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„Ich bin dann mal weg.“ – Arbeiten im Ausland

Max by
26 Okt 2015 um 15:46

Ein Praktikum oder gar ein Job im Ausland ist ein richtig grosses Ding! Hier warten Erfahrungen, von denen du wahrscheinlich dein ganzes (Berufs)Leben lang profitierst. Aber wie geht man an die Sache ran? Wir sagen dir, was du bei der Bewerbung, der Organisation und während des Aufenthalts selbst beachten musst.

1 Vorteile des Auslandsaufenthaltes

Ein Praktikum oder Arbeitsaufenthalt im Ausland hat viele, nicht nur berufliche Vorteile: Du sammelst nicht nur Berufserfahrung, sondern kannst auch deine Fremdsprachenkenntnisse sowie deine interkulturellen Kompetenzen verbessern. Zudem ist ein Auslandsaufenthalt ein organisatorischer Kraftakt – du musst dir eine Wohnung suchen, vielleicht ein Visum beantragen, dich in einem fremden Land zurechtfinden und gleichzeitig ein Praktikum stemmen. Auch nicht ohne: Du verlässt dein gewohntes Umfeld mit Freunden und Familie. Kurzum: Mit einem Auslandsaufenthalt beweist du Flexibilität, Mut und eine grosse Portion Organisationstalent!

2 Setz dir klare Ziele

Mach dir klar, was du mit deinem Auslandspraktikum oder Job erreichen willst: Wenn du vor allem deine Sprachkenntnisse verbessern willst, kannst du zum Beispiel verschiedene Organisationen kontaktieren, die dir gegen Gebühr eine Praktikumsstelle in Kombination mit einem Sprachkurs vermitteln. Wenn für dich die Arbeitserfahrung im Vordergrund steht, bewirb dich am besten gezielt bei den Unternehmen, die dir interessant erscheinen und zu deinem geplanten Berufsweg passen. Mittlerweile gibt es auch Plattformen, auf denen du ausschliesslich nach Stellen im Ausland suchen kannst. Wenn deine Wunschunternehmen kein Praktikum oder andere Stellen ausgeschrieben haben, hab keine Angst, direkt nachzufragen, ob sie eines anbieten.

3 Die Bewerbung

Halt dich unbedingt an die Regeln, die für Bewerbungen im Zielland gelten. Informiere dich im Internet und in Foren, was du beachten musst, denn die Anforderungen sind international sehr unterschiedlich und man kann dementsprechend viel falsch machen. So ist es beispielsweise in englischen und französischen Bewerbungen nicht üblich, Zeugniskopien mitzuschicken. Während das Bewerbungsfoto in Frankreich nicht zwingend notwendig ist, ist es im angelsächsischen Raum sogar verpönt. Der Lebenslauf ist zwar weitgehend einheitlich geregelt, hingegen sind die Anforderungen an den englischen cover letter bzw. den französischen lettre de motivation sehr unterschiedlich. Französische Bewerbungsschreiben sind sehr formell, mit teils sehr umständlichen Grussformeln und einer klaren inhaltlichen Struktur. Bei Bewerbungen für US-Unternehmen gilt die KISS-Regel: Keep it short and simple. Zudem ist es unter US-Bewerbern üblich, bei ihren Qualifikationen ein bisschen zu übertreiben, um sich besser darzustellen. Für welches Land und in welcher Sprache du dich auch bewirbst: Recherchiere einen konkreten Ansprechpartner und verwende viel Sorgfalt auf deine Bewerbungsunterlagen – und vergiss nicht, deine Bewerbung Korrekturlesen zu lassen!

4 Vorbereitung des Aufenthalts

Du hast eine Stelle im Ausland bekommen? Glückwunsch! Dann nichts wie ran an den Papierkram! Welche Einreisebestimmungen hat dein Zielland? Benötigst du Gesundheitsnachweise und Sprachzertifikate? Welche Sicherheitshinweise musst du beachten? Beantrage rechtzeitig dein Visum und erledige die bürokratischen Angelegenheiten so schnell wie möglich, dann kannst du deiner Abreise schon viel ruhiger entgegensehen und minimierst das Risiko unschöner Überraschungen. Zudem musst du dich so früh wie möglich um eine Unterkunft kümmern. Recherchiere im Internet, ob du in einem Studentenwohnheim unterkommen kannst oder ob jemand ein möbliertes Zimmer zur Zwischen- oder Untermiete anbietet. Kümmere dich auch rechtzeitig um (günstige) Tickets für Flüge, Zug- oder Busverbindungen. Wer zeitig bucht, kann hier viel sparen.

Mit dem Papierkram, der Unterkunft und den Tickets ist das Gröbste geschafft. Nun geht es an die Feinheiten! Informiere dich über die Gepflogenheiten deines Ziellandes: Welche Höflichkeitsregeln musst du beachten? Sind vielleicht Gesten, die hierzulande harmlos sind, obszön? Was gibt es bei der Begrüssung oder beim Essen zu beachten? Drückt man sich direkt und unverblümt oder eher höflich verklausuliert aus? Und wie ist das Arbeitsleben organisiert? Geht es streng hierarchisch zu oder läuft es im Büro eher locker? Recherchiere vor allem, welcher Dresscode in deinem Unternehmen gilt und passe dich daran an.

