Karriere versicherungsbranche frauen treppe header
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Max by
18 Feb 2016 um 12:01

Ernst & Young (EY), eines der Big Four Beratungsunternehmen, erzielte letztes Jahr den zweiten Platz im World’s Most Attractive Employers Ranking von Universum. Grund genug für Girls Drive, eine erfolgreiche Karrierefrau und ihre Arbeit genauer unter die Lupe zu nehmen.

Text: Isabel Steinhoff

Die sympathische Isabelle Droz, 28, arbeitet seit vier Jahren bei EY als Senior Consultant im Bereich Advisory Financial Services mit Spezialisierung in IT Risk & Assurance und erzählt Girls Drive von ihrem Berufsalltag sowie den Karrieremöglichkeiten bei EY.

GIRLS DRIVE: ISABELLE, ERZÄHL UNS DOCH, WIE DU ZU EY GEKOMMEN BIST.

Isabelle Droz: Mein Karriereweg begann mit einer klassischen kaufmännischen Lehre, wo ich schnell merkte, dass mir die IT besonders liegt. Nach der Berufsmatura habe ich mich für das Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Olten entschieden. Meine Thesis habe ich in einer anderen Big Four über Wissensmanagement geschrieben. Dort wurde mir klar, dass ich in eine internationale Beratungsfirma wollte, und so bin ich zu EY gekommen.

DAS HEISST, DU BIST SEHR ZIELSTREBIG AUF EY ZUGEGANGEN? WELCHE FAKTOREN WAREN NEBEN GRÖSSE UND INTERNATIONALITÄT HIERBEI ENTSCHEIDEND FÜR DICH?

Im Bereich IT kam man nicht typischerweise auf EY, da sich das Kerngeschäft damals im klassischen Sinne um Wirtschaftsprüfung und -beratung drehte. Aber ich wusste aufgrund meiner Erfahrungen, dass IT-Beratung auch angeboten wird und gerade im Bankensektor gefragt ist. Bei EY sieht man schnell in verschiedene Branchen und Funktionen hinein und arbeitet mit wechselnden Teams. Es gibt eine steile Lernkurve und man kann von Anfang an ein tolles internes wie externes Netzwerk aufbauen. Gerade bei den Kunden hat man früh schon Kontakt mit C-Level Executives. Das ist natürlich spannend. Ausserdem wird viel Wert auf Weiterbildung gelegt.

ALS EINSTEIGER, KOMMT MAN DA GLEICH AUF EIN PROJEKT MIT?

Kommt darauf an, wann man beginnt. Wir haben eine Einstiegsphase mit Buddy-System. Man wird nie ins kalte Wasser geworfen. Formell betreut einen der Counselor. Mit diesem planen wir unsere Jahresziele und Entwicklungsmassnahmen. Auf den Projekten hat man dann eben die Buddies, die einem konkret auf dem Projekt weiterhelfen. Wir pflegen bei EY einen sehr offenen Umgang. Man kann jeden jederzeit fragen! Im Intranet haben wir auch eine Infoseite für Neueinsteiger, um das Onboarding zu erleichtern.

ZUM THEMA KUNDEN. DIE IT-BRANCHE IST JA EIGENTLICH NOCH EINE „MÄNNERDOMÄNE“. WIE BEGEGNEN DIR DIE KUNDEN, WENN DU SIE BEZÜGLICH IHRER STRUKTUREN BERÄTST?

Als Frau wird man teilweise doch noch unterschätzt. Ich mache mir das zum Vorteil (lächelt). Ich lasse mir dann in Ruhe mal erklären, wie das alles funktioniert, und zeige dann im Gespräch, dass ich selbst Ahnung habe. Der Respekt ist dann immer da. Ablehnung oder eine negative Grundhaltung habe ich eigentlich nie erlebt. Die meisten sind wirklich offen. Und es macht Spass, eine Männergruppe aufzumischen (lacht), das gibt einen guten Drive.

