Bleistift und papier   grunde nicht einstellen

Wie gehen Sie mit Kritik um?

15.October 2015 2 Min. Lesezeit Interview

Neben fachlicher Kompetenz, Teamfähigkeit sowie Verantwortungsbereitschaft gehört Kritikfähigkeit mit Sicherheit zu den Eigenschaften, die bei Personalverantwortlichen besonders hoch im Kurs stehen. Wird im Vorstellungsgespräch nach der Kritikfähigkeit gefragt, sollte der Bewerber diese Frage mit besonderer Sorgfalt beantworten.

Andere Formulierungen:

  • Sind Sie Kritikfähig?

Vorbereitung auf diese Frage:

Bestimmt wurdest du in deinem Arbeitsleben (hierzu gehören selbstverständlich auch die Ausbildung und Praktika schon einmal für deine Arbeit kritisiert. Versuch, dir diese Situation ins Gedächtnis zu rufen und frag dich:

  1. War die Kritik angemessen oder nicht?
  2. Wie habe ich darauf reagiert?
  3. Hat mir die Kritik vielleicht sogar etwas gebracht?

Dos:

Zeig dein Bewusstsein, dass Kritik zu einer professionellen Zusammenarbeit einfach dazugehört. Deshalb ist es wichtig klarzumachen, dass du souverän mit Kritik umzugehen weisst – und zu erklären, wie du das machst. Hierfür hast du etwa die Strategie, dir die Kritik zunächst in Ruhe anzuhören und sie danach als „gerechtfertigte“ und „ungerechtfertigte“ Kritik einzuordnen. Die ungerechtfertigte kommentierst du, drückst dein Unverständnis aus und stellst Nachfragen. Die berechtigte Kritik nutzt du, um dich zu verbessern.

“Wenn ich Kritik erhalte bedeutet das ja erst einmal, dass sich jemand mit meiner Arbeit und deren Ergebnissen fachlich auseinandergesetzt hat und mir dazu ein Feedback gibt. Ich versuche dann herauszufinden, ob er/sie Recht hat. Wenn dem so ist, freue ich mich, etwas dazugelernt zu haben. Im schlechtesten Fall werde ich ungerechtfertigt kritisiert: Dann führe ich mit der Person ein Gespräch, in dem ich zuerst verdeutliche, dass ich mit der Kritik nicht einverstanden bin, stelle Nachfragen, um Missverständnisse zu vermeiden und lege dann meinen Standpunkt dar.“

Don’ts:

Gib nicht vor, dich über jede Kritik zu freuen oder jedwede Kritik von vornherein als ungerechtfertigt einzuordnen, weil du dich für unfehlbar hältst.

„Ich freue mich immer über Kritik.“

„Ich höre mir Kritik selten an, denn sie ist ja sowieso nur darauf ausgerichtet, mich schlechtzumachen und enthält für mich nichts Positives.“

Was der Recruiter mit dieser Frage bezweckt:

Mit dieser Frage will der Recruiter auf der einen Seite herausfinden, ob du dazu neigst, Kritik von vorne herein abzublocken und dir nichts sagen zu lassen. Auf der anderen Seite soll die Frage Aufschluss darüber geben, ob du in Arbeitsfragen (zu) schnell klein beigibst – denn das kann dich für viele Jobs ebenfalls disqualifizieren. Gesucht werden Arbeitnehmer, die zu ihrer Arbeit und deren Ergebnissen stehen und sie auch verteidigen, aber dennoch fähig sind, sich Kritik anzuhören und sich eingestehen zu können, wenn diese berechtigt ist.

Wir meinen:

Mach deutlich, dass du souverän mit Kritik umzugehen weisst und eine Strategie für jedwede Art von Kritik hast, auch für verletzende und unsachgemässe. Dabei solltest du auf die beiden Punkte gerechtfertigte und ungerechtfertigte Kritik eingehen.