Jobhopping
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24 Apr 2016 um 13:53

Das Jobhopping hat sich in den letzten Jahren von einem absoluten No Go zu einem verbreiteten und durchaus gesellschaftsfähigen Phänomen entwickelt. Während es früher Standard war, nahezu sein ganzes Leben in ein und derselben Firma zu verbringen, sind mehrseitige CVs schon in jungen Jahren heute keine Seltenheit mehr.

Ausbruch aus der Routine, mangelnde Zufriedenheit und bessere Angebote sind die häufigsten Gründe für Jobwechsel nach nicht allzu langer Firmenzugehörigkeit. Doch auch wenn die Akzeptanz steigt: Für viele Unternehmen ist das Jobhopping immer noch ein Grund zur Skepsis. Schliesslich lösen sich die alteingesessenen Negativkonnotationen des Jobhoppings nicht einfach so in Luft auf – allen voran Illoyalität, Sprunghaftigkeit, Unzuverlässigkeit und mangelnde Identifikation mit dem Arbeitgeber. Aber: Je besser und nachvollziehbarer man Jobwechsel begründet und aufzeigt, was man an seinen letzten Stationen innerhalb kurzer Zeit erreicht und gelernt hat, desto eher werden die Zweifel der Recruiter schwinden.

Von wegen sprunghaft – flexibel!

Ein klarer Vorteil von Jobhoppern gegenüber den „treuen Seelen“ ist das breitere Spektrum an Wissen und Erfahrung, welches sie sich durch Anstellungen in verschiedenen Unternehmen, Bereichen und Branchen aneignen konnten. Neben der praktischen Erfahrung haben sie ausserdem verschiedene Prozesse, Herangehensweisen und Betriebskulturen in Firmen unterschiedlicher Grösse kennengelernt und sich zusätzlich ein grosses soziales Netzwerk aufgebaut – von dem man auch als Arbeitgeber durchaus profitieren kann.

Nicht zuletzt lassen einige Jobwechsel im Werdegang auf eine flexible, vielseitige und anpassungsfähige Persönlichkeit schliessen, die sich nicht vor neuen Herausforderungen scheut und keine Angst vor Veränderungen hat. Eigenschaften, die sich jeder Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern wünscht – schliesslich sind Veränderungen und Wandel in der Geschäftswelt an der Tagesordnung.

Kein Argument hilft zu 100% gegen Vorurteile

Flexibilität hin oder her: Viele Arbeitgeber tun sich nach wie vor schwer damit, wenn Bewerber diese mit einem bunten CV unter Beweis stellen. Ist die Assoziation mit Mangel an Engagement und beruflicher Unreife erst einmal hergestellt, geht sie so leicht nicht wieder weg. Vielmehr gesellen sich oftmals weitere Bedenken dazu: Hat der Kandidat möglicherweise einfach keine Ausdauer und ergreift in schwierigen Situationen gern die Flucht? Vergiss nie, dass ein Personaler deine Motive für vergangene Jobwechsel nicht kennen kann und es ganz normal ist, dass er die Dinge aus Arbeitgebersicht betrachtet: Natürlich ist es ihm wichtig, dass Mitarbeiter nicht direkt weiterziehen, sobald ein Problem auftritt, sondern er sich gerade in schlechten Zeiten auf sie verlassen kann.

Gehoppt wird selten nach oben

Die Voreingenommenheit von Arbeitgebern ist nicht der einzige Nachteil des Jobhoppings: Wenn du Unternehmen immer nach kurzer Zeit wieder verlässt, erhältst du auch selten Chancen, die Karriereleiter zu erklimmen, mehr Verantwortung zu übernehmen oder auf eine Manager-Position hinzuarbeiten. Und auch die Medaille für das breitgefächerte Wissen hat eine zweite Seite: Eine Spezialisierung und fundiertes Expertenwissen bleiben bei aneinandergereihten kurzen Lern-und Arbeitsphasen oft auf der Strecke. Wenn du in deinem Job unglücklich bist, dich unterfordert oder schlecht behandelt fühlst oder schlicht ein besseres Angebot bekommst, ist ein Wechsel natürlich völlig okay und richtig. Aber wirf nicht leichtfertig Kündigungen um dich wie Konfetti, sondern behalt immer im Hinterkopf, dass zu exzessives Jobhopping auch seine Nachteile hat – nicht nur Recruiter-Vorurteile, sondern auch deine persönliche berufliche Entwicklung betreffend.

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