WIE LANGE BIST DU DURCHSCHNITTLICH BEI EINEM KUNDEN?

Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt umfangreichere Projekte, zum Beispiel, wenn eine neue Gesetzgebung in Kraft tritt, dann kann ein Beratungsprozess bis zu neun Monate dauern. Im Normalfall oder bei einer Revision ist man zwei bis drei Wochen vor Ort und wechselt dann zum nächsten Kunden.

DEINE FUNKTION LAUTET „IT RISK ADVISOR“ – WAS BEDEUTET DAS, UND WIE SIEHT DEIN BERUFSALLTAG AUS?

Einerseits beschäftige ich mich mit IT Audit, d. h. einem Teil der Unternehmensrevision, welche sich auf die IT fokussiert. Andererseits betätige ich mich in der klassischen IT-Beratung. Mein Spezialgebiet ist SOCR (Service Organization Controls Reporting). Hierbei geht es darum, dass, wenn z. B. Banken ihre IT outsourcen, sie trotzdem noch eine Kontrollpflicht bezüglich gewisser finanzrelevanter Vorgänge haben und sich die Wirksamkeit von Kontrollen in einem sogenannten SOC Bericht bestätigen lassen. Dabei helfe ich. Und natürlich bei sicherheitsrelevanten Themen in der IT, einem sehr wichtigen Aspekt gerade bei Banken.

IM VORFELD HAST DU MIR ERZÄHLT, DASS DU BALD NACH BAHRAIN GEHST. WAS HAT ES DAMIT AUF SICH?

In drei Wochen geht es schon los (strahlt)! Ich gehe für drei Monate im Rahmen des EY Mobility Programms „New Horizon“ nach Bahrain. Dieses Programm ist für Consultants und Seniors gedacht, welche schon eine Zeit lang dabei sind und eine gewisse Erfahrung aufweisen. Länderbezogen liegt der Fokus u. a. auf den sogenannten „emerging markets“, wo wir das Geschäft weiter ausbauen möchten. Die Teilnahme ist ein Zeichen der Bereitschaft, ausserhalb der eigenen Komfortzone Neuem zu begegnen und seinen eigenen Business Case auszubauen. Kulturell gibt es einige Finessen, welche man lernen muss. Der Umgang gerade als Frau wird anders sein. Ich freue mich schon sehr.

BIETET EY VORBEREITUNGSKURSE FÜR DIE TEILNEHMER AN?

Wir folgen auch hier dem Buddy-System, d. h. jemand betreut uns vor Ort und führt uns in die wichtigsten Bereiche und Gebräuche ein. Aber wir haben auch intern Austauschplattformen, sodass ich mich bereits hier mit Leuten austauschen kann, die schon in Bahrain waren. Darüber hinaus kann das Portal „Globe Smart“ genutzt werden, eine Seite, auf der man die kulturellen Finessen zusammengefasst lesen kann. Fokus liegt natürlich auf dem Business-Kontext.

GIBT ES BEI EY VIELE WEITERBILDUNGSMÖGLICHKEITEN DIESER ART?

Ja, es ist sogar Teil der Jahresziele jedes Mitarbeiters, dass man eine gewisse Anzahl (Pflicht-)Kurse besucht. Das wird aktiv unterstützt. Der eigene Counselor hilft bei der Selektion der Kurse entsprechend den individuellen Weiterentwicklungsbedürfnissen.

EY IST JA ZWEITBELIEBTESTER ARBEITGEBER WELTWEIT UND IN DER SCHWEIZ AUF PLATZ 5.

Das ist auch gerechtfertigt (lacht). Man lernt immer dazu. Wenn man offen ist, kann man sich sehr breit aufstellen. Ich habe auch die Möglichkeit, immer wieder in einen anderen Bereich einzusteigen. Das macht es spannend. Aufsteigen und Quereinsteigen sind nicht abhängig davon, ob jemand anderes in Pension geht. Die Karrierestufen sind im Vorfeld definiert. Es gibt viele junge Leute bei EY. Man hat junge durchmischte Teams und junge Chefs, was dem Ganzen eine tolle Dynamik gibt.

