Dein Hochschulpraktikum bei der Bundesverwaltung: Vier persönliche Einblicke

Du willst wissen, wie es ist, ein Hochschulpraktikum bei der Bundesverwaltung zu machen? Wir haben vier unserer Kolleginnen und Kollegen gefragt.

Erzähl uns etwas über dich: Wer bist du und wie hat dich dein Weg zur Bundesverwaltung gebracht?


Tina Loretan | fedpol-EJPD

Sali zämu! Ich bin Tina Loretan, 25 Jahre alt und komme, wie die Begrüssung vielleicht schon verrät, aus dem Wallis. Für meinen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre mit dem Nebenfach Nachhaltige Entwicklung zog es mich nach Bern. Nach dem Studium wollte ich entdecken, wie vielfältig sich mein Studium in der Praxis einsetzen lässt, und bin so bei fedpol gelandet, einem Arbeitsumfeld, in das man sonst kaum Einblick erhält.

Raffaele Holecz | Agroscope-WBF

Ich bin in einem kleinen Dorf im Tessin geboren und aufgewachsen, wo ich eine enge Verbindung zur Natur aufgebaut habe. Später bin ich nach Lausanne gezogen und habe dort einen Bachelor in Umweltwissenschaften und einen interdisziplinären Master in Biogeowissenschaften absolviert. Diese Ausbildung bot mir einen umfassenden Überblick über die ökologischen Herausforderungen und öffnete mir die Türen zu einer Tätigkeit bei der Bundesverwaltung.

Helen Krause | BASPO-VBS

Sport begleitet mich seit meiner Kindheit – zuerst im leistungsorientierten Fussball, später im Studium. Nach meinem Bachelor in Geografie mit Minor Sport an der Universität Bern absolvierte ich den Master in Sportwissenschaft mit Vertiefung Spitzensport in Magglingen. Das BASPO bietet mir die ideale Möglichkeit, Sport, Wissenschaft und Praxis zu verbinden.

Tosca Lepori | BAG-EDI

Ich bin im Tessin aufgewachsen, bevor ich für das Mathematikstudium an der ETH nach Zürich gezogen bin. Nach meinem Master hatte ich Lust, ein anderes Umfeld als das der Hochschule kennenzulernen. Die Vorstellung, an Projekten mitzuarbeiten, die der Bevölkerung und dem reibungslosen Funktionieren der Gesellschaft dienen, hat mich ganz selbstverständlich zur Bundesverwaltung hingezogen.

Wo in der Bundesverwaltung arbeitest du und welche Funktion hast du? Welche Stärken und Skills kannst du in deiner Arbeit einbringen und weiterentwickeln?

Tina: Bei fedpol denkt man vielleicht nicht als Erstes an Finanzen und Beschaffungen, doch genau dort absolviere ich mein Hochschulpraktikum im Stab der Bundeskriminalpolizei. Bei den vielseitigen Aufgaben kann ich meine strukturierte Arbeitsweise gut einbringen und gleichzeitig selbst Initiative zeigen und nachfragen, wenn mich etwas interessiert. Dabei habe ich gelernt, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und erlebt, wie wichtig das Zusammenspiel verschiedener Bereiche ist.

Tosca: Ich arbeite beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Abteilung Digitale Transformation, wo ich mich um das Datenmanagement kümmere. Mein Mathematikstudium hilft mir sehr bei der Analyse und der Lösung von Problemen. Gleichzeitig habe ich neue Kompetenzen entwickelt, insbesondere im Bereich der Kommunikation und der Zusammenarbeit in einem Team.

Raffaele: Ich arbeite bei Agroscope am Standort Reckenholz in der Gruppe Klima und Landwirtschaft als Praktikant mit Hochschulabschluss. Ich bin Teil von verschiedenen Forschungsprojekten, die Laborarbeit, Feldforschung und Datenanalyse umfassen. Diese Vielfalt hat es mir ermöglicht, meine wissenschaftlichen Kompetenzen zu vertiefen und die Organisation und Koordination angewandter Forschung besser zu verstehen.

Helen: Ich arbeite als Hochschulpraktikantin im Ressort Lernmedien von Jugend+Sport beim BASPO. Dort entwickle ich digitale Lernmedien und unterstütze audiovisuelle Produktionen. Dabei bringe ich Organisationstalent und Teamfähigkeit ein und konnte meine Fähigkeiten in Projektmanagement, Kommunikation und interdisziplinärer Zusammenarbeit gezielt weiterentwickeln.

Was schätzt du an der Bundesverwaltung als Arbeitgeberin besonders?

Tosca: Ich schätze vor allem die Personen, mit denen ich zusammenarbeite, da sie den Arbeitsalltag sowohl angenehmer machen als auch erleichtern. Ich schätze auch die zahlreichen Möglichkeiten, die den Mitarbeitenden geboten werden, wie die Weiterbildungen und Anlässe, die den Austausch zwischen den einzelnen Ämtern ermöglichen.

Helen: Ich schätze besonders das Vertrauen, das mir bereits als Hochschulpraktikantin entgegengebracht wird. Ich kann Verantwortung übernehmen, eigene Ideen einbringen und mich fachlich weiterentwickeln. Zudem motiviert mich die sinnvolle Arbeit, mit der wir einen direkten Beitrag zur Förderung des Schweizer Sports leisten.

Tina: An der Bundesverwaltung schätze ich besonders, wie viele Möglichkeiten sich unter einem Dach vereinen. Ob Weiterbildungen, Einblicke in andere Bereiche oder Events für Hochschulpraktikant/-innen – es gibt viel Raum, Neues zu entdecken, sich weiterzuentwickeln und Menschen kennenzulernen. Gleichzeitig ermöglichen mir die flexiblen Arbeitszeiten, meinen Alltag individuell zu gestalten.

