Frau mit laptop auf den knien ist bei facebook auf jobsuche
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Mehr als nur Katzen: Wie du Facebook für die Jobsuche nutzt

Max by
09 Juli 2015 um 11:08

„Nennen Sie ein Karriere-Netzwerk.“ – „Facebook.“ Eine unwahrscheinliche Reaktion. Während man LinkedIn und Xing sofort mit der Stellensuche verbindet, denkt man bei Facebook eher an BuzzFeed, Katzen und Musikvideos. Unterhaltung eben. Nichtsdestotrotz ist inzwischen nahezu jedes Unternehmen bei Facebook. Und nahezu jeder Recruiter sowieso – und genau das macht die Plattform für deine Jobsuche interessant.

Mit rund 1,4 Milliarden Nutzern ist Facebook für Persönlichkeits-, Produkt- und Unternehmenspräsentation unumgänglich geworden. Nirgendwo sonst erreicht man so viele Menschen – zumindest in der Theorie. Denn Aufmerksamkeit bekommt man nicht einfach so geschenkt; weder als Unternehmen noch als Privatperson.

Die Situation ist also folgende: Ein paar Klicks von dir entfernt tummeln sich unendlich viele Recruiter, Manager und CEOs, die dir den Weg in deine Traumkarriere ebnen könnten. Die Frage: Wie bekommst du sie dazu, genau das zu tun?

Die richtigen Inhalte für die richtige Zielgruppe

Wenn du dich entscheidest, Facebook nicht (mehr) nur als Privatvergnügen, sondern auch für Berufliches zu nutzen, solltest du ab sofort immer im Hinterkopf behalten, wer deine „Zielgruppe“ ist. Besonders am Anfang der Umstellung ist es wichtig, darauf zu achten, dass du nicht alles postest bzw. bestimmte Beiträge nur deinen engsten Freunden zugänglich machst. Potenzielle neue Arbeitgeber müssen weder an durchzechten Nächten noch an deinem wechselnden Beziehungsstatus teilhaben (wenn wir schon mal dabei sind: deine Eltern übrigens auch nicht).

Am einfachsten ist es, wenn du dich entscheidest, ob du Facebook geschäftlich oder privat nutzen möchtest, und konsequent dabei bleibst. So können dir zumindest keine unangenehmen Fehler passieren. Im Zweifel kannst du dir auch einfach ein zweites Profil für Business-Kontakte zulegen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Willst du dich mit nur einem Profil sowohl mit Freunden als auch mit Geschäftskontakten verbinden, musst du eben aufpassen, was für welche Augen sichtbar ist – aber hey, im echten Leben bist du ja auch nur eine Person und bekommst das irgendwie hin.

Zeig deine Vorzüge

Nein, immer noch nicht mit Strandfotos. Um dich als „Marke“ zu profilieren, ist es vielmehr wichtig, dass deine Interessen, Hobbies, Ziele, Stärken und natürlich dein Werdegang klar sichtbar sind.

Wenn du ein neues Profil erstellst, hast du es recht leicht: Füll alle relevanten Felder aus, mach dir eine Liste interessanter Unternehmen und Persönlichkeiten, denen du folgen kannst, verteile ein paar Likes an Interessen, die dich gut dastehen lassen, fertig.

Musst du hingegen dein bereits bestehendes Profil „aufräumen“, kommt wahrscheinlich mehr Fleissarbeit auf dich zu. Nutz hier unbedingt die Option „Profil anzeigen aus der Sicht von..“. So weisst du genau, was ein Nutzer sieht, mit dem du nicht verbunden bist, und kannst besser einschätzen, welchen Eindruck ein Aussenstehender von dir bekommt.

Du kannst wählen, aus wessen Sicht du deine Facebook-Chronik sehen willst
Lass dir dein Facebook-Profil aus der Sicht von anderen anzeigen

Check deine Privatsphäre-Einstellungen

Hast du schon gemacht? Dann mach’s noch mal. Besonders, wenn du deinen Account sowohl privat als auch beruflich nutzen willst und dann auch noch viele Kontakte hast, solltest du dir am besten Listen anlegen und für jede einzeln bestimmen, was für sie sichtbar ist und was nicht.

Erstell bei Facebook Listen, um deine Kontakte zu organisieren

Selbst wenn deine öffentlich sichtbaren Angaben bestens gepflegt sind: Es bringt nicht viel, wenn ein Recruiter alle deine Inhalte sehen kann, sobald du dich mit ihm verbunden hast. Du solltest also eine Liste mit eingeschränktem Zugang haben, zu der du Business-Kontakte hinzufügen kannst.

Der Vorteil eines separaten Accounts für Geschäftliches liegt auch hier auf der Hand: Alles öffentlich, alles gut.

Infos, Infos, Infos

Auch wenn die zahlreichen Informationsfelder bei Facebook von Privatpersonen oft gnadenlos vernachlässigt werden – wenn du berufliche Kontakte knüpfen willst, solltest du sie möglichst vollständig ausfüllen.

So kannst du dich, wenn du bei den Angaben zu Ausbildung und Beruf deine Hochschule und Arbeitgeber verlinkst, schnell mit (ehemaligen) Studien- und Arbeitskollegen vernetzen – wer weiss, wer den ausschlaggebenden Tipp zum nächsten Job für dich hat!

Gib bei Facebook alle wichtigen Informationen zu deinem Werdegang und deinen Interessen an

Füge Links zu deinem LinkedIn-Profil, deiner Webseite, deinem Blog und/oder deinem Online-Portfolio zu deinen Kontaktinformationen hinzu, damit sich Recruiter schnell ein vollständiges Bild von deinen Fähigkeiten und Erfahrungen machen können. Im Bereich „Über dich“ ist es sinnvoll, einen kleinen (interessanten!) Text mit relevanten Keywords zu deiner Wunschposition und -branche zu verfassen, damit du leichter gefunden wirst.

Sei aktiv!

Dein Profil auf Hochglanz zu bringen, war nur der Anfang – wenn es einfach nur vor sich hin existiert, aber nichts passiert, hättest du dir die Mühe auch sparen können. Jetzt heisst es: Mach was (draus)!

  • Erweitere dein Netzwerk
    Ob manuell oder über deine E-Mail-Adresse – ruh dich nicht auf bestehenden Kontakten aus, sondern such weiter. Verknüpfe auch deine Webseite oder deinen Blog mit Facebook, um deine Reichweite zu optimieren.

  • Posten nicht vergessen
    Für Statusupdates gilt: Im Zweifel ist weniger mehr. Wenn du dein Netzwerk mit 10 Posts pro Tag zuspamst, riskierst du, vom ein oder anderen geblockt zu werden. Beschränke dich auf wirklich interessante, relevante Inhalte – branchenbezogene Artikel aus der Presse, eigene Blogbeiträge, ein Status zu einem Projekt oder auch berufsbezogene Fragen oder Aufrufe. Alles, was dich interessant macht, ist gut!

  • Weck den Veranstalter in dir
    Du hast fleissig interessante Leute hinzugefügt und stehst mit ihnen schon regelmässig in Kontakt? Warum nicht mal einen Networking-Abend ins Leben rufen? Mach dir aber vorher Gedanken über Größe, Rahmen und Ort und gib dir Mühe, eine informative und ansprechende Beschreibung zu verfassen – wenn von 50 eingeladenen Gästen nur 2 zusagen und du die ganze Sache wieder absagst, ist das nicht so schön.

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