5 Money, money, money

Für Praktika ist die Entlohnung im Ausland oft mau und deckt nicht immer die Lebenshaltungskosten. Stell dir deshalb ein paar Fragen: Hast du Ersparnisse? Kannst du deine Familie um finanzielle Unterstützung bitten? Gibt es Ausbildungs-Stipendien? Oder kannst du dir sogar einen Nebenjob vor Ort suchen? Informier dich auch, wie du während deines Auslandsaufenthalts deine Finanzen regelst: Die Unterlagen fürs Online-Banking gehören unbedingt ins Gepäck! Und wie sieht’s mit Bargeld aus? Vielleicht bietet deine Bank gute Konditionen, sodass du im Ausland gratis oder nur gegen sehr geringe Gebühr am Automaten Geld abheben kannst. Wahrscheinlich ist eine Kreditkarte sinnvoll – vergleich auch hier Angebote. Frag am besten in der Familie oder im Freundeskreis, welche Erfahrungen sie mit ihren Banken bei längeren Auslandsaufenthalten gemacht haben und ob sie dir ein Institut empfehlen können. Allenfalls ist es besser, mehrere Wochen vor Abreise ein Konto bei einer Bank mit besseren Konditionen zu eröffnen, als später beim Abheben Wuchergebühren abdrücken zu müssen.

6 Aufenthalt: Raus aus dem Büro!

Auch wenn dich deine Arbeit im Ausland sehr in Anspruch nimmt, versuch auch Kontakte ausserhalb des Unternehmens zu knüpfen. Du hast vorher im Verein Fussball gespielt? Frag bei einem Team vor Ort, ob du mit ihnen trainieren kannst! Du singst gerne? Perfekt, Chöre sind ideale Anlaufpunkte, um schnell neue Leute kennenzulernen! Diese Möglichkeiten lassen sich gut schon vor deiner Abreise online recherchieren. Stell aber sicher, dass du auch regelmässig zur Freizeitgestaltung deiner Wahl kommen kannst.

Vielleicht fühlst du dich auch noch nicht so sicher in der Fremdsprache vor Ort? Erkundige dich rechtzeitig nach Abend-Sprachkursen – dort lernst du nicht nur weiter die Sprache, sondern kannst auch Leute kennen lernen, denen es ähnlich geht wie dir. Erkunde das Land, in dem du dich aufhältst, und nicht nur das nächstgelegene Einkaufszentrum. Wie wär’s mit Wochenendtrips in die Nachbarstädte? Ist dein Gastland vielleicht für beeindruckende Landschaften bekannt? Na dann schnapp dir ein Leihfahrrad oder Wanderschuhe und deine neuen Bekannten und los geht’s!

7 Setz’ die rosarote Brille ab

Vielleicht hast du für ein oder zwei Semester im Ausland studiert und fandst es ganz grossartig, ständig mit anderen jungen Menschen zu feiern und ein spontanes Leben zu geniessen. Dann mach dich auf eine Umstellung gefasst, denn ein Auslandspraktikum ist leider kein Erasmus-Semester, sondern tatsächlich viel Arbeit plus fremde Kultur. Wenn du schon ein Auslandssemester gemacht hast, ist dir bestimmt aufgefallen, dass du kaum Kontakte zu Einheimischen knüpfen konntest, sondern eher mit anderen Austauschstudenten unterwegs warst. Als Praktikant ist es noch schwerer, Anschluss zu finden: Viele deiner meist älteren Kollegen werden wahrscheinlich nicht das Bedürfnis oder die Zeit haben, dich näher kennenzulernen, denn sie haben vor Ort oft Familie und einen gefestigten Freundeskreis – und du bist ja sowieso nach ein paar Monaten wieder weg. Stell dich darauf ein, dass du dich während deines Praktikums ab und zu einsam fühlen wirst – und halte mit den oben erwähnten Freizeitaktivitäten dagegen!

Auch deine Abwesenheit von der Heimat kann negative Folgen haben: Es sind schon diverse Beziehungen am Auslandsaufenthalt eines Partners zerbrochen und enge Freunde haben sich auseinandergelebt. Plan deshalb auch, wie du deine bestehenden Beziehungen vom Ausland aus pflegen wirst: Verabrede dich für Skype-Gespräche, um deinen Partner an deinem neuen Alltag teilhaben zu lassen oder halte deine Freunde mit Fotos, E-Mails und vielleicht sogar einem privaten Blog auf dem Laufenden.

8 Die Rückkehr

Lass dir unbedingt ein Praktikums- bzw. Arbeitszeugnis in englischer Sprache ausstellen! So kannst du bei späteren Bewerbungen deine im Ausland erworbenen Fähigkeiten belegen. Mach dir am besten noch vor deiner Rückkehr Gedanken, wie es nach deinem Auslandsaufenthalt weiter gehen soll: Du willst dich weiter bewerben? Stell einen (groben) Zeitplan auf, wie du dabei vorgehen willst. Oder geht es für dich zurück an die Uni? Informiere dich rechtzeitig über die Veranstaltungen im kommenden Semester und strukturiere deinen Stundenplan. Lass auch befreundete Kommilitonen wissen, dass du wieder in der Heimat bist und lass dich zum Beispiel bei einem gemeinsamen Kaffee auf den neusten Stand bringen!

Das klingt nebensächlich, jedoch können dich diese Massnahmen vor dem bewahren, was unter ehemaligen Austauschstudenten als „Post-Erasmus-Depression“ bekannt ist: Viele junge Menschen, die am Erasmus- oder anderen Austauschprogrammen teilgenommen haben, brauchen mehrere Monate, um sich wieder im heimischen Alltag zurechtzufinden, sich zum Studium zu motivieren oder einen Nebenjob zu finden. Sorge nach deiner Rückkehr deshalb schnellstmöglich für einen strukturierten Tagesablauf! So kannst du zügig dein nächstes Vorhaben in Angriff nehmen und der Ausflug ins Ausland ist auch danach noch ein Erfolg!

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