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Bitte nicht schmollen: Wie du mit negativer Kritik umgehst

Max by
17 Dez 2015 um 11:39

Mit Lob und Anerkennung kommen die meisten von uns ziemlich gut klar – kämen sie nicht allzu oft mit einem „…aber in diesem Punkt ist noch Luft nach oben“ im Schlepptau. Wirklich unangenehm wird es, wenn negative Kritik ganz direkt und ungeschönt daherkommt. Auch, weil sich die Frage stellt: Wie reagiere ich darauf?

Kritik als persönlichen Angriff aufzufassen, ist leicht. Also in die Verteidigung gehen? Oder beleidigt sein? Selbst wenn das die ersten Impulse sein sollten, weiss man natürlich, dass diese Reaktionen im Beruf fehl am Platz sind (im Privatleben übrigens meistens auch). Also ignorieren? Auch nicht optimal. Es bleibt dir nichts anderes übrig, als deine Reaktion auf Kritik zu üben – denn dass es sie immer geben wird, steht fest.

Ein guter, souveräner Umgang mit Kritik also. Klingt gut, aber wie geht der? Das kommt natürlich darauf an, ob das negative Feedback berechtigt ist und wie es geäussert wurde. Ein paar Beispiele:

Du wirst kritisiert, weil du einen Fehler gemacht hast

Fehler passieren und sind meistens kein Weltuntergang. Wichtig ist es, deinen Fehler zuzugeben und dazu zu stehen. Ausserdem solltest du zeigen, dass du deine Lehre(n) aus dem Ausrutscher gezogen hast.

„Vielen Dank, dass Sie mich darauf hingewiesen haben. Ich werde den Fehler sofort beheben / meine Methodik ändern.“

Du bist unsicher, ob die Kritik gerechtfertigt ist

Du willst niemanden vor den Kopf stossen; andererseits ist es auch nicht angebracht, etwas zu verändern, wenn es eigentlich gar keinen Grund dafür gibt. In solchen Fällen gilt es, eine höfliche Antwort zu finden, die nichts verbindlich verspricht, so dass du dir alle Wege offen hältst.

Sollte sich herausstellen, dass die Kritik tatsächlich angebracht war, musst du dich später nicht dafür entschuldigen, dem Tipp zu Beginn keine Beachtung geschenkt zu haben. Im anderen Fall hast du dich dankbar für das Feedback gezeigt, aber nach Prüfung der Situation beschlossen, dass der ursprüngliche Ansatz doch richtig war.

„Du sprichst da einen wirklich interessanten Punkt an. Ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken. Vielen Dank!“

„Darüber habe ich bisher noch gar nicht nachgedacht – ich werde es mir direkt anschauen!“

Das Feedback war nicht nur negativ

Wenn jemand die sogenannte Sandwich-Methode angewandt hat (also eine negative Kritik eingebettet in positives Feedback), bezieh dich auch bei deiner Antwort nicht nur auf den negativen Teil. Zeig, dass du auch das Lob zur Kenntnis genommen hast:

„Vielen Dank für Ihr Feedback. Ich freue mich, dass Ihnen meine Arbeit an X gefallen hat und werde mir Ihre Rückmeldung zu Y zu Herzen nehmen.“

Der Kritiker trägt Mitschuld

Jemand kritisiert dich, obwohl er oder sie selbst am Projekt oder der betreffenden Entscheidung beteiligt war? Hier ist es wichtig, nicht in eine Endlosschleife aus Fingerzeigen und Schuldzuweisungen zu verfallen. Behandle die Sache wie ein Missverständnis, das es zu klären gilt.

„Deine Argumente haben mir viele Ideen zur Verbesserung gegeben. Ich bin nur ein wenig verwirrt wegen X – als wir diesen Punkt am Freitag besprochen haben, haben wir doch gemeinsam beschlossen, dem Kunden Idee C zu präsentieren und nicht Idee A.“

Die Kritik ist nicht präzise

Jemand kritisiert deine Arbeit und bekommt es dabei noch nicht mal hin, sich ordentlich auszudrücken? Vorsicht! Hier ist die Gefahr gross, dass dir ein schnippisches „Was willst du denn eigentlich von mir?!“ herausrutscht. Halt dich zurück und wähl stattdessen die diplomatische Variante:

„Das klingt nach einem interessanten Punkt und ich würde gerne besser verstehen, wie genau dieser Prozess ablaufen könnte. Kannst du mir ein Beispiel nennen?“

Der Kritiker ist pedantisch

Nach Wochen harter Arbeit ist dein Mammutprojekt abgeschlossen und jemand stürzt sich auf Kleinigkeiten, die vielleicht noch ein bisschen perfekter hätten sein können: Eine echte Herausforderung! In solchen Fällen hilft es wirklich nur, tief durchzuatmen und sich nicht weiter über die Person aufzuregen. Lass dir deinen Erfolg nicht madig machen!

„Sie haben wirklich ein gutes Auge für die kleinen Details. Danke, dass Sie mich an „X&Y“ erinnert haben.“

Negative Kritik wird auch nach vielen Jahren im Beruf nicht angenehm. Den Umgang damit kann man aber sehr gut üben – und Freundlichkeit und Diplomatie sind nicht mur förderlich für die allgemeine Stimmung im Büro, sondern auch für deine persönliche Arbeitsmoral. Lass dich nicht ärgern!

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