Jobhopping
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Bleib doch noch ein bisschen! Über die Risiken des Jobhoppings

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16 März 2016 um 12:41

Vor allem bei Millenials ist Jobhopping ein grosses Thema: Ohne grosse Skrupel wechselt man den Job, weil er nicht so vielversprechend war, wie er anfangs klang, sich keine Aufstiegsmöglichkeiten boten oder schlicht ein interessanteres Angebot um die Ecke kam. Die Liste möglicher Kündigungsgründe ist lang – und nicht selten mit unrealistischen Erwartungen verbunden.

Häufige Stellenwechsel bringen einen hohen Energie- und Zeitaufwand mit sich und lassen hoffnungsvolle Arbeitnehmer trotzdem häufig mit unerfüllten Erwartungen zurück. Jobhopper begründen ihre Stellenwechsel oftmals mit einem höheren Lohn oder neuen Karrieremöglichkeiten, die eine Anstellung in einem anderen Unternehmen verspricht. Klingt gut, ist allzu oft aber leider eine falsche Hoffnung. 6 Tatsachen, die man im Hinterkopf behalten sollte, bevor man (mal wieder) seine Sachen packt.

Lohnerhöhung ≠ Lohnerhöhung

Ein höherer Lohn ist immer verlockend – aber nicht alle Gehaltserhöhungen sind gleich zu bewerten. In aller Regel geht mehr Geld auch mit höheren Anforderungen einher. Es bringt unterm Strich nicht viel, wenn dein Lohn um 20% steigt, die neue Position aber mit regelmässigen Überstunden verbunden ist oder die doppelte Menge derselben Aufgaben auf dem Tisch liegt, die dir in deinem letzten Job schon auf die Nerven gingen. Oftmals sind Lohnerhöhungen, bezahlte Weiterbildungen oder andere Benefits auch an Vertragsbedingungen wie Dauer oder Kündigungsfrist gekoppelt und können dir einen teuren Strich durch die Rechnung machen, wenn du früher kündigen willst als vertraglich geregelt.

Man kann nicht vor Vorgesetzten weglaufen

Manchmal kann man fast schon von Glück reden, dass Salär und Vertragsregelungen die einzigen Komponenten sind, über die man schon vor Antritt einer neuen Stelle Bescheid weiss. Wenn du den Job hauptsächlich aus dem Grund wechseln möchtest, dass dein Vorgesetzter etwas „speziell“ oder gar fies ist, frag mal deine Freunde in anderen Unternehmen, wie es bei ihnen so aussieht. In den meisten Fällen wird dir kein überzeugtes „Ich mag meinen Chef total gerne, er ist ein toller Typ“ entgegenspringen. Es ist der Job eines Vorgesetzten, deine Arbeit zu prüfen, zu bewerten, dir auch mal Kritik zu liefern und dir (sportliche) Ziele zu setzen – und das wird er auch in jedem anderen Unternehmen sein.

Anstatt die Flucht zu ergreifen, versuch doch zuerst einmal, die Beziehung zu deinem aktuellen Vorgesetzten zu vertiefen. Vielleicht helfen ja gemeinsame Mittags- oder Kaffeepausen dabei, einander in einer lockeren Atmosphäre besser kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu schaffen – denn sie ist das A und O einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Wenn alle Bemühungen nichts bringen und ihr einfach nicht warm miteinander werdet, kannst du dich immer noch nach einem neuen Job umsehen.

Deine Ideen sind nicht die oberste Priorität

Kreativität ist eine tolle Eigenschaft. Allerdings ist es – vor allem in grösseren Unternehmen – nicht immer leicht, die Chefetage für seine bahnbrechenden Ideen zu begeistern und deren Umsetzung ins Rollen zu bringen. Viele Berufseinsteiger werden schnell damit konfrontiert, dass niemand händereibend auf ihre Ideen gewartet hat. Natürlich kann es frustrierend sein, wenn deine Ideen und Vorschläge auf taube Ohren stossen. An schlechten Tagen ist der Gedanke, dass du wohl ewig mit derselben Arbeit beschäftigt sein wirst und ein Jobwechsel die einzig logische Konsequenz ist, nicht weit entfernt.

Aber leider gibt es keine Garantie dafür, dass dein nächster Job in dieser Hinsicht zufriedenstellender sein wird. Du kannst niemanden dazu zwingen, deine Kreativität wertzuschätzen – aber du kannst sie trotzdem ausleben. Setz deine Ideen innerhalb deiner Position und deines Bereichs um, ohne dabei gleich alles umzukrempeln und deinen Vorgesetzten vor den Kopf zu stossen und beweise so, dass deine Vorschläge es wert sind, ernsthaft in Betracht gezogen zu werden. Sei geduldig, mutig und konsequent. In der Regel braucht es Zeit und Vertrauen in dein Können, bis das Management den Wert deiner Ideen erkennt und zu schätzen lernt – das ist völlig normal und richtet sich nicht gegen dich persönlich. Ein häufiger Stellenwechsel könnte hier eher kontraproduktiv sein, da du dein Können bei jedem neuen Unternehmen wieder aufs Neue unter Beweis stellen musst.

Die Kollegen: Wohlfühl- oder Risikofaktor?

Du weisst nie im Voraus, wie smart und umgänglich die Mitarbeiter einer anderen Firma sind. Die einzigen Leute, mit denen du vor deinem ersten Arbeitstag in Kontakt stehst, sind in der Regel die Personen, die dich interviewt haben und dein direkter Vorgesetzter. Wie die Zusammenarbeit in deinem Team abläuft und mit welchen Charakteren du täglich zu tun haben wirst, weisst du erst, wenn es soweit ist.

Sollte dein Umfeld also der Grund sein, aus dem du den Job wechseln willst, ist Vorsicht geboten: Du kannst nicht darauf vertrauen, dass deine neuen Teammitglieder inspirierender, netter und intelligenter sein werden als die vorherigen. Es wird immer Leute geben, die man unsympathischer findet als andere und auch solche, mit denen die Zusammenarbeit nicht reibungslos funktioniert. Wenn du jemanden in deinem Team hast, der dir karrieretechnisch als Vorbild dient und mit dem du auf persönlicher Ebene gut klarkommst, kannst du bereits von Glück reden. Wenn das Arbeitsumfeld ein ausschlaggebendes Kriterium für dich ist, leg am besten einen Probetag beim Unternehmen deiner Wahl ein, bevor du dich für (oder gegen) einen Job dort entscheidest.

Neuer Job = alter Job?

Der wahrscheinlich klassischste Grund für einen Jobwechsel ist die Hoffnung auf neue Herausforderungen, Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten. Vor allem Young Professionals legen Wert auf Aufstiegschancen und wollen zügig ihre Fachkenntnisse erweitern. Auch wenn anfangs alles rosig aussieht, findet man sich im neuen Job jedoch nach einiger Zeit oft mit denselben Aufgaben konfrontiert, die erst vor Kurzem der Auslöser für den Jobwechsel waren.

Wenn man beim Jobhopping immer wiederkehrende Muster dieser Art erlebt, sollte man vielleicht eher einen Branchenwechsel in Betracht ziehen. Dass man am Beginn seiner beruflichen Laufbahn ein wenig herumprobieren muss, bis man das Richtige gefunden hat, ist vollkommen normal. Wenn du allerdings magst, was du tust, solltest du einen Stellenwechsel nicht leichtfertig vornehmen – denn selbstverständlich ist das nicht.

Reiss nicht alle Brücken hinter dir ab

Du hast alle Pros und Contras abgewogen und bist zu dem Schluss gekommen, dass es in deiner Firma keine Zukunft für dich gibt? Dann teil das deinem Vorgesetzten nicht einfach kurz per Mail mit und mach dich klammheimlich aus dem Staub, sondern verhalte dich professionell. Leg dem Management die Gründe für deine Kündigung fair, persönlich und offen dar und beende das Arbeitsverhältnis mit einem möglichst positiven Gefühl. Du weisst nie, ob du der einen oder anderen Person im Laufe deiner Karriere wiederbegegnen wirst. Wie man so schön sagt, ist die Welt ein Dorf und du weisst nie, wann ein schlechter Abgang sich möglicherweise rächt.

Grundsätzlich gilt: Halte dir immer deine mittel- und langfristigen Karriereziele vor Augen und wechsle deine Stelle vor allem nur dann, wenn du dir sicher bist, dass der neue Job dich diesen Zielen näher bringen kann. Ansonsten besteht die Gefahr, dass du dich schon bald wieder in derselben unangenehmen Situation befindest wie zuvor.

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