. Ganz weit gefehlt! Vergiss nicht, dass Personaler Tag für Tag Bewerbungen sichten, und das zum Teil schon viele Jahre lang. Nach tausenden von Einsendungen sind sie durchaus in der Lage, die Wahrheit herauszufinden – das ist schliesslich ihr Job. Ist die Katze erst mal aus dem Sack, ist deine Glaubwürdigkeit dahin – und mit ihr deine Chancen auf den Job. Geh dieses Risiko nicht ein und überleg dir lieber, was du in der Zeit gemacht hast, in der du nicht gearbeitet hast.

Denk daran, dass es bei einem Vorstellungsgespräch nicht nur darum geht, einen bezahlten Job zu finden. Es geht darum, dass du zum Arbeitgeber passt und umgekehrt. Heisst im Klartext: Im Idealfall herrschen Sympathie und Vertrauen auf beiden Seiten. Eine schlechtere Voraussetzung als Lügen gibt es hier kaum.

Zwischen „Kein Problem“ und „Katastrophe“: Lücken sind, was du draus machst

Keine Sorge: Sofern dein Interviewer nicht gerade den ersten Arbeitstag seines Lebens hat, hat er schon mehr als eine Lücke in einem Lebenslauf gesehen – und wertet sie nicht automatisch als Ausschlusskriterium.

Aus dem Rennen wirfst du dich höchstens selbst, wenn du mit deinen „Auszeiten“ unprofessionell umgehst. Viele Bewerber fühlen sich von Fragen nach Lücken angegriffen und nehmen eine Abwehr- oder Verteidigungshaltung ein. Gepaart mit ausschweifenden Erklärungen, die eher Entschuldigungen gleichkommen, machen sie sich aber genau dadurch erst „verdächtig“. Dabei wollen Personaler in aller Regel einfach nur in Erfahrung bringen, was der Kandidat in dieser Zeit gemacht hat, um sich ein besseres Bild von ihm machen zu können.

Der Trick an einer guten Antwort ist eigentlich fast schon zu einfach: Das Wichtigste ist, dass du die Zeit ohne Anstellung als gewünscht und wertvoll darstellst. Immerhin gibt es heutzutage genug Menschen, die beabsichtigt eine längere Auszeit vom Arbeitsalltag nehmen, etwa in Form eines Sabbaticals. Das ist nichts Ungewöhnliches (mehr) und ausserdem dein gutes Recht – es ist schliesslich dein Leben und deine Entscheidung, ob eine Phase ohne Arbeit für dich richtig und notwendig ist. Wenn du deine arbeitslose Zeit in dieser Form, selbstbewusst und -bestimmt behandelst, vermittelst du den Eindruck, dass du die Kontrolle über dein Leben nie aus der Hand gegeben hast. Du weisst, was du tust und welche Prioritäten du setzt – das ist mit Sicherheit kein Minuspunkt.

Gute Lückenfüller

Wir gehen mal davon aus, dass du nicht vorsätzlich zwei Monate mit Chipstüte auf der Couch verbracht hast – irgendetwas Sinnvolles macht man ja meistens doch. Und auch wenn es in deinem Fall nicht sonderlich zeitintensiv und/oder „offiziell“ war: Alles eine Frage der Darstellung.

So oder so geht es darum, in deiner Antwort du zeigen, dass du die Zeit genutzt hast. Hier ein paar sehr gute Beispiele:

  • Du hast in den Firmen, die dich besonders interessieren, Informationsgespräche vereinbart und dich vor Ort über die Unternehmens- und Arbeitskultur erkundigt. Schliesslich wolltest du vor deiner nächsten Bewerbungsoffensive herausfinden, was genau du suchst und willst – und was nicht.
  • Du bist einer freiberuflichen Tätigkeit nachgegangen und kannst vielleicht sogar ein paar Projekte vorzeigen, die du erfolgreich abgeschlossen hast. Oder du hast dir endlich die Zeit genommen, intensiv an deiner eigenen Idee zu arbeiten, die du schon ewig umsetzen wolltest.
  • Du hast Schulungen, Weiterbildungen, Seminare oder Trainings besucht, die dich schon länger interessiert hatten, die aber zu zeitintensiv waren, um sie neben einem Vollzeitjob zu besuchen.
  • Du hast die Zeit genutzt, um dich intensiver ehrenamtlich zu engagieren, als dies mit einer Vollzeitbeschäftigung möglich wäre
  • Du hast die Zeit genutzt, um auf Reisen zu gehen, andere Kulturen kennenzulernen und deine Sprachkenntnisse zu vertiefen.
  • Wenn du dir die Zeit genommen hast, um dich zum Beispiel um einen kranken Angehörigen zu kümmern, kannst du das natürlich auch genau so sagen.

Fazit

Nach dem Beenden eines Arbeitsverhältnisses oder des Studiums eine Weile keinen Job zu finden, kann eine enttäuschende und demotivierende Erfahrung sein, die man am liebsten so schnell wie möglich vergessen würde. Besonders wenn die Auszeit nicht zu 100% selbst gewählt war, fällt es vielen schwer, darüber im Vorstellungsgespräch Auskunft zu geben. Vertusche deine Lücken trotzdem auf keinen Fall, sondern versuch zu zeigen, dass du mit dem Bruch des Musters über dich hinausgewachsen bist und Erfahrungen gesammelt hast – auch wenn sie nicht direkt mit deiner beruflichen Laufbahn zu tun haben. Es liegt ganz bei dir, etwas aus der Antwort zu machen.

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