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10 Dinge, die du vor der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages bedenken solltest

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26 Sept 2016 um 15:00

Endlich hat die Jobsuche ein Ende. Du hast eine feste Stellenzusage bekommen und könntest platzen vor Glück. Euphorie ist einfach ein sensationelles Gefühl! Alles klingt zu schön um wahr zu sein. Einen kurzen Moment denkst du noch, dass du dir das Angebot vielleicht nochmal durch den Kopf gehen lassen solltest. Ach egal – Hauptsache du bist beruflich erstmal wieder in trockenen Tüchern… oder?

Riskant ist eine solche Einstellung schon, denn Fragen wie „Was bietet dir dieser Recruiter hier wirklich an?“ oder „Was wird deine Position im neuen Job alles beinhalten?“ sollten unbedingt vor der Vertragsunterzeichnung geklärt werden. Die folgenden 10 Dinge solltest du daher in Erwägung ziehen, bevor du einen neuen Job zusagst.

1. Worauf muss ich jetzt womöglich verzichten?
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und viele vergessen, dass ein neuer Job auch Opfer mit sich bringt, an die man sich erst einmal herantasten muss. Um wirklich gute, berufliche Ergebnisse zu erzielen, wirst du zwangsläufig (zumindest phasenweise) in anderen Lebensbereichen Abstriche machen müssen. Auf eine neue Position folgen auch neue Verantwortungsbereiche. Sei dir also darüber sicher, welche Aufgaben dein neuer Job mit sich bringt und wieviel Zeit du dafür, auch in Form von Überstunden, einkalkulieren solltest. Wenn du gerade erst die Uni abgeschlossen hast, warst du es sicherlich gewohnt auch mal während der Woche Zeit für private Dinge zu haben. Dieser Umstand wird jetzt mit grosser Wahrscheinlichkeit so nicht mehr umsetzbar sein.

2. Ein neues Arbeitsumfeld mit unbekannten Menschen
Insbesondere wenn du als einziger Mitarbeiter neu in ein schon gefestigtes Team kommst, kann das eine ziemlich grosse Herausforderung sein. Zu Beginn könnten sich Gefühle wie Einsamkeit oder Unverständnis einschleichen, denn als „Neuer“ kennt man die Macken der einzelnen Teammitglieder noch nicht und muss seinen Platz in der Gruppe erst finden. Vielleicht gibt es aber auch andere Kollegen, die wie du zur gleichen Zeit im Unternehmen beginnen. Frag deinen Chef einfach danach und betone, dass du diese gerne kennenlernen möchtest. Ein kompetenter Boss wird eine solche Idee begrüssen. Die Chemie im Team muss einfach stimmen, denn ihr werdet mindestens 30 bis 40 Stunden die Woche aufeinander hocken. Wenn du in dieser Zeit also ständig mies drauf bist, weil du überhaupt keinen Anschluss findest, kann das ernsthaft an die Substanz gehen.

3. Let´s talk about money
Planst du in einem jungen Unternehmen zu arbeiten, solltest du dich vergewissern, dass dieses auch liquide ist und dir zusichert, zu wann du pünktlich dein Gehalt bekommst. Legt vertraglich den spätesten Zeitpunkt der Gehaltsüberweisung fest. Vielleicht kannst du dich vorher auch mit anderen Kollegen, die bereits im Unternehmen arbeiten, austauschen und durch die Blume fragen, wie es denn mit der Pünktlichkeit der Überweisung steht. Einen finanziellen Puffer zu haben ist dabei immer ratsam. Vielleicht kann sich das Unternehmen einen Mitarbeiter in deiner Position doch nicht dauerhaft leisten oder du wirst in deiner Probezeit entlassen, weil die Finanzen nicht so stabil sind. Für einen solchen Fall solltest du daher immer abgesichert sein.

4. Könnten sich deine Lebensumstände verändern?
Für dich ist der Gehaltspunkt mit Sicherheit ein wichtiger Faktor bei der Arbeitswahl. Hast du dir aber auch schon überlegt, wie es mit deinen Finanzen aussieht, wenn sich deine Lebensumstände verändern sollten? Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass du in ein, zwei Jahren womöglich eine Familie hast, die du dann zu Teilen mitfinanzieren musst? Denke bei der Wahl deines Jobs immer in der „Was wäre wenn“-Form. In diesem Zuge solltest du dich auch über mögliche Aufstiegschancen informieren.

5. Gibt es weitere Benefits?
Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern attraktive Zuschüsse, was vor allem auf junge und unerfahrene Arbeitnehmer sehr verlockend wirken kann. Informiere dich ausführlich, wie die genauen Konditionen aussehen. Trete bezüglich Urlaubstagen, Weihnachtsgeld oder dem Abbummeln von Überstunden in Verhandlung mit deinem neuen Arbeitgeber. Nicht nur dein Gehalt ist Verhandlungsbasis, sondern alle andere Benefits auch.

6. Bist du dazu bereit mehrere Stunden am Tag zu pendeln?
Bei Google Maps scheint dein neuen Arbeitsplatz nur einen Steinwurf entfernt zu sein. Doch wie sieht die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus? Hast du die Strecke schon einmal in der Rush Hour zurückgelegt und dabei die Zeit gestoppt? Unterschätze die Belastung des beruflichen Pendelns nicht. Gerade wenn man von Ort zu Ort oder in einer grösseren Stadt von A nach B fahren muss, kommen da gut und gerne mal mehrere Stunden am Tag zusammen. Diese Zeit kommt dir zwar vor wie reine Arbeitszeit, wird dir aber keineswegs vergütet. Bist du wirklich bereit solche Strapazen auf dich zu nehmen?

7. Das richtige Mass an Herausforderung
Fürs Füsse hochlegen Geld zu kassieren? Klingt auf den ersten Blick ziemlich verlockend, auf lange Sicht würdest du aber sicherlich aufgrund von Langeweile umkommen. Jeder Mensch braucht ein gesundes Mass an Herausforderungen, um Erfolgserlebnisse zu verzeichnen und so dauerhaft glücklich und zufrieden zu sein. Informiere dich also, wie deine Verfügungsbereiche aussehen, wieviel Eigenverantwortung du hast und wie es um deine Entscheidungsbefugnis bestellt ist. Bist du chronisch unterfordert, dann findest du dich schnell wieder auf neuer Jobsuche – und das willst du dir sicher nicht so schnell nochmal antun.

8. Wie stolz macht dich deine Arbeit?
Sich in der Freizeit über den Job zu unterhalten ist für viele Menschen ein absoluter Albtraum. Schliesslich wollen sie in dieser Zeit endlich etwas Abstand vom Büro gewinnen. Nichtsdestotrotz machen ca. 30% unserer Lebenszeit berufliche Tätigkeiten aus und da ist es wichtig, etwas Sinnvolles in dieser Zeit zu erledigen. Bist du stolz auf deine zukünftige Arbeit? Falls die Antwort darauf „nein“ lautet, solltest du vielleicht noch etwas weitersuchen und deine Zeit nachhaltiger investieren. Stell dir einfach dein Uraltes-Ich vor, wie es auf sein Leben zurückblickt. Mach dein zukünftiges-Ich also stolz, und suche dir einen Job mit Rückgrat.

9. Wie hoch ist das Stresslevel?
Es gibt wohl kaum einen Job, in dem streckenweise nicht ein hohes Stressniveau anfällt. Doch wie sieht es bei deinem zukünftigen Arbeitgeber aus? Ist das Stresslevel machbar oder stehen die Chancen gut, dass du dich wegen Burn-Outs nach kurzer Zeit krankschreiben musst? Erkundige dich genau, wie Deadlines getaktet sind und wie viele Personen für die Arbeitsbewältigung eingeplant werden. Nur wenn du Hilfe bekommst und der Druck nicht allzu immens ist, kannst du gesund und mental zufrieden bleiben. Am Ende des Tages hast du sonst nichts dazugewonnen, wenn du dauerhaft vollkommen abgeschlafft nur in der Ecke hängst.

10. Wie sehen die beruflichen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten aus?
Wenn du keinerlei Möglichkeiten für den beruflichen Aufstieg hast, du aber so richtig Karriere machen willst, könnte der Job das Falsche für dich sein. Möchtest du bald Mutter oder Vater werden und viel Zeit mit deinem Kind verbringen - Elternzeit ist bei deinem zukünftigen Arbeitgeber aber überhaupt nicht drin - dann solltest du eventuell noch etwas weitersuchen. Frag dich zuerst selbst, wo deine berufliche oder private Reise hingehen soll und ob diese Vorstellungen mit denen deines potenziellen Arbeitgebers zusammen kommen.

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