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CEO-Talk: 10 Fragen an Pia Tischhauser, Senior Partner and Managing Director, Member of the European Management Team bei The Boston Consulting Group

Max by
16 Feb 2016 um 13:53

Im CEO-Talk mit Girls Drive stehen weibliche CEOs Rede und Antwort zu Höhen und Tiefen ihres Werdegangs.

1. Was war dein erster Berufswunsch als Kind/als junge Frau?

Als Kind waren meine grossen Vorbilder Marie-Theres Nadig und Erika Hess. Ich wollte wie sie unbedingt Skirennfahrerin werden. Ein paar Jahre später war es Denise Biellmann, mein Traum dann: bei „Holiday on Ice“ aufzutreten. Zu Beginn meines Studiums und nach meinem Auslandsaufenthalt in Australien wollte ich Englischlehrerin werden.

2. Was war dein erster bezahlter Job?

Im Alter von 14 Jahren habe ich im Primarschulhaus Fenster geputzt. Es war toll, mein eigenes Geld zu verdienen, noch dazu war der Job super bezahlt.

3. Welche Ziele und Wünsche hattest du während des Studiums?

In den USA zu studieren, im angelsächsischen Raum zu arbeiten oder Professorin in den USA zu werden.

4. Hast du diese Ziele erreicht?

Ja, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Ich habe in den USA studiert und arbeite heute international für meine Kunden. London ist meine zweite Heimat, ich habe dort ein Apartment und bin geschäftlich regelmässig in der City of London unterwegs. Besonders Freude habe ich daran, dass ich meine grosse Leidenschaft, Englisch zu sprechen, jeden Tag anwenden kann.

5. Was war für deine Karriere eine der wichtigsten Entscheidungen?

Anstatt Professorin zu werden den Sprung in die Wirtschaft und Beratung zu machen. Dafür bin ich meinem Professor, der mich in allem stets gefördert, aber auch die richtigen Fragen gestellt und mich dadurch immer zum Reflektieren gebracht hat, noch heute dankbar.

6. Hast du deine Karriere geplant?

Nein, nicht detailliert. Ganz wichtig für mich war, dass ich immer Spass an dem hatte, was ich gemacht habe. Ich hatte stets den Mut, Chancen zu ergreifen, für meine Vorstellungen und Ideen einzutreten und habe Herausforderungen gesucht, bei denen ich viel lernen konnte und gefördert wurde. Davon bin ich bis heute nicht abgekommen.

7. Was liebst du noch heute an deinem Beruf?

Ich habe das Glück, in meinem Job die zwei Dinge, die mich am meisten begeistern, kombinieren zu können: Auf der einen Seite kann ich immer wieder Neues erforschen und entdecken, auf der anderen Seite habe ich als Beraterin aber auch Kontakt zu vielen spannenden Kunden und kann mit ihnen gemeinsam das neu Entwickelte umsetzen. Das, was mich am Lehrberuf immer fasziniert hat – anderen bei der Weiterentwicklung zu helfen – kann ich verbinden mit wirtschaftlicher Realität und einem internationalen Arbeitsumfeld.

8. Was sind die grössten Stolpersteine für eine Frau auf der Karriereleiter?

Wichtig ist, an sich selbst zu glauben und sich nicht unter den Scheffel zu stellen. Ab und zu braucht es auch eine Portion Durchhaltevermögen und Durchsetzungskraft, damit die Qualifikationen, die man mitbringt, erkannt werden.

9. Wann hattest du das Gefühl, beruflich angekommen zu sein?

Als mir eine Position als CEO im Ausland angeboten wurde und ich diese abgelehnt habe. Bei dieser Entscheidung ist mir bewusst geworden, dass das, was ich mache, im Moment genau das ist, was ich machen möchte und was mir am meisten Spass macht.

10. Worauf bist du rückblickend am meisten stolz?

Dass ich für Dinge, die mir wirklich wichtig waren, stets gekämpft habe.

Pia Tischhauser studierte an der Universität Bern Anglistik und Wirtschaftswissenschaften sowie Management an der J. L. Kellogg Graduate School of Management in Chicago. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Analyst im Investment Banking und begann 1998 als Beraterin bei The Boston Consulting. Als Senior Partner und Managing Director leitet sie heute weltweit den Geschäftsbereich „Commercial Insurance & Reinsurance“. Sie schätzt vor allem den ständigen Kontakt mit CEOs und ihren Kunden als auch die täglich neuen Herausforderungen und unterschiedlichsten Projekte. Pia Tischhauser ist begeisterte Snowboarderin, sie lebt am Zürichsee und hat diesen Sommer das Paddleboard für sich entdeckt.

Das Interview ist in der GIRLS DRIVE Ausgabe 7 (Winter 2014) erschienen.

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