Raffaele: Besonders geschätzt habe ich die Aufmerksamkeit, die dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden geschenkt wird. Die Bundesverwaltung bietet ein wohlwollendes Arbeitsumfeld, in dem man immer Unterstützung findet, wenn man sie braucht. Ein Pluspunkt sind sicher auch die flexiblen Arbeitszeiten.

Wie findest du deinen Ausgleich zum Berufsalltag?

Tosca: Die Flexibilität meiner Arbeit und die Möglichkeit, mehrere Tage pro Woche im Homeoffice zu arbeiten, helfen mir sehr dabei, ein gutes Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu wahren. Da ich regelmässig zwischen Zürich und Bern pendle, erlaubt mir diese Arbeitsweise, auch unter der Woche Sport zu treiben und mit meinen Freunden Zeit zu verbringen.

Raffaele: Meiner Meinung nach kann man Work-Life-Balance nicht durchplanen: Das muss man lernen und im Laufe der Zeit aufbauen. Es ist wichtig, sich Zeit für sich selbst und seine Hobbys zu nehmen und trotzdem eine gewisse Spontaneität zu bewahren. Dieses Gleichgewicht zu finden ist ein persönlicher Prozess, der sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt.

Helen: Sport ist ein wichtiger Ausgleich für mich – ob beim Futsal, im Fitness, beim Tanzen oder draussen in der Natur. Ausserdem fotografiere und produziere ich gerne Videos. Magglingen bietet mit seiner Sportinfrastruktur und der besonderen Umgebung ideale Voraussetzungen, Beruf und persönliche Interessen zu verbinden.

Tina: Mein perfekter Ausgleich sieht ganz unterschiedlich aus: Mal ist es ein Apéro mit Freunden, mal powere ich mich beim Sport aus oder springe in die Aare. Meine Wochenenden verbringe ich gerne im schönen Wallis, wo ich Zeit mit meinen Engsten geniesse und beim Wandern oder Skifahren in den Bergen neue Energie tanke.

Wenn du auf deine Zeit als Hochschulpraktikantin oder Hochschulpraktikant zurückblickst: Welches Erlebnis bleibt dir besonders in Erinnerung und worauf bist du besonders stolz?

Tosca: Eine besonders positive Erinnerung habe ich an meine erste wichtige Präsentation. Die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen war dabei äusserst wertvoll: Sie haben mir bei der Vorbereitung geholfen und meine Fragen beantwortet. Gleichzeitig liessen sie mir den nötigen Freiraum, selbstständig Fortschritte zu machen. Diese Erfahrung hat es mir ermöglicht, Vertrauen in meine Fähigkeiten aufzubauen, und darauf bin ich sehr stolz.

Helen: Besonders in Erinnerung bleibt mir die Begleitung eines Lernbausteins von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung. Ich durfte früh Verantwortung übernehmen und eng mit Fachpersonen zusammenarbeiten. Stolz bin ich darauf, einen sichtbaren Beitrag zu einem Produkt geleistet zu haben, das schweizweit genutzt wird.

Tina: Mein Highlight sind definitiv die Einblicke hinter die Kulissen von fedpol. Ich durfte Orte besuchen und Bereiche kennenlernen, die einem sonst verborgen bleiben. Zudem bin ich stolz darauf, dass ich nicht nur zuschauen, sondern auch selbst mitwirken und sogar ein eigenes Projekt übernehmen durfte.

Raffaele: Wenn ich an mein Praktikum zurückdenke, fällt mir kein bestimmtes Erlebnis ein, sondern vielmehr, wie vielfältig die Zusammenarbeit war, die ich täglich erlebt habe. Mit Menschen mit unterschiedlichen Profilen zu arbeiten war sehr bereichernd. Ich bin stolz darauf, zu mehreren konkreten Projekten beigetragen zu haben, während ich gleichzeitig ein besseres Verständnis für die Herausforderungen der angewandten Forschung jenseits der Theorie entwickelt habe.

Welchen Rat möchtest du zukünftigen Hochschulpraktikantinnen und Hochschulpraktikanten mit auf den Weg geben?

Tosca: Ich würde ihnen raten, diese Erfahrung in vollen Zügen zu geniessen und neugierig zu bleiben. Es ist die perfekte Gelegenheit, neue Menschen kennenzulernen, sich ein Netzwerk aufzubauen und die grosse Vielfalt an Tätigkeitsbereichen in der Bundesverwaltung zu entdecken. Dazu gehören auch Bereiche, an die man zunächst vielleicht gar nicht denken würde.

Helen: Seid neugierig und traut euch, Fragen zu stellen – genau daraus entstehen die grössten Lernmomente. Bringt eure Ideen ein und übernehmt Verantwortung. Wer offen auf Menschen zugeht und engagiert ist, kann fachlich und persönlich enorm von einem Hochschulpraktikum profitieren.

Raffaele: Ich rate ihnen, neugierig und offen für alle Lernmöglichkeiten zu bleiben. Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen ist meist genauso wertvoll wie das Wissen, das man sich während der Arbeit aneignet. Ich würde ihnen auch ans Herz legen, aus ihrer Komfortzone herauszutreten: Sie sollten sich nicht auf ihr Studienfach, ihre Region oder ihre Sprache beschränken, sondern neue Umgebungen entdecken.

Tina: Seid neugierig, bringt euch aktiv ein und nutzt die Chancen, die euch ein Hochschulpraktikum bei der Bundesverwaltung bietet.