HAST DU NOCH ZEIT FÜR DEIN PRIVATLEBEN, VOR LAUTER PROJEKTEN UND WEITERBILDUNGSMASSNAHMEN?

Seine Freizeit muss man wie bei den meisten Berufen heute managen. Man muss mehr planen und sich Fixpunkte setzen. Überstunden können wir ja bis zu einer bestimmten Karrierestufe kompensieren. Gerade wenn schönes Wetter ist, schaffe ich mir so Ausgleich. Während eines Projekts oder in der Wirtschaftsprüfungssaison ist die Arbeit natürlich intensiv. Das darf man nicht unterschätzen. An gewissen Tagen ist man wirklich viel unterwegs, an anderen schreibt man den Bericht im Büro. Es wird jedenfalls nie langweilig! Ich klettere leidenschaftlich gern und mache das auch regelmässig. Aber so viel Freizeit und Freiheit wie während des Studiums hat man nicht mehr (lacht).

APROPOS STUDIUM. HAST DU EINEN TIPP FÜR UNSERE LESERINNEN? EINEN RAT, UM DEN DU FROH GEWESEN WÄREST?

Frühzeitig Berufsmessen besuchen, sich mit älteren Kollegen austauschen und sich genau überlegen, was man möchte. EY ist beispielsweise auch am Absolventenkongress vertreten und bietet zusätzlich Business Lunches an, um einen ersten Kontakt zum Unternehmen herstellen zu können. Daran nehmen junge Kollegen aus allen Bereichen teil, welche die Fragen der Studierenden beantworten. Ich glaube, man merkt dann schnell, ob eine gewisse Firma in Frage kommt.

WIE SIEHT DEIN WEITERER KARRIEREPLAN AUS?

An unseren Karriereplänen und unserer Zukunftsvision arbeiten wir kontinuierlich bei EY. Durch Bahrain sammle ich das für mich bisher fehlende Puzzleteil „Auslandserfahrung“. Intern besteht die Möglichkeit, zum Manager aufzusteigen, hier geht es noch weiter in Richtung Senior Manager und Partner. Im Moment steht ein Wechsel zu einem externen Unternehmen für mich nicht zur Debatte. Ich möchte nämlich intern gern mehr Verantwortung übernehmen und Einblick bekommen in andere Aufgabengebiete.

WAS FÜR EIN TYP MUSS MAN SEIN, UM BEI EY ERFOLGREICH ZU SEIN?

Man muss sicherlich ein gewisses Fachwissen mitbringen. Anpassungsfähigkeit und eine rasche Auffassungsgabe sind essenziell. Wir müssen schnell zwischen Projekten und Kundenumfeldern switchen, d. h. auch Flexibilität bezüglich Mobilität und Arbeitszeiten ist notwendig. Und natürlich die Klassiker wie Teamfähigkeit und interdisziplinäres Denken. Obwohl es nicht mein Kernbereich ist, habe ich auch über Wirtschaftsprüfung viel dazugelernt und lese regelmässig Finanznews. Das ist für die Kundenpflege enorm wichtig. Diese steht bei EY im Zentrum, aber das ist ja selbstverständlich.

EY HAT DEN RUF, SICH FÜR FRAUENFÖRDERUNG EINZUSETZEN. WIE ÄUSSERT SICH DAS?

EY verfolgt gezielte Massnahmen zur Erhöhung der Anzahl der Frauen in Führungspositionen. Eine individuelle Karriereplanung sowie Development Programme sind etabliert. An Lunchtalks oder Apéros kann man sich mit anderen austauschen und sich gegenseitig weiterbringen. Männer praktizieren das Netzwerken und das Teilen von Opportunities viel stärker als Frauen. Sie fragen auch mehr und nutzen ihre Verbindungen, um weiterzukommen. Hier können wir Frauen noch aktiver werden.

Weitere Informationen unter girlsdrive.ch/